Fernduell gegen den Abstieg

Erstellt: 28. Mai 2010, 00:00 Uhr
Fernduell gegen den Abstieg Das direkte Duell gegen den SV Iptingen hat der SV Illingen (blau) vor knapp zwei Wochen gewonnen. Seither liegt Iptingen auf dem Relegationsplatz. Foto: Eigner

Kreisliga A3: Iptingen und Illingen in akuter Gefahr und mit ähnlichem Restprogramm

 SV Iptingen und SV Illingen liefern sich an den beiden letzten Spieltagen ein Fernduell um den Klassenerhalt, in dem auch andere Clubs noch mitmischen. Beide Vereine haben ein ähnliches Restprogramm: gegen ein Spitzenteam der Liga und gegen den Abstiegskandidaten FC Gündelbach.

Von Steffen-Michael Eigner

Illingen/Iptingen. Zunächst heißt die Konstellation SV Illingen gegen den Tabellendritten VfR Sersheim und SV Iptingen gegen den FC Gündelbach, der auf dem ersten direkten Abstiegsplatz liegt. Eine Woche darauf liegen die Dinge umgekehrt: Dann gastiert Illingen in Gündelbach, Iptingen muss zum FV Löchgau II.

 „Sersheim hatte in der Rückrunde einen Superlauf und kann noch die Aufstiegsrelegation erreichen. Das wird ganz schwer“, schaut Illingens Trainer Thomas Fritsch auf das Heimspiel seiner Mannschaft am kommenden Sonntag voraus. Auch mit Blick auf das letzte Saisonspiel gegen den Abstiegskandidaten FC Gündelbach sieht Fritsch keinen Grund, die Punkte schon sicher in der Tasche zu glauben. „Gündelbach hat sich zuletzt noch ganz gut aus der Affäre gezogen.“ Zwei knappe 3:4-Niederlagen gegen Phönix Lomersheim und den Tabellenzweiten VfL Gemmrigheim sowie ein 2:1-Auswärtssieg beim Tabellenachten Spvgg Bissingen sind die jüngsten Resultate der Gündelbacher, denen Fritsch deswegen auch zutraut, am Sonntag gegen den SV Iptingen zu punkten.

 Iptingen seinerseits bestreitet sein letztes Spiel beim Ligaprimus FV Löchgau II. Doch Fritsch warnt: „Löchgau steht schon als Meister fest. In so einem Spiel liegt man vielleicht plötzlich 0:1 hinten und hat dann nicht mehr die Motivation, das Ding zu drehen. Deshalb müssen wir erst einmal auf uns selbst schauen. Wir haben es in der eigenen Hand, und ich gehe davon aus, dass wir beide Spiele gewinnen müssen, um die Relegation zu vermeiden.“

 Immerhin stehen für den kommenden Sonntag fast alle Spieler parat. Lediglich Dominik Schmolck wird wegen seines Studiums fehlen. Doch die Reserve hat spielfrei, weswegen auch die Illinger Bank ausreichend bestückt sein wird. „An der Personaldecke wird es nicht scheitern“, sagt Fritsch. Ein besonderes Spiel wird die Partie am Eichwald für Marco Aprigliano werden, der in der vergangenen Saison noch für Illingen spielte, nun aber das Sersheimer Trikot trägt.

 In Iptingen grübelt derweil Alfred Eberle über die Aufstellung für das Heimspiel gegen Gündelbach. Michael Knödl und Julian Schreder fallen verletzt aus, ebenso Manuel Rivoir, dessen Landesliga-Erfahrung dem SV Iptingen schon seit Wochen fehlt. Obendrein ist Marc Binder im Urlaub. „Egal. Ich bin dennoch zuversichtlich“, sagt Eberle, „Der Rest der Truppe hat trotzdem allemal die Qualität, Gündelbach zu schlagen.“ Das wäre auch vonnöten, denn bei einer Niederlage droht Iptingen sogar noch der direkte Abstieg, sollte Gündelbach am letzten Spieltag auch Illingen schlagen und gleichzeitig Iptingen in Löchgau verlieren. Dann zöge Gündelbach in der Tabelle vermutlich an Iptingen vorbei, das aktuell noch den Relegationsplatz innehat. „Gündelbach wäre dann punktgleich und hat im Moment die um sechs Treffer schlechtere Tordifferenz. Aber wenn wir zweimal verlieren, und die zweimal gewinnen, sind die sechs Tore leicht aufgeholt“, rechnet Eberle vor.

Selbst der Tabellensiebte Wiernsheim ist noch nicht sicher

 Ob er dem Braten eine Woche später in Löchgau trauen soll, da ist sich Eberle noch nicht sicher. „Ist das ein Vorteil für uns, dass die schon als Meister feststehen? Das ist ganz schwer zu sagen. Die könnten deshalb natürlich frei aufspielen“, befürchtet Eberle, hofft aber zugleich: „Vielleicht aber gehen sie auch nicht mehr mit vollem Einsatz zu Werke.“

 Der Blick auf die Tabelle verrät unterdessen ungewöhnliches. Wenn es nämlich ganz dusselig läuft, könnte selbst der jetzt siebtplatzierte TSV Wiernsheim noch auf den Relegationsplatz abrutschen. Wiernsheim hat am kommenden Sonntag spielfrei, sechs Punkte Vorsprung auf Iptingen aber eine Tordifferenz von -10. Das letzte Spiel bestreitet die Mannschaft von Frank Scheible am 6. Juni gegen den sechstplatierten FSV 08 Bissingen. „Die Liga ist wahnsinnig ausgeglichen dieses Jahr“, stimmt Alfred Eberle zu. „Gerade deshalb tut jetzt das ein oder andere Unentschieden wie etwa in Sersheim und in Bissingen doppelt weh.“ Mit seinem Illinger Amtskollegen Thomas Fritsch ist er sich indes einig: „Den Relegationsplatz werden nach der Saison entweder Iptingen, Illingen oder Roßwag einnehmen“, sagen beide in etwa gleichlautend. Eine pikante Überraschung wäre, wenn es die Spvgg Besigheim noch erwischen würde. Der Bezirksliga-Absteiger hatte sich vor der Saison noch vollmundig selbst zum „Aufstiegskandidaten Nummer eins“ erklärt, um nach passablem Saisonstart allmählich bis auf Rang neun durchgereicht zu werden.

Weiterlesen

Flächenverbrauch kritisiert

Kontroverse Diskussionen im Planungsausschuss des Regionalverbandes Enzkreis/Pforzheim – Am Ende war die rund einstündige, teils hitzig geführte Diskussion – flapsig ausgedrückt – „für die Katz’“: Da zog Verbandsvorsitzender Heinz Hornberger… »