Fünf Punkte und ein Komma

Erstellt: 28. Dezember 2006, 00:00 Uhr
Fünf Punkte und ein Komma Keine Bauchlandung über Weihnachten: Die Bietigheimer schaffen zwei Siege und haben vorerst einmal den freien Fall unter den ominösen Strich gestoppt. Foto: Simecek

Derby in der Porsche-Arena steht kurz vor dem Abbruch – Neuer Steelers-Trainer für einige Spieler ein alter Bekannter

Turbulente Weihnachtsfeiertage haben die Steelers hinter sich. Zuerst gewannen sie das Derby gegen Schwenningen in der Porsche-Arena mit 2:1, dann präsentierte der Eishockey-Zweitligist mit Michael Komma einen neuen Trainer, und zu guter Letzt verließ Chad Allan den SC (siehe Bericht unten).

VON DOMINIQUE JAHN

Eine schöne Bescherung erlebten die Steelers und ihre Fans schon zwei Tage vor Heilig Abend in der Porsche-Arena. Tolle Stimmung, Eiskunstlauf im Vorprogramm, acht Kameras, zwei DJ’s und ein Videowürfel, auf dem in den Pausen für Unterhaltung in der warmen Halle gesorgt wurde. Dazu ein 2:1 (0:0, 2:0, 0:1)-Sieg der Steelers vor 5288 Zuschauern – die Hälfte davon waren Bietigheimer Fans.

 Viele Fanclubs boykottierten jedoch die Partie in Stuttgart. „Das war schade“, meint SC-Pressesprecher Oliver Mayer, für den der Abend aus organisatorischen Gründen „sehr stressig“ war. „Dennoch war es für jeden in der Halle ein schönes Eishockey-Event. Die Arena hat eben ihr ganz eigenes Flair.“ Mayer fügt jedoch ausdrücklich hinzu: „Das Spiel in Stuttgart war eine einmalige Sache.“ Gänsehaut hatte auch SC-Crack Markus Wieland: „Es war ein super Erlebnis, obwohl man unsere Fans kaum gehört hat. Dennoch könnte so eine Halle ruhig in Bietigheim stehen.“

 Für Interimscoach Danny Held war das Derby in der Porsche-Arena „ein Spiel vom Feinsten.“ Der Kanadier stand zum letzten Mal hinter der Bande. Am Ende einer mäßigen Partie, in der es hauptsächlich auf den Rängen statt auf dem Eis zur Sache ging, hieß es nach zwei Toren von Alexandre Jacques 2:1 für die Steelers. Für Schwenningen traf Jason Deleurme. „Ein starkes zweites Drittel hat uns den Sieg gebracht“, analysiert Danny Held.

 „Mit mehr Cleverness hätten wir den Sack hier schon zumachen können. So mussten wir im letzten Durchgang doch nochmal zittern.“ Und es wurde hektisch in der Arena. Schwenninger Fans warfen Becher aufs Eis und es kam zu Rangeleien zwischen Wild- Wings-Anhängern und der Security sowie der Polizei – in und außerhalb der Halle. Die Partie stand kurz vor dem Abbruch. Unschöne Randerscheinungen – die die Freude der Steelers allerdings nicht trübte. „Der Sieg gibt uns Selbstvertrauen“, meinte Danny Held auf der anschließenden Pressekonferenz. „Jetzt wollen wir einen Play-off-Platz sichern.“

 Allerdings ohne ihn. Denn schon am Freitagmorgen war klar, dass es das letzte Spiel des Kanadiers sein würde. Nach der Partie wurde Michael Komma als Nachfolger von Uli Liebsch präsentiert. Der 42-Jährige wird die Bietigheimer bis zum Saisonende trainieren (siehe auch nebenstehenden Bericht).

 Viel Zeit blieb dem gebürtigen Bad Tölzer nicht, um die Mannschaft einzustellen. Denn schon am zweiten Weihnachtsfeiertag übernahm Komma das Kommando und entführte gleich aus Kaufbeuren zwei Punkte. Und es waren hauptsächlich die deutschen Spieler, die beim 5:4-Sieg nach Verlängerung auftrumpften und mit ihren Treffern für den Erfolg sorgten. Eine starke Partie spielte vor allem Markus Wieland (drei Punkte).
 Ob es daran lag, dass der neue Trainer auch aus seiner Heimat Bad Tölz kommt? „Nein“, so der Verteidiger, „aber es ist klar, dass sich jetzt jeder zeigen will. Viel verändert hat er in den ersten Einheiten nicht. Aber im Training ist viel Tempo drin und jeder ist gleichberechtigt.“ Gegen den ESV überzeugten auch Florian Jung (drei Punkte) und Fabian Brännstrom. Es scheint so, als beflügle sie der Trainerwechsel. Kein Wunder, denn Komma war jahrelang ihr Coach. Ebenso von Matthias Hart und Jochen Molling. „Wir erwarten uns von den Spielern schon einen Schub“, sagt Oliver Mayer. „Vor allem die deutschen Cracks fangen wieder bei Null an.“

 Und die legten sich gegen Kaufbeuren mächtig ins Zeug. René Schoofs, Markus Wieland (2), Florian Jung und Alexandre Jacques sicherten den Auswärtssieg. Zu seinem ersten Einsatz im Steelers-Trikot kam Carl-Johann Johansson, der eine solide Partie spielte und am Siegtreffer maßgeblich beteiligt war, als er von der blauen Linie abzog und Jacques die Scheibe unhaltbar abfälschte.

 In den kommenden Tagen hat Komma nun etwas mehr Zeit, um seine Spieler genauer unter die Lupe zu nehmen. Man darf gespannt sein, wie er die Reihen für die kommenden Partien formiert. Am Freitag, 29. Dezember, um 20 Uhr, empfangen die Steelers den EHC Wolfsburg. Am Dienstag, 2. Januar, geht die Reise dann nach Crimmitschau. Spielbeginn ist um 19.30 Uhr.

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