Fördertopf für neuen Lärmschutzwall gesucht

Erstellt: 24. Dezember 2010, 00:00 Uhr
Fördertopf für neuen Lärmschutzwall gesucht Nicht nur Lastwagen brausen auf der B 10 dicht an Illingen vorbei. Foto: Franz

Gedankenspiele in Illingen – Erde gibt es zum Nulltarif

Illingen. Die Gemeinde Illingen prüft, ob sie einen Lärmschutzwall entlang der B 10, der die Wohngebiete vom Verkehrslärm abschirmt, finanzieren kann. Die Gelegenheit scheint günstig, weil das Erdmaterial frei Haus geliefert würde. Es stammt aus dem Ausbau der A8 zwischen Pforzheim-West und Karlsbad.

Von Frank Goertz

 Trotzdem gibt es den 1,2 Kilometer langen Lärmschutzwall zwischen dem Illinger Eck und der Einmündung der Vaihinger Straße in die B 10 nicht zum Nulltarif. Die Bau- und Nebenkosten schlagen mit 600000 Euro zu Buche. Und das in Zeiten, in denen in der Kasse völlige Ebbe herrscht. Deshalb hat der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss – Ja oder Nein zum Lärmschutzwall – noch einmal vertagt.

 Der Landtagsabgeordnete Winfried Scheuermann will noch einmal bei den Ministerien graben, ob er nicht doch noch einen Fördertopf findet, aus dem Zuschüsse fließen könnten. Und Bürgermeister Harald Eiberger soll mit Grundstückseigentümern reden, ob sie nicht auch einen Beitrag leisten könnten.

 „Wenn 600000 Euro komplett an uns hängen bleiben, fällt die Entscheidung zugunsten eines Lärmschutzwalls sicher viel schwerer, als wenn wir nicht die gesamte Summe der eigenen Kasse bezahlen müssen“, erklärte Winfried Scheuermann, warum er nicht jetzt noch kurzfristig vor Weihnachten einen richtungsweisenden Grundsatzbeschluss für einen Lärmschutzwall fällen wollte.

 In der Ratssitzung wurde gleichzeitig deutlich, dass es in punkto Lärmschutz noch viele Unwägbarkeiten gibt. Zudem hat ein aktuelles Gutachten ergeben, dass an keinem der untersuchten Gebäude die Grenzwerte für Lärmsanierungen erreicht werden. Auf der anderen Seite wäre ein Lärmschutzwall für das seit Jahren geplante Baugebiet an der Lerchenstraße nicht ausreichend. Hier müsste der drei Meter hohe Erdwall noch mit Lärmschutzwänden verstärkt werden. Außerdem merkte SPD-Sprecher Klaus Kluge an, dass der Lärmschutzwall für das Wohngebiet Hummelberg, das hoch über der B 10 liegt, überhaupt nichts bringe.

 Laut Winfried Scheuermann sei es zudem fraglich, ob die Autobahn zwischen Pforzheim und Karlsbad überhaupt im kommenden Jahr ausgebaut wird und sich somit tatsächlich die Möglichkeit ergibt, Erde zum Nulltarif zu bekommen.

 „Ich bin nicht bereit, jetzt einen Lärmschutzwall zu planen, nur weil irgendwo Dreck übrig ist, von dem noch nicht einmal klar ist, ob er überhaupt anfällt“, erklärte UBL-Sprecherin Ingeborg Beller, die auch noch nicht so recht an die kalkulierten 600000 Euro glauben wollte. „Wir haben das Geld vom kommenden Aufschwung doch schon ausgegeben“, machte Armin Pauli (Grüne) deutlich, dass die Kassenlage keine großen Sprünge zulässt. Und wenn, dann würde er bei den Themen Schule und Kindergarten mehr Bedarf sehen.

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