Gefahren lauern im Computer

Erstellt: 17. September 2008, 00:00 Uhr
Gefahren lauern im Computer Aufklärung für Eltern, Kinder und Jugendliche Damit der Computer und das Internet nicht zur Gefahr werden: Peter Eitel (l.) Kerstin Schwarz und Ingo Weimer wollen in Veranstaltungen für Eltern und Jugendlichen aufklären. Foto: Stahlfeld

Gewalt im Kinderzimmer: Beratungsstelle und Polizei klären Schüler und Eltern auf

Mühlacker – Weil ihr Kind zu viel Zeit vor dem Computer verbringt, suchen Eltern immer häufiger Rat in der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Mühlacker. Über die Gefahren, die vom Internet ausgehen, sollen ein Workshop für Kinder und ein Vortrag für Eltern aufklären, die in Kooperation mit der Polizei stattfinden.

VON ULRIKE STAHLFELD

Ingo Weimer und Peter Eitel sind beim Polizeirevier Mühlacker in der Mobilen Prävention tätig. Aus eigener Erfahrung wissen sie deshalb, dass auch Mühlacker kein unbeschriebenes Blatt ist. An einer Mühlacker Schule seien bereits Gewaltszenen per Handy weiterverbreitet worden, teilten die Beamten gestern bei der Vorstellung der Kooperationsveranstaltungen mit.

 „Das ist noch kein Alltag, aber wir machen uns Gedanken“, sagte Peter Eitel und verwies auf die steigende Zahl der Internet-Nutzer. Dass Schüler ihre Mitschüler über das Internet bloß stellen – wie ebenfalls schon in der Senderstadt vorgekommen – sei auch strafrechtlich relevant.

Und genau darüber seien sich Jugendliche häufig nicht bewusst. Vielmehr konsumierten sie teilweise völlig unkritisch strafrechtlich relevante Formen und Inhalte. „Da ist viel Spielerei dabei. Den Kindern ist häufig nicht bewusst, was sie tun“, stellte Kerstin Schwarz von der Beratungsstelle klar.

 Zu ihr kommen immer häufiger Eltern, die hilflos dem Internet-Konsum ihrer Kinder gegenüber stehen. „Sie wollen wissen, wo Grenzen gesetzt werden müssen“, erklärte die Familientherapeutin, die davor warnte, in den Familien den Stecker vom Computer ganz zu ziehen. Denn das Internet biete auch Chancen, der Computer stelle richtig genutzt eine Bereicherung dar.

 Ziel des Workshops soll es deshalb sein, den Jugendlichen den sicheren Umgang mit dem Internet zu vermitteln. „Es gibt einfach Dinge, die man nicht tun darf“, so Ingo Weimer. Er warnte davor Handynummer oder Email-Adresse beim Chatten preiszugeben. Und ganz entschieden: „Keine heimlichen Treffen ausmachen“, warnte er eindringlich vor Pädophilen.

 „Ein große Problem stellt auch die Suchtgefahr bei Computerspielen dar“, führte Peter Eitel weiter aus. „Die Klassenkameraden treffen sich nicht mehr auf dem Bolzplatz, sondern beim Chatten“, so sein Kollege. Die Folge des übermäßigen Internetkonsums: aggressive Kinder, die nicht mehr am Familienleben teilnehmen oder sich ganz und gar von ihrer Umwelt abschotten.

 Dass angesichts solcher Folgen Aufklärungsbedarf bei den Eltern besteht, hat eine erste Informationsveranstaltung an der Mörike-Realschule gezeigt. Rund 100 Eltern besuchten den Vortragsabend der beiden Polizeibeamten. Die wollen auch präventiv tätig sein und mit ihrem Vortrag „Kids online“ am 25. September von 19 bis 21 Uhr alle interessierten Eltern ansprechen. Beim Workshop für Schüler der fünften und sechsten Klassen, der am 8. Oktober von 15 bis 18 Uhr stattfindet, werden die Beamten in Gruppen arbeiten. Dabei sind der Nickname und die Datensicherheit ebenso Thema wie Computerspiele und das Handy. „Wir wollen mit den Kindern ins Gespräch kommen“, betonte Peter Eitel.

 Beide Veranstaltungen sind kostenlos und finden in der Beratungsstelle des Enzkreises in der Industriestraße 40/1 in Mühlacker statt. Anmeldung (Telefon 07041/6057, Fax 07041/861315, E-mail beratungsstelle.muehlacker@enzkreis.de) ist erwünscht.

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