Faustballfest lockt mehr Fans denn je

Erstellt: 29. Juli 2012, 23:30 Uhr
Faustballfest lockt mehr Fans denn je Die Kleinvillarser haben nach einer kurzen Nach im Faustballturnier arg zu kämpfen.

Im Turnier ist die Mannschaft des TSV Kleinvillars nicht sehr weit gekommen, dennoch sind die Veranstalter mit dem Faustballfest zum 100-jährigen Bestehen rundum zufrieden. Weit mehr Besucher als in den vergangenen Jahren seien gekommen, so TSV Vorstandsmitglied Marco Glöckler.

Von Steffen-Michael Eigner

Knittlingen-Kleinvillars. Schätzungsweise 350 Zuschauer wollten das Turnier der Mannschaften ab Verbandsliga und höher sehen, in dem auch der TSV Kleinvillars antrat. Gleich das Lokalderby zum Auftakt gegen den TV Enzberg ging jedoch mit 14:16 verloren. „Das Spiel haben wir absolut verpennt“, nahmen die Kleinvillarser kein Blatt vor den Mund. Gleich zu Beginn der Partie war Enzberg um vier Punkte davon gezogen, erst gegen Ende der zweimal acht Minuten Spielzeit kamen die Gastgeber kurzzeitig bis auf einen Punkt heran. Doch der Ausgleich wollte nicht mehr gelingen.

Ein wenig schrieb das Kleinvillarser Team den unkonzentrierten Auftritt der überaus kurzen Nacht zu. „Bis heute morgen um 5 Uhr war die Barb noch gut besucht, und wir natürlich organisatorisch eingebunden“, erklärte Marco Glöckler. So verlor Kleinvillars auch das zweite Vorrundenspiel gegen den Verbandsligisten TV Karlsdorf und wurde nur Letzter seiner Dreiergruppe. Immerhin aber blieb per Relegation die Chance, noch ins Halbfinale einzuziehen. „Diesen Turniermodus praktizieren wir schon seit Jahren. So scheidet kein Team schon nach zwei Spielen aus“, erklärten die Kleinvillarser.

Ein Verband zu wenig:Faustball hat derzeitkeine Chance auf Olympia

Die Spieler des TV Enzberg verrieten wenig später, warum Faustball noch nicht olympisch ist. „Es gibt nur elf nationale Verbände auf der Welt“, so Gerd Goll. Zwölf Nationen wären jedoch das Minimum, damit sich das IOC überhaupt mit einem Antrag auf Aufnahme ins Olympia-Programm befassen würde. „Die vier stärksten Verbände sind Deutschland, Österreich, die Schweiz und Brasilien. Dahinter kommt lange nichts. Auch in Chile und Paraguay wird beispielsweise noch Faustball gespielt“, so Goll. „Deshalb kommt Faustball allenfalls im Fernsehen, wenn die World Games ausgetragen werden“, bestätigte Marco Glöckler. Bei diesen Weltspielen der nichtolympischen Sportarten ist Faustball mit dabei, das an die Spieler doch hohe Anforderungen hinsichtlich Technik und Athletik stellt. Entsprechend verschwitzt und außer Atem trotteten die Teams gestern nach ihren Matches vom Rasenspielfeld.

Begonnen hatte das Faustballfest zum Kleinvillarser Jubiläum bereits am Freitagabend mit einem Konzert der Rockgruppe „Besser“, zu dem mehr als 400 Fans kamen. Auch am Samstag war die Veranstaltung auf dem Kleinvillarser Waldsportplatz gut besucht, obwohl das Programm erst um 16 Uhr begann und nur ein sogenanntes „Gerümpelturnier“ ausgetragen wurde. Diesen Faustballwettbewerb, an dem sich ausschließlich Hobbyspieler beteiligten, gewann das Team „Bauwagen Freudenstein“ vor den „Fists of Doom“. Außerdem gab es eine vielfach beklatschte Kindervorführung des Zirkus Saluto sowie als buchstäblichen Kracher am späten Abend ein professionelles Feuerwerk. „Ich glaube, wir haben noch nie bei einem Faustballfest so viel Getränke verkauft wie dieses Jahr“, peilt Marco Glöckler über den Daumen.

Im Relegationsspiel unterlag Kleinvillars schließlich dem Zweiten der Nachbargruppe, das aus Bundesligaspielern zusammengewürfelte Team „Holo-Bolo“, und verpasste so das Halbfinale, das der Bundesligist und Turnierfavorit TV Öschelbronn sowie der TV Karlsdorf als Gruppensieger direkt erreicht hatten. Das Spiel um Platz fünf und sechs beendete die Heimmannschaft gegen den TV Heuchlingen jedoch siegreich. Bei Redaktionsschluss gestern Abend war das Turnier noch nicht beendet. Im Spiel um Platz drei standen sich der TV Enzberg und der TV Karlsdorf gegenüber. Im Endspiel trafen Holo-Bolo und Öschelbronn aufeinander. Die Resultate der Finalspiele werden nachgereicht.

Bereits am Sonntagvormittag ist das Faustballturnier der Mannschaften von Gauliga bis Landesliga ausgetragen worden, in dem sich schließlich Waibstadt vor Obergrombach durchgesetzt hat.

Am heutigen Montag klingt das Faustballfest zum TSV-Jubiläum aus. Von 12 Uhr an gibt es Mittagstisch am Waldsportplatz, anschließend ein Kinderfest bis 16 Uhr. Danach beschließt ein Freizeitturnier das Festwochenende. Die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen sind damit beinahe abgeschlossen. Lediglich ein Festakt in eher kleinem Rahmen mit geladenen Gästen sei noch geplant, so die Vereinsverantwortlichen. Er soll am 1. Oktober, dem Gründungstag des Vereins stattfinden.

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