Geheimnisvoller Behälter gesprengt

Erstellt: 28. Mai 2012, 23:30 Uhr
Geheimnisvoller Behälter gesprengt Nach erfolgreicher Sprengung folgt die Identifizierung des Inhalts des fragwürdigen Behältnisses durch Einsatzkräfte.

Mühlacker-Lienzingen. Am Rande von Lienzingen bietet sich ein ungewöhnliches Szenario: Das Gebiet um den Fundort eines verdächtigen Behälters am Ortsausgang ist großräumig abgesperrt. Der im Graben am Rande eines Feldwegs in Verlängerung der Schützinger Straße gefundene rund 120 mal 30 Zentimeter große Behälter, der etwas einer Gasflasche ähnelt, wird mit Stroh und Sandsäcken abgedeckt. „Wir sind gespannt, was in dem Behälter drin ist beziehungsweise nicht drin ist“, meinte der Mühlacker Bürgermeister Winfried Abicht gespannt.

Dann verlassen auch die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes den Ort des Geschehens. Keiner darf sich jetzt mehr in unmittelbarer Nähe des zu sprengenden Behältnisses aufhalten. Einziger „Zeuge“ ist die laufende Videokamera des Mühlacker Tagblatt, die unsere Videojournalistin positioniert hat, um die Sprengung im Film festzuhalten. Dann erfolgt die per Fernzündung ausgelöste Sprengung und kurz darauf eine dumpfe Explosion. Die Strohballen und Sandsäcke werden weggeschleudert, aus einer dunkelgrauen Staubwolke prasseln Strohteilchen auf den Feldweg. Die anschließende Begutachtung erbringt dann die Auflösung des Inhalts des rätselhaften Behälters: illegal entsorgtes Altöl.

Wie war es überhaupt zu der außergewöhnlichen Aktion gekommen? Spaziergänger hatten den verdächtigen Behälter am Wegesrand entdeckt und die Polizei benachrichtigt. Auch der Leiter des Mühlacker Bauhofes, Stefan Lipps, war benachrichtigt worden. Da sich die Polizisten nicht im Klaren waren, worum genau es sich bei dem Fundstück handelte und um überdies jedes Risiko bei der Bergung auszuschließen, hatten die Beamten den dem Regierungspräsidium Stuttgart zugeordneten Kampfmittelbeseitigungsdienst zur fachmännischen Begutachtung hinzugezogen. Weil selbst die Experten den Inhalt des Behältnisses nicht eindeutig identifizieren konnten, fiel die Entscheidung auf eine gezielte Sprengung zur Öffnung.

Neben den Einsatzkräften der Polizei waren rund 20 Feuerwehrkräfte aus Mühlacker und Lienzingen mit sieben Fahrzeugen zur großräumigen Absperrung des Geländes sowie zur anschließenden Entsorgung des Altölbehälters im Einsatz. Die Leitung vor Ort oblag Andreas Schuster, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Mühlacker. Während der Sprengung waren die Landesstraße 1134 sowie die umliegenden Feldwege kurzzeitig gesperrt. Als Vertreter der Stadt Mühlacker war außer Bürgermeister Abicht auch der Leiter des Bürger- und Ordnungsamts, Ulrich Saur, vor Ort.

Zur fachgerechten Entsorgung wurde der Behälter mit dem restlichen Altöl von der Feuerwehr in Überfässer gepackt und auf die Deponie nach Maulbronn gebracht. Das während der Sprengung auf den Feldweg gespritzte Öl wurde abgebunden. Das mit Öl verseuchte Erdreich rund um die Fundstelle wurde ausgebaggert und ebenfalls zur Entsorgung auf die Deponie gebracht.

Außerdem wurde das Umweltamt benachrichtigt. Indes: Wer den Behälter mit dem Altöl verbotenerweise entsorgt hatte, ist noch nicht bekannt.

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