Frischer Wind auf der Anadolu-Bank

Erstellt: 31. Dezember 2007, 00:00 Uhr
Frischer Wind auf der Anadolu-Bank Kamil Manzak agiert auf der Trainerbank eher unaufgeregt. Foto: Eigner

Kamil Manzak ist der neue Cheftrainer des Fußball-Kreisligisten

Mühlacker – Es war beinahe zu erwarten, nun ist es offiziell. Kamil Manzak übernimmt das Traineramt beim FC Anadolu Mühlacker. Er ist damit der Nachfolger von Cavit Cakir, der kurz vor Weihnachten von allen Vereinsfunktionen zurückgetreten ist.

VON STEFFEN-MICHAEL EIGNER

Vielleicht bewegt sich der Verein nun künftig in ruhigerem Fahrwasser. Denn bei allem was Cavit Cakir in den vergangenen Jahren für den FC Anadolu geleistet hat, als Enfant Terrible des Fußballs im Enzkreis war der aufbrausende und jähzornige bisherige Vereinsvorsitzende und Trainer immer wieder für eine Schlagzeile gut – und allzu oft waren es keine positiven.

 Da macht der Neue auf der Anadolu-Bank doch einen ganz anderen Eindruck, so etwa gestern bei der Hallenfußballgala in Sindelfingen, als er seine Mannschaft ruhig und unaufgeregt von der Bande aus coachte. Schon in den vergangenen Wochen, während Cavit Cakir eine Sperre abzusitzen hatte, stand der erst 29-jährige Manzak bei Anadolu an der Seitenlinie. Der gebürtige Pforzheimer hat seine Fußballerjugend zunächst lange Jahre beim VfR Pforzheim verbracht, dann noch zwei Jahre bei Fatihspor Pforzheim gespielt. Doch schon mit 20 Jahren musste der Torhüter seine Fußballschuhe an den Nagel hängen. „Ich hatte immer Schmerzen, bis dann festgestellt wurde, dass es von einer angeborenen Fehlstellung der Hüfte herrührte. Das bedeutete für mich als Torhüter natürlich das Aus“, erzählt Manzak, der sich fortan als Trainer bei Fatihspor engagierte. Am meisten habe er in den vergangenen Jahren dabei von Rolf Maier und Hakan Göktürk gelernt. Zunächst betreute Manzak mehrere Jugendmannschaften, machte seinen C-Trainer-Schein, bis ihm vor zwei Jahren sogar die Aktiven-Elf des damaligen Landesligisten für die letzten zehn Wochen der Saison anvertraut wurde.

 Sein Ex-Verein und jetziger Ligakonkurrent ist für Kamil Manzak, der in Niefern wohnt und beruflich als Pächter eine Tankstelle in Böblingen führt, auch der Favorit auf den Aufstieg in die Landesliga. „Mein Herz schlägt jetzt für zwei Vereine“, sagt er. Momentan führt Fatihspor in der Tat die Kreisliga-Tabelle mit 42 Punkten an, Anadolu Mühlacker liegt mit 25 Punkten auf Platz acht. Doch diesen Abstand will der neue Trainer, der gerade auf seine B-Lizenz hinarbeitet, in der zweiten Halbserie verringern. „Unser Ziel ist ein Platz unter den ersten Vier“, gibt Kamil Manzak aus. „Die Mannschaft hat das Potenzial dafür.“ Zumal man derzeit mit einigen möglichen Neuzugängen für die Rückrunde verhandele. „Dazu sagen wir aber erst Näheres, wenn alles in trockenen Tüchern ist“, bremst der neue Anadolu-Trainer allzu große Neugier. „Wir werden uns nicht verstecken, wir haben Respekt vor jedem Gegner, aber keine Angst“, kündigt Manzak an. Sein fußballerisches Credo hört sich ein wenig nach Otto Rehagel an, der einst bei Werder Bremen die „kontrollierte Offensive“ predigte. „Ich liebe Angriffsfußball. Aber wenn hinten die Null steht, hat man schon mal einen Punkt“, sagt Manzak und fügt hinzu: „Hinten muss der Kasten sauber bleiben, vorne werden wir unsere Chancen bekommen und nutzen.“

 Im Februar werden die Vereinsmitglieder dann noch einen neuen Vorsitzenden wählen. „Seit Cavit Cakirs Rücktritt macht jeder von uns übrigen Vorstandsmitgliedern ein bisschen davon“, sagt Garfur Dagasan, der Spielleiter des Vereins.

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