Feuerwehr wagt dreifachen Testlauf

Erstellt: 28. September 2006, 00:00 Uhr
Feuerwehr wagt dreifachen Testlauf Brand-Szenario mit dichtem Rauch: Die Wiernsheimer Feuerwehr rettet Menschen aus der Lindenhalle. Fotos: Küppers

Großübung in Wiernsheim – Circa 60 Einsatzkräfte beteiligt – Übung und Realität eng beieinander

Wiernsheim – Dichter Rauch quoll am Dienstagabend aus mehreren Räumen der Wiernsheimer Lindenhalle. Es war höchste Zeit, dass die Feuerwehr eingriff. Im Rahmen einer Großübung rückten rund 60 Einsatzkräfte an.

VON RALPH KÜPPERS

Doch es gab noch mehr zu tun. In kurzen Abständen wurden die Feuerwehrleute und DRK-Helfer zu insgesamt drei Einsatzstellen gerufen. In der Wiernsheimer Adler-Brauerei war ein Unfall mit Kohlendioxid im Lagerkeller angenommen. An der Lindenstraße sollte es einen Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person geben und schließlich rauchte es immer noch aus der Lindenhalle.

 Dort wurden die meisten Kräfte gebunden, weil das Übungsobjekt sehr weitläufig war und zudem eine nicht bekannte Zahl von Verletzten zu retten war. Zwar fand ein vorgehender Trupp recht schnell einen Mimen, der den aufgeregten Hausmeister darstellte. Doch der verwirrte mit seinen Aussagen mehr, als dass er zur gezielten Suche beitrug – ein Szenario, das der Realität sehr nahe kam.

 Löschfahrzeuge aus den Abteilungen Wiernsheim, Serres und Iptingen wurden an den verschiedenen Halleneingängen aufgestellt, die Angriffstrupps mussten sich teils durch dichten Nebel auf verschiedenen Wegen ins Innere der Lindenhalle vorkämpfen.

 Eine Person wurde mit Hilfe einer Fluchthaube durch den Rauch ins Freie geführt, ein verunglückter Feuerwehrtrupp konnte ebenfalls gerettet werden. Lediglich die Suche nach zwei spielenden Kindern im schwer zugänglichen Dachbereich der Halle verlief erfolglos.

Führungsgruppe aus
Mühlacker hinzugezogen

Im Rahmen der Übung ging es Feuerwehrkommandant Roland Baral und seinen Leuten nicht darum, eine Wasserschlacht zu veranstalten. Vielmehr standen Personensuche und Kommunikation im Mittelpunkt des Interesses. Darum wurde auch eine Führungsgruppe aus Mühlacker hinzugezogen, die bei der Leitung der Großübung unterstützte und organisatorische Tätigkeiten im Hintergrund abwickelte, um den Wiernsheimer Führungskräften den Rücken frei zu halten.
 
 Die Übung zeigte, dass der Informationsaustausch zwischen den Abteilungen, der Führungsgruppe und der Einsatzleitung flüssiger ablaufen sollte.

 Die Pinacher Feuerwehrabteilung kam am Dienstagabend gar nicht bis zur Halle, sondern musste auf dem Weg dorthin bei einem gestellten Unfall tätig werden. Es galt, eine Person zunächst in ihrem stark beschädigten Auto zu versorgen und dann schonend aus dem Wrack zu befreien. Hierbei unterstützte die DRK-Bereitschaft Wiernsheim, außerdem kam die Feuerwehr Mühlacker mit dem Gerätewagen „Rüst“ zu Hilfe.

 Wie eng Übung und Realität beieinander liegen können, wurde kurze Zeit später deutlich. Als die Nachbesprechung der gemeinsamen Übung gerade erledigt war und die Helfer sich stärken wollten, mussten die Feuerwehrleute aus Mühlacker Hals über Kopf die Halle verlassen, um bei einem schweren Lkw-Unfall auf der B35 tätig zu werden (siehe Bericht in dieser Ausgabe).

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