Flohmarkt trotz Parkplätzen

Erstellt: 15. Februar 2007, 00:00 Uhr
Flohmarkt trotz Parkplätzen Buntes Flohmarkttreiben. Foto: Archiv

Güterbahnhofsareal: Stadt Mühlacker möchte zwei Anliegen unter einen Hut bringen

Mühlacker – Die Fläche beim alten Güterbahnhof soll für Parker freigegeben werden. Darauf haben sich die Gemeinderatsmitglieder auf Antrag der CDU verständigt. Problem: Auf eben diesem Gelände findet regelmäßig ein beliebter, großer Flohmarkt statt. Die Stadt will nun beides – Parken und Markt – unter einen Hut bringen.

VON THOMAS SADLER

Darin, dass es sinnvoll sei, weitere Stellplätze in Bahnhofsnähe zu schaffen und dadurch Pendler zu veranlassen, mit dem Zug zu fahren und so die Umwelt zu schonen, herrschte im Gemeinderat Übereinstimmung.

 Indes: Auch 2007 möchte ein vierköpfiges Organisatorenteam der Familie Veil aus Dürrmenz und Mühlhausen auf der befestigten Fläche des Areals an 29 Tagen, 19 Samstagen und zehn Freitagen, einen Flohmarkt abhalten. Was im Übrigen nicht nur für die Ausrichter und die Kunden von Bedeutung ist, sondern auch für die Stadt, die dafür Einnahmen von rund 5800 Euro erwarten kann.

 Der nächste Markt ist für 9. und 10. März geplant. Aber jetzt könnte es zu Komplikationen kommen. Wenn freitagabends geparkt werde, befürchtete FW-Fraktionsvorsitzender Rolf Leo, bedeute dies womöglich das Ende des Flohmarkts. Doch eben dies soll nach Ansicht des Gemeinderats, trotz der festen Absicht, beim ehemaligen Güterbahnhof einen Parkplatz anzulegen, verhindert werden. „Der Flohmarkt ist gut besucht und erhaltenswert“, stellte SPD-Stadträtin Marga Kucher fest. Das Beste wäre, ein entsprechendes Schild aufzustellen, meinte LMU-Sprecher Klemens Köberle. Wenn dann doch mal ein Auto zu lange stehen bleibe, sei dies für den Flohmarkt kein Hinderungsgrund.

 Ähnlich schätzt der Mitveranstalter Willi Veil die Situation ein, der die Diskussion im Rathaus mitverfolgte. „Es dürfte doch kein Problem sein, ein Schild mit einem Parkverbot an den Flohmarkt-Samstagen aufzustellen“, meinte er gestern im Gespräch mit dem MT. Stünden freitags ein paar Fahrzeuge da, wäre dies nicht weiter schlimm. Auf jeden Fall müsse der Markt, der sowohl bei der einheimischen Bevölkerung als auch bei Auswärtigen gefragt ist, erhalten bleiben, ist er sich mit seinen Kollegen einig.
 Seit „vier oder fünf Jahren“ finde die Veranstaltung mit „40 bis 50, in der Spitze sogar mit rund 70 Ausstellern“ beim Bahnhof statt. Vorher standen die Stände auf dem Festplatz an der Lomersheimer Straße. Doch während der erste Standort wenig Zuspruch fand, habe sich der jetzige als erfolgreich erwiesen. „Der Flohmarkt hat sich schön etabliert und wird gut besucht“, so Veil. Die Beschicker kämen je zur Hälfte aus Mühlacker und seinen Stadtteilen sowie von auswärts, zum Beispiel aus den Bereichen Pforzheim und Ludwigsburg.

 Jetzt wird ein einvernehmlicher Weg aus dem Dilemma gesucht. „Wir wollen zusammen mit dem Veranstalter eine praktikable Lösung finden“, sagt Ordnungsamtsleiter Peter Laible. Dabei gilt es, einen Spagat zu schaffen: Einerseits im Interesse des öffentlichen Personennahverkehrs Bahnkunden das Parken ermöglichen und andererseits „den Markt nicht totmachen“.

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