Fußball schwebt über Illinger Fest

Erstellt: 26. Juni 2006, 00:00 Uhr
Fußball schwebt über Illinger Fest Feuchtfröhlich: die Bürgermeister Gianluca Marconi (v.l.) und Harald Eiberger mit Festwirt Ralf Davids. Foto: Stahlfeld

Bei der Eröffnung der traditionellen Veranstaltung haben es die WM-Fans eilig – Schultes fasst sich kurz

Illingen – Erst hatte Bürgermeister Harald Eiberger am Vorabend versprechen müssen, nicht zu lange zu reden. Dann ließen die Festgäste sogar das Freibier stehen: Zügig, ganz zügig musste es bei der Eröffnung des 33. Illinger Dorf- und Kelterfestes am späten Samstagnachmittag zugehen. Denn die Besucher hatten nur eines im Sinn: die Fußball-WM-Partie Deutschland gegen Schweden, die fast zeitgleich angepfiffen wurde.

VON ULRIKE STAHLFELD

Kurz nach 17 Uhr. Ein Böllerschuss ist über Illingen zu hören. „Ist schon das erste Tor gefallen?“ Fragend sehen sich die Leute um, die trotz Fußballpartie zur Eröffnung des 33. Dorf- und Kelterfestes gekommen waren. Mitsamt den Akteuren auf der Festbühne, die heuer erstmals unmittelbar bei Schule und Stromberghalle aufgestellt wurde. Manch einer der Nachwuchsmusiker des Musikvereins Illingen hätte wohl lieber daheim vor dem Fernseher gesessen, wie die eine oder andere begleitende Mutter zugab.

 Festwirt Ralf Davids hieß Gäste aus der Partnerstadt Castelnovo ne’ Monti ebenso willkommen wie Bürgermeister Eiberger, der vergangenes Jahr die Festeröffnung noch als Zuschauer und Bürgermeisterkandidat verfolgt hatte. Der Wechsel der Bürgermeister sei in den letzten Jahren fast zur Tradition geworden, sprach sich Davids für mehr Kontinuität in Zukunft aus.
 „In höherem nationalem Interesse“ habe er keine lange Rede vorbereitet, schmunzelte Eiberger und bedauerte, dass die Rechtsaufsicht den lautstarken Eröffnungssalut der Schwarzpulverschützen verboten hatte. Der Schultes: „Man kann auch mit Kanonen auf Spatzen schießen.“

 Stattdessen begannen die Kirchenglocken zu läuten, und Pfarrer Thomas Fischer-Koser lud die Gäste dazu ein, sich an den Händen zu halten, als Symbol für den Zusammenhalt zwischen den Menschen, nicht nur in der Gemeinde sondern auch mit der italienischen Partnergemeinde. Deren Bürgermeister Gianluca Marconi übernahm den Fassanstich. 55 Liter fasste das Fass, und etliche Gläser blieben übrig, denn nach dem offiziellen Part zog es die Menschen vor den Fernseher.
 Einige schauten sich die Fußballpartie auf dem Fest an, das sich nach dem Schlusspfiff langsam füllte. Doch auch sonst hatte die Weltmeisterschaft heuer das Dorf- und Kelterfest fest im Griff. Die jungen Losverkäufer der katholischen Kirchengemeinde tauschten nebenher Fußball-Bildchen. Und beim Kinderschminken waren vor allem die Farben Schwarz, Rot und Gold gefragt.

 Zum ersten Mal erstreckte sich das Fest heuer über den gesamten Schulhof. „An die Bühne hinten bei der Schule müssen sich die Leute erst noch gewöhnen“, so eine Besucherin. Auf den Bühnenbrettern wechselten sich nach dem Frühschoppen des Musikvereins am Sonntag Vereine, Schule und Jugendmusikschule mit Darbietungen ab. Rockig-poppig ging es an den Festabenden bei den Auftritten von „milesTone“ und „anny.M.one“ zu.

 Am heutigen Montag findet ab 18 Uhr traditionell der Festausklang in der Kelter mit Livemusik statt.

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