Freie Bahn für den Kletterpark

Erstellt: 31. Dezember 2010, 00:00 Uhr
Freie Bahn für den Kletterpark In luftiger Höhe, aber im Klettergurt doppelt gesichert, können Besucher des Illinger Kletterparks bald ihre Koordination üben und Ängste überwinden. Archivfoto: Hansen

Gemeinde Illingen und Investoren unterzeichnen Kooperationsvertrag

Illingen. Schon Anfang Juni soll der Illinger Kletterwald an den Klosterseen Besucher locken. Gestern haben Bürgermeister Harald Eiberger und die Investoren, Martin und Stephan Coenen, einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, der den Weg frei macht für die neue Attraktion in dem Freizeitgebiet.

Von Frank Goertz

 Wie Bürgermeister Eiberger am Rande der Vertragsunterzeichnung betonte, sei die Idee für den Kletterwald im Rathaus geboren worden, und eine Machbarkeitsstudie habe dem Projekt eine gute Zukunft attestiert. Bei der Suche nach Investoren sei die Gemeinde dann auf Martin und Stephan Coenen aufmerksam geworden, die bereits einen Kletterwald in Lörrach betreiben und zudem fast ein Dutzend solcher Anlagen aufgebaut haben.

 „Der Kletterwald ist – bei einer für uns überschaubaren Investitionssumme – eine Einrichtung, von der die ganze Gemeinde profitiert“, unterstreicht Eiberger den wirtschaftlichen Nutzen für Gastronomie und Handel. Bevor die ersten Kletterer zwischen den Bäumen balancieren, seien aber noch Arbeiten an der Infrastruktur an den Klosterseen nötig. So müssen Wasser- und Abwasserleitungen verlegt, Parkplätze und Toiletten gebaut und die Zufahrt von der Kreisstraße zwischen Illingen und Schützingen ausgebaut werden. Die Gemeinde übernimmt die Materialkosten für Wasser- und Abwasserleitungen, die Aufweitung der Einfahrt und die Parkplätze. Insgesamt rechnet Bürgermeister Harald Eiberger mit 35 000 Euro. „Ein Großteil der Ausgaben kann durch die Pachteinnahmen wieder gedeckt werden“, rechnet Eiberger mit einer lohnenden Investition.

 Die Investoren für den Kletterwald tragen alle Tiefbaukosten und die Kosten für den Aufbau des Kletterwaldes samt der dazugehörigen Infrastruktur wie Toiletten und Kiosk. Sie werden voraussichtlich 300000 Euro in ihr Projekt stecken.
 Völlige Zustimmung zum Kletterwald kommt im Übrigen vom Enzkreis-Forstamt, dessen Leiter, Guido Wölfle, gestern erklärte, der Standort sei aus Sicht der Forstwirtschaft und des Naturschutzes ideal. Auch Ernst Maurer, Ehrenvorsitzender des Angelsportvereins, der an den Klosterseen beheimatet ist, begrüßt den Kletterwald. „Der Wald erfüllt doch auch für die Menschen eine Erholungsfunktion“, sieht Maurer im Fall des Kletterparks keinen Interessenskonflikt mit der Natur. Und das, obwohl vier große Seilrutschen den mittleren Klostersee überspannen und den Kletterpark bis in den Bereich des Waldspielplatzes ausdehnen. Dass die Fische dann nicht mehr beißen können, befürchtet Maurer nicht. „Für die Tierwelt ist das alles kein Problem. Die Tiere fressen schon, wenn sie Hunger haben“, sagt der passionierte Angler und Jäger.

 An etwa 80 bis 100 Übungen auf verschiedenen Parcours in einer Höhe zwischen zwei und neun Metern können bald Kletterer ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Risiko: gleich Null. „Wir benutzen eine Doppel-Karabiner-Sicherung, bei der es unmöglich ist, dass der Kletterer nicht fest mit dem Sicherungsseil verbunden ist“, sagt Martin Coenen. Auf extrem schwierige Übungen, wie etwa den Tarzan-Swing, bei dem auch geschickten Kletterern das Adrenalin in die Adern schießen kann und sie an psychische und physische Grenzen bringt, verzichtet der Illinger Kletterwald. Stattdessen bietet er auch einen Partnerparcours, bei denen die Übungen so gebaut sind, dass sie nur im Miteinander bewältigt werden können.

 „Unsere Parcours sind außerdem netz- und nicht linienartig aufgebaut“, erklärt Stephan Coenen. Das heißt: Wer sich einen kniffligen Abschnitt nicht zutraut, kann ihn ganz einfach umgehen. Für die ganz jungen „Kletteräffchen“ wird zudem im Bereich des Waldspielplatzes ein kostenloser Kids-Parcours aufgebaut. Und auch die großen Illinger dürfen sich über ein finanzielles Bonbon freuen. „Bürger und Schulen aus Illingen bekommen einen Rabatt von 20 Prozent für die Leihausrüstung, die Einweisung und die Benutzung des Kletterparks“, verspricht Martin Coenen.

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