Erwärmendes für Herz und Magen

Erstellt: 29. November 2007, 00:00 Uhr
Erwärmendes für Herz und Magen Dekoratives für die Vorweihnachtszeit und Adventskränze ziehen die Blicke der Besucher auf sich. Foto: Tilo Keller

Mühlacker Weihnachtsmarkt zum Start gut besucht – Winterliche Temperaturen sorgen für passende Atmosphäre

Weihnachten, das weiß die kleine Ronja schon, obwohl sie gerade erst in den Kindergarten gekommen ist, lässt nicht mehr lange auf sich warten. Und dann soll unter dem Baum doch bitte der ersehnte rosafarbene Hund liegen. Der Mühlacker Weihnachtsmarkt mit seinen vielen bunten Ständen und funkelnden Lichtern – nicht zuletzt mit dem Karussell-Pferdchen in der aktuellen Lieblingsfarbe – hat Ronja gestern die Zeit bis zum Heiligen Abend verkürzt. Doch der von den Initiatoren Manfred Fisch, Martina und Frank Veit erstmals auf fünf Tage ausgedehnte Budenzauber erfülle nicht allein diesen Zweck, sondern wirke darüber hinaus positiv auf die Stadt, betonte OB-Stellvertreterin Erika Gerlach auf der Bühne am Kelterplatz. „Dieser Markt gibt uns die Gelegenheit, das Wir-Gefühl zu stärken“, formulierte sie ihre Erwartung an das Ereignis, das ihr seit jeher sehr am Herzen liege.

 Lange vor der offiziellen Eröffnung am Nachmittag hatten die Marktbeschicker damit begonnen, Süßwaren, Kerzen, Kränze, Gebäck, selbst gemachte Marmelade, Schmuck und vieles mehr an den Mann und die Frau zu bringen. „Der Weihnachtsmarkt wird sehr gut angenommen – und das an einem Mittwoch“, ordnete die Mühlacker Wirtschaftsbeauftragte den Start als gelungen ein. Das Angebot sei vielfältig und biete für jeden Geschmack etwas, lobte sie, weswegen sich auch ihre Taschen mit Weihnachtseinkäufen gefüllt hätten.

 „Es läuft prima“, bestätigte Ruth Böhringer am Stand der Großglattbacher Landfrauen. Besonders das Weihnachtsgebäck, das Früchtebrot und die Marmelade hätten sich bereits in den ersten Stunden als Renner erwiesen. Ähnliche Vorlieben legten auch die Kunden am Stand der Mühlacker Schillerschule an den Tag. Dort boten Jungen und Mädchen verschiedener Jahrgangsstufen ganz handfeste Unterrichtsergebnisse an.
 „Das Geld kommt in die jeweiligen Klassenkassen“, erwärmte sich Siebtklässlerin Jasmin an diesen Aussichten. Wenige Meter entfernt erfüllten denselben Zweck warme Speisen und Getränke – etwa jene, die im Restaurant „Scharfes Eck“ zubereitet und auf dem Weihnachtsmarkt verkauft wurden. „Gerade jetzt, wenn es Abend wird, steht unser Sauerkirsch-Glühwein hoch im Kurs“, berichtete Ilse Greiner-Frommherz. Die fünfjährige Sophie allerdings bestellte sich lieber einen heißen Tee. Fürs richtige Drehmoment wählte sie das Karussell nebenan. „Uns gefällt’s hier“, fasste ihre Mutter Susanne Sailer die ersten Eindrücke zusammen. Erst vor einem Jahr sei die Familie nach Mühlacker gezogen – und der Weihnachtsmarkt stehe der Stadt gut zu Gesicht.
 Dass es diesen nach der Pause im Jahr 2005 nun wieder gibt, ist den privaten Initiatoren zu verdanken. „Ohne Menschen, die so viel Herzblut investieren wie Manfred Fisch und das Ehepaar Veit, wäre das alles hier nicht möglich“, unterstrich Erika Gerlach. „Das Wetter stimmt, und den Rest kriegen wir auch hin“, zeigte sich Frank Veit optimistisch, dass der Erfolg den Aufwand lohnen würde. Die zeitraubende Arbeit hatte unter anderem darin bestanden, ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für die fünf Markttage zusammenzustellen.

 Auf die Bühne taten gestern zunächst die „Tönchen“ der MGV-Chöre. Der Kinderchor begrüßte singenderweise die Jungen und Mädchen, die aus verschiedenen Richtungen mit ihren Laternen auf den Kelterplatz strömten. Den vier angemeldeten Kindergartengruppen und zwei Schulklassen hatten sich weitere Kinder mit ihren Eltern und Großeltern angeschlossen.

 Diese trafen – wie Ronja und ihre Großmutter Frida Neuwirth – teilweise schon etwas früher ein und nutzten die Gelegenheit zu einem Rundgang über den Markt. Beim Anblick der vielen bunten Bastelarbeiten ist Ronja sicher nicht auf den Hund, aber vielleicht auf noch ganz andere Wünsche gekommen.

Carolin Becker

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