Erst einen Schritt vor, dann einen Schritt zurück

Erstellt: 24. Oktober 2006, 00:00 Uhr
Erst einen Schritt vor, dann einen Schritt zurück Gegen die Lausitzer Füchse fahren die Steelers (r.) noch einen Sieg ein. Foto: Simecek

Steelers kommen mit einem Sieg und einer Niederlage aus dem Wochenende – Derbe Auswärtsschlappe gegen die Kassel Huskies:

Licht und Schatten lagen am Wochenende bei Eishockey-Zweitligist SC Bietigheim-Bissingen eng beieinander. Dem locker-leichten 7:2-Heimsieg gegen Schlusslicht Lausitzer Füchse folgte eine derbe 1:6-Auswärtsschlappe bei Tabellenführer Kassel Huskies.

VON JAN SIMECEK

„Die Mannschaftsleistung hat heute auch in der Tiefe gestimmt. Ich bin sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie wir heute gespielt haben. Das war ein positiver Schritt in die Zukunft“, hatte Trainer Uli Liebsch sein Team noch am Freitagabend gelobt. Spätestens nach dem etwas glücklichen Ausgleich der Kassel Huskies durch einen abgefälschten Schuss waren die Tugenden, die die Steelers gegen die Lausitzer Füchse noch ausgezeichnet hatten, anscheinend verflogen. Zumindest die Sicherheit, mit der die Bietigheimer am Freitag noch den Sieg nach Hause gebracht hatten, war völlig dahin. Dabei hatte die Partie so positiv begonnen. Wie schon vor wenigen Wochen in Bremerhaven waren die Bietigheimer Kufencracks früh in Führung gegangen. Matthias Wittmann hatte nach einem Schlagschuss von Dirk Wrobel nach vier Minuten sein erstes Saisontor erzielt. Durch eine doppelte Überzahl fand dann Kassel wieder ins Spiel zurück, ohne jedoch gleich ein Tor zu erzielen. Dies gelang Daniel Rau erst knapp sieben Minuten vor Drittelende.

 Dann halfen die Steelers kräftig nach, dem Spiel endgültig eine Wende zu geben. Beim 1:2 rutschte die Scheibe bei eigenem Überzahlspiel an der blauen Linie durch Ryan Kraft nutzte den Fehler zur Führung (15.). Noch vor Drittelende baute Drew Bannister die Führung sogar noch aus.

 Spätestens als die Steelers Ende des ersten und zu Beginn des zweiten Drittels eine rund einminütige doppelte Überzahl ungenutzt ließen und Kassel wenig später durch Sven Gerbig (25.) auf 4:1 erhöhte, war dann die Partie endgültig gelaufen. Sven Valenti erhöhte nach 35 Minuten noch auf 5:1. Im Schlussdrittel nahmen dann beide Teams Gas raus. Kassel kam dennoch durch Ex-Nationalspieler Wayne Hynes noch zum 6:1 (44.).

 Weder von denen, die bislang schon als Leistungsträger aufgetreten waren, noch von denen, die Trainer Uli Liebsch als Führungsspieler sieht, war in Kassel allzu viel zu sehen. Dabei hatte Liebsch dem ex-Düsseldorfer Florian Jung am Freitag noch bescheinigt, dass bei ihm nun wohl endgültig der Knoten geplatzt sei. Jung erzielte gegen die Füchse aus der Lausitz zwei sehenswerte Treffer und hatte viele weitere gute Szenen. In Kassel schien der Knoten aber wieder vorhanden. Und auch von den anderen beiden Doppeltorschützen aus dem Freitagsspiel – Alexandre Jacques und David Gosselin – war in Nordhessen nicht mehr viel zu sehen.

 Dan Bjornlie, der gegen den Tabellenletzten noch an drei Treffern beteiligt war, stand in Kassel erst gar nicht auf dem Eis. Für ihn spielte Chad Allan. Nicht nur Uli Liebsch hatte gegen die Lausitzer Füchse an einen Durchbruch geglaubt. Im Forum auf der Vereins-Internetseite hatten einige Fans gar von einer Auferstehung gesprochen. Anscheinend ließen sich aber Fans und Mannschaft von den vielen gelungenen und schön anzuschauenden Spielzügen gegen die blau-gelben Füchse blenden. Deren Trainer Fred Caroll hatte seinem Team nämlich bescheinigt, dass es total überfordert war. Spätestens hier hätte man vielleicht gewarnt sein sollen. Dass die Bietigheimer flüssiges und erfolgreiches Kombinationseishockey spielen können, war aber erstmals in der laufenden Saison zu sehen. Nur die Psyche der Spieler scheint noch lange nicht stabil.

 Hier hat Uli Liebsch in den kommenden Wochen noch viel Arbeit vor sich. Und wenn es nach Assistant-Captain Terry Campbell geht, ist es sowieso nur wichtig, was ganz am Ende auf der Habenseite steht. „Wenn wir am Anfang der Saison unser ganzes Pulver verschießen, brechen wir vielleicht in den Play-offs ein und fliegen wieder früh raus. So haben wir aber noch Luft nach oben, um uns zu steigern“, hatte er unter der Woche beim Fanforum gesagt.

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