Faire Schläge unter Partnern

Erstellt: 28. November 2011, 00:30 Uhr
Faire Schläge unter Partnern Melvin Beck vom Boxring Ötisheim (rotes Trikot) setzt sich mit Danil Nesametdinow auseinander. Foto: privat

Ötisheim (pm/eig). Bereits im vergangenen Jahr hatten die russischen Boxer zu einem Besuch in Ötisheim geweilt, nun folgten umgekehrt die Ötisheimer der Einladung, dort zu boxen. Der Flug führte sie nach einer Zwischenlandung in Moskau noch einmal 2000 Kilometer weiter gen Osten in den Ural nach Tscheljabinsk, eine Stadt mit etwas mehr als einer Million Einwohner.

An drei Tagen nacheinander stieg Melvin Beck dort in den Ring. Am Auftakttag war in der Früh zunächst das Wiegen der Teilnehmer angesagt, danach wurden die Kampfpaarungen für den Nachmittag ausgelost. Melvin traf auf Danil Nesametdinow aus Tscheljabinsk (Jahrgang 1998, acht Kämpfe, fünf Siege). Der Russe präsentierte sich viel beweglicher und physisch etwas stärker. Dennoch gelang es Melvin Beck, seinen Kontrahenten auf Distanz zu halten und so nicht in den Schlagabtausch zu geraten. „Frühes Angreifen hat den Gegner oft aus seinem Konzept gebracht. Mit den einzelnen Aktionen konnte Melvin saubere Treffer landen“, schilderten die Ötisheimer Trainer. In der letzten Runde schraubte Nesametdinow das Tempo hoch und übernahm des Öfteren die Initiative. „Nach drei Runden sah der Kampf sehr ausgeglichen aus, beide Kämpfer hätten auch den Sieg verdient gehabt“, fanden die Ötisheimer. Die Jury aber wertete zu Gunsten Becks.

Tags darauf traf Melvin auf Jurij Kowaltschuk, einen Boxer aus Korkino (Jahrgang 1999, vier Kämpfe, drei Siege). Dieser startete sehr agressiv in den Kampf. Durch das ununterbrochenes Schlagen im Vorwärtsmarsch fiehl es Melvin Beck sehr schwer, sein eigenes Konzept zu entfalten. Allerdings konnte sein Gegner dieses Tempo nicht bis zum Ende der Runde durchhalten. Einen Beitrag dazu leisteten auch zahlreiche Körpertreffer, die Kowaltschuk vom Ötisheimer einstecken müsste. Am Ende der ersten Runde fand Melvin Beck die richtige Distanz und schaffte es, die Angriffe rechtzeitig zu erkennen. Mit kurzen Schritten zur Seite ließ er den Gegner in der zweiten und dritten Runde immer wieder ins Leere laufen, konterte anschließend mit kurzen Serien und feierte letztlich einen souveränen Sieg.

Im letzten Kampf traf Melvin dritten Tag auf einen weiteren Kämpfer aus Korkino: Artjom Fletscher (Jahrgang 1999, fünf Kämpfe, vier Siege). Diesmal wurde eine andere Taktik gegen den Boxer aus Deutschland gewählt. Frühes Angreifen aus der Distanz mit kurzen Serien und sofortige Distanztrennung führten dazu, dass Beck eine Weile brauchte, um in den Kampf zu finden. Erst in der zweiten Runde übernahm er die Initiative und schaffte es, seinen Gegner aus dem Konzept zu bringen. In Runde drei gaben beide Kämpfer nochmals ihr Bestes, wobei Melvin mehr klare Treffer setzte und somit den dritten Sieg im dritten Kampf bei diesem Turnier erreichte.

„Wertvoller Erfahrungsaustausch für die Boxer aus beiden Ländern“

Als noch wichtiger als den sportlichen Erfolg erachtet Jörg Fichtner, der Vorsitzende des Boxrings Ötisheim, einen weiteren Aspekt: „Die Teilnahme an diesem Turnier brachte nicht nur erhöhte Aufmerksamkeit, sondern auch positive Resonanz von allen Seiten“, bedankt sich Fichtner beim Partnerverein in Russland und streicht heraus. „Die Zusammenarbeit mit dem Boxclub Santa aus Tscheljabinsk führt zu einem wertvollen Erfahrungsaustausch für die Boxer aus beiden Ländern. Wir hoffen, dass auch russische Boxer bei unserem Turnier teilnehmen werden und mit ihrem Kampfstil eine willkommene und abwechslungsreiche Alternative des Boxkampfes zeigen.“

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