Feuer macht Haus unbewohnbar

Erstellt: 31. Mai 2010, 00:00 Uhr
Feuer macht Haus unbewohnbar Auch ein Feuerwehrgroßaufgebot kann nicht verhindern, dass das Haus stark beschädigt wird.

Brand zerstört Dachstuhl eines mehrgeschossigen Gebäudes in Maulbronn – MT-Zustellerin bemerkt Qualm

Ein Schaden von mindestens 150000 Euro ist gestern Morgen bei einem Brand in einem Wohnhaus in Maulbronn entstanden. Dass keiner der Bewohner verletzt wurden, ist nicht zuletzt einer Zeitungszustellerin des Mühlacker Tagblatt zu verdanken.

Von Thomas Sadler und Volker Henkel

Maulbronn. Helene Christely war seit kurz nach 4 Uhr auf den Beinen, um den MT-Abonnenten ihre siebte Ausgabe, die Sonntag Aktuell, in den Briefkasten zu stecken. Gegen 6 Uhr, ihre Runde näherte sich dem Ende, erreichte sie die Wilhelmshöhe. Was sie dort sah, jagte ihr einen mächtigen Schrecken ein. „An einem Haus hat’s zum Giebel rausgeraucht“, berichtete die 70-jährige Austrägerin später.

 Die Frau reagierte geistesgegenwärtig: Sie läutete Sturm, um die Bewohner des Gebäudes zu wecken und zu warnen. Doch es erfolgte keine Reaktion. Daraufhin wandte sich Helene Christely an einen Nachbarn, der die Feuerwehr alarmierte und die Hausbewohner telefonisch zu erreichen versuchte. Doch niemand habe abgenommen. Erst etwas später seien eine 75-jährige Bewohnerin und ihr 20-jähriger Enkel auf die Straße gekommen. Der Sohn der Seniorin und seine Familie befanden sich am Sonntag noch im Urlaub.

 Der 20-Jährige, der eine Wohnung in Karlsruhe besitzt, hatte indes viel Glück im Unglück: Während er bei seinen Besuchen gewöhnlich unter dem ausgebauten Dach schläft, wo der Brand ausbrach, hatte er dieses Mal, angeblich weil es oben zu warm war, im Kellergeschoss übernachtet.

 Als die Feuerwehr eintraf, sah sie „eine massive Rauchentwicklung“, so der Klosterstädter Kommandant Martin Gerst. Bald darauf schlugen sichtbar Flammen aus dem Dachstuhl. Die Löschteams waren stundenlang im Einsatz. Das Aufgebot bildeten 60 Kräfte, darunter Wehrangehörige aus Maulbronn und seinen Stadtteilen, eine Verstärkung aus Knittlingen samt Drehleiter und Feuerwehrmänner aus Illingen. Doch sie alle konnten nicht verhindern, dass das Gebäude mit seinen zwei Etagen plus ausgebautem Dachgeschoss stark beschädigt wurde. Die Polizei beziffert den Schaden auf rund 150000 Euro. Doch der Gesamtschaden dürfte höher liegen, befürchtet Kommandant Gerst, schließlich sei ein großer Teil des Mobiliars zerstört. „Das Haus ist für Wochen nicht mehr bewohnbar.“ Neben der ausgebrannten Etage seien auch die Geschosse darunter stark in Mitleidenschaft gezogen worden – zum einen aufgrund von Ruß und zum anderen wegen des Löschwassers, das durch die nur „teilmassiven Decken“ bis in den Keller vorgedrungen sei.

 Die Ursache ist noch unklar; die Polizei ermittelt. „Wahrscheinlich war es ein technischer Grund“, vermutet Gerst. Die 75-jährige Bewohnerin sei zunächst bei Nachbarn unterkommen, sagt er. Für die kommenden Tage werde sich die Stadtverwaltung Maulbronn – Bürgermeister Andreas Felchle war selbst vor Ort – um eine Unterkunftsmöglichkeit für die betagte Frau, die am Sonntag vom DRK betreut wurde, und die verreiste Familie kümmern.

 Martin Rühle, Vorsitzender des Feuerwehrverbands Enzkreis und stellvertretender Kreisbrandmeister, monierte, der Brand hätte vielleicht früher bemerkt werden können, wenn das Gebäude mit Rauchmeldern ausgestattet gewesen wäre.

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