Freikirche kauft BayWa-Areal

Erstellt: 27. März 2009, 00:00 Uhr
Freikirche kauft BayWa-Areal Im Besitz der Freikirche: das einstige BayWa-Areal an der Bahnlinie. Foto: Eier

Schwierige Verhandlungen mit zwei Eigentümern erzielen einen Durchbruch

Mühlacker – Die Zeit der Ungewissheit ist vorüber: Die Freie evangelische Gemeinde Mühlacker hat das 4500 Quadratmeter große Grundstück an der Ziegeleistraße samt der Gebäude des ehemaligen BayWa-Marktes gekauft.

VON THOMAS EIER

Anfang März 2008 hatte die Kirchengemeinde das Areal bezogen, nachdem die früheren Räume an der Bahnhofstraße anderweitig vermietet wurden. Weil etwa zeitgleich der BayWa-Gartenmarkt an der Ziegeleistraße seine Pforten schloss, fand die Gemeinde dort eine neue Unterkunft.

 Doch der Standort blieb ein Provisorium, weil sich das erklärte Ziel, die Gebäude und das Grundstück zu kaufen, so einfach nicht verwirklichen ließ. Die Verhandlungen wurden nicht nur durch die unterschiedlichen Preisvorstellungen erschwert, sondern auch durch den Umstand, dass es gleich zwei Verhandlungspartner gab, waren doch die Gebäude nach wie vor im Besitz des Münchner Unternehmens BayWa, während das Grundstück einer Tochtergesellschaft der Bahn gehörte. Zwischenzeitlich, lässt Pastor Andri Peter von der Freien evangelischen Gemeinde durchblicken, seien die Hoffnungen auf eine Einigung stark gesunken. Die Bahn bot ihr Areal über das Internet zum Kauf an, und das zu einem Preis, der die Möglichkeiten der Gemeinde weit überstiegen hätte, wie Peter sagt. Die schrittweise Annäherung zog sich über Monate hin, und hilfesuchend wandte sich die Gemeinde an die Politik. Unter anderem machte der CDU-Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum, der durch die CDU-Gemeinderatsfraktion über die Hängepartie informiert worden war, seinen Einfluss auf die Bahn geltend.

 Mit Erfolg. Gestern verkündete Gunther Krichbaum nach „zähen Verhandlungen“ den Durchbruch. „Ich freue mich sehr, dass die Gemeinde das Grundstück übernehmen konnte und nicht ein Discounter das Rennen gemacht hat“, sagte der Abgeordnete. Zumal auch die Stadt Mühlacker, wie Andri Peter in den Gesprächen erfahren hat, keinen weiteren Einzelhandelsstandort außerhalb des Zentrums gewollt habe.

 Die Kaufverträge seien seit Mittwoch unter Dach und Fach, bestätigte Peter. Seine Gemeinde investiere in das eigene Domizil an der Ziegeleistraße einen – „eher niedrigen“ – sechsstelligen Betrag, der voll aus freiwilligen Spenden finanziert werden müsse. „Wir erhalten keine Kirchensteuern und erheben keine Beiträge.“ Die Freie evangelische Gemeinde mit ihren 60 erwachsenen Mitgliedern könne zu ihren Gottesdiensten oft mehr als 200 Besucher begrüßen, darunter viele Kinder.

 Nachdem die Zeit der Ungewissheit vorüber und die Zukunft am Standort gesichert ist, will die Gemeinde laut ihrem Pastor hochmotiviert an die Sanierung und den Umbau der ehemaligen Markthalle gehen, die bislang von den Schreinern und Malern in den eigenen Reihen nur provisorisch auf Vordermann gebracht worden sei. „Wir haben bereits einen Architekten eingeschaltet, der sich mit der Planung von Kirchenräumen auskennt und uns erste Entwürfe erstellt.“ Geplant sei ein Kirchenraum, der – möglicherweise noch erweiterbar –  für 350 Besucher Platz biete und eventuell auch anderen Veranstaltern zur Verfügung stehen könne. Außerdem sollen verschiedene Nebenräume, zum Beispiel für die Kinderbetreuung während der Gottesdienste, eingerichtet werden.

 Lange aufhalten will sich die Gemeinde, nachdem sie sich praktisch ein ganzes Jahr mit den schwierigen Kaufverhandlungen befassen musste, nicht mehr. „Wir haben für uns die Vision entworfen, bis Ende des Jahres den Kirchenraum und die Nebenräume nutzen zu können“, beschreibt der Pastor den ehrgeizigen Zeitplan.

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