Familien flüchten vor Straßenlärm

Erstellt: 30. Dezember 2011, 00:30 Uhr
Familien flüchten vor Straßenlärm Lastwagenlärm in der Lienzinger Ortsdurchfahrt geht Anwohnern auf die Nerven. Foto: Sadler

Mühlacker-Lienzingen. Viele Lienzinger leiden unter einem Dauerproblem: Lärm von Autos und Lastwagen, die auf der Bundesstraße 35 und auf der Ortsdurchfahrt des Mühlacker Stadtteils unterwegs sind. Jetzt hat sich Günter Bächle, CDU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat und selbst Lienzinger, des Themas abermals angenommen und sich mit einer Anfrage an die Stadtverwaltung gewandt.

Was die B35 angeht, so ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Zurzeit warte die Stadtverwaltung, so Oberbürgermeister Frank Schneider in seiner Antwort an Bächle, auf neue Daten zur Belastung der B35 bei Lienzingen. Erst wenn diese Zahlen vorliegen, sei klar, ob die zweite Stufe der Lärmkartierung nach der Richtlinie der Europäischen Union über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm, die 2002 in Kraft trat, auch auf diesen Streckenabschnitt anzuwenden ist. Eben diese zweite Stufe umfasst Hauptverkehrsstraßen mit einem durchschnittlichen täglichen Verkehr von mehr als 8200 Fahrzeugen. Auf der B35 waren bisher allerdings „nur“ 7923 Autos und Laster unterwegs. Indes stammt dieser Wert von der Verkehrszählung 2005. Um aktuellere Zahlen zu erhalten, wertet die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) jetzt die Ergebnisse der Verkehrszählung von 2010 aus. Bis Ende Juni 2012 müsse die LUBW die Lärmkartierung abgeschlossen haben – und dann wird auch klar sein, ob die Verkehrsbelastung auf der B35 bei Lienzingen auf mehr als die maßgeblichen 8200 Fahrzeuge pro Tag gestiegen ist. Falls ja und falls damit die zweite Stufe der Lärmkartierung greift, besteht nach Ansicht von Bächle Handlungsbedarf: „Dann wäre ein Maßnahmenkatalog auszuarbeiten und zum Beispiel die Verlängerung des Lärmschutzwalls zu erwägen.“

Ebenfalls unter der Verkehrsbelastung und dem damit verbundenen Getöse leiden die Anwohner der Ortsdurchfahrt. Inzwischen, so Bächle, sei schon die zweite Familie – sie wohnte an der Zaisersweiherstraße – entnervt weggezogen.

Dazu teilt OB Schneider mit: „Konkrete Maßnahmen für die Ortsdurchfahrt Lienzingen könnten im Rahmen eines Lärmaktionsplans untersucht und geprüft werden. Wie auch schon bei der ersten Stufe der Lärmkartierung kann der Gemeinderat die Aufnahme weiterer Straßen in die Lärmaktionsplanung beschließen.“

Sicherlich sei der Verkehr nicht aus der Ortsdurchfahrt, einer Landesstraße, zu verbannen, weiß Bächle, dem es um „eine Linderung“ des Problems geht. Um diese zu erreichen, sollten passive Lärmschutzmaßnahmen, sprich: der Einbau von Lärmschutzfenstern, vom Land bezuschusst werden. Außerdem, und dieser Punkt ist ihm besonders wichtig, könnte eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 40 den Krach mindern, glaubt er. Hierzu liegt, wie berichtet, bereits ein Beschluss des Gemeinderates vor, der die Stadtverwaltung aufgefordert hat, möglichst bald Tempo 40 in Lienzingen und Lomersheim anzuordnen und Schilder aufzustellen. Ob das Regierungspräsidium Karlsruhe damit einverstanden ist, muss sich dann zeigen. In anderen Städten und Gemeinden geht’s jedenfalls schon seit langem.

Weiterlesen
Günter Bächle: Gutes Gefühl

Günter Bächle: Gutes Gefühl

Bewerber um Kandidatur für die CDU bei der Landtagswahl haben sich Mitgliedern vorgestellt.Der parteiinterne Wahlkampf um die Nachfolge von Winfried Scheuermann als CDU-Landtagskandidat für den Enzkreis läuft auf Hochtouren. Der… »