Ernstfall ist noch nicht eingetreten

Erstellt: 30. Juli 2008, 00:00 Uhr
Ernstfall ist noch nicht eingetreten Die ersten Fahrbahnverengungen sind eingerichtet, aber die Bagger rücken wohl erst in ein paar Tagen an. Foto: Kollros

Umleitungsverkehr durch Autobahnsanierung löst noch keine gravierenden Folgen für Kommunen aus.

Enzkreis – Offenbar noch keine gravierenden Verkehrsauswirkungen hat auf den Umleitungsstrecken die am Montag begonnene Vollsperrung der Autobahn-Anschlussstellen bei Pforzheim ausgelöst. „Aber man bemerkt den Zusatzverkehr schon“, so der Ölbronn-Dürrner Bürgermeister Norbert Holme.

VON NORBERT KOLLROS

An seinem Dienstsitz in Dürrn ist Holme gewissermaßen Augen- und Ohrenzeuge zugleich, steht sein Rathaus doch direkt an der Umleitungsstrecke von Mühlacker über Ötisheim und Dürrn zur Bundesstraße 294 im Norden von Pforzheim. Der Bürgermeister hat tatsächlich auch schon einige Anrufe erhalten, schließt daraus also, dass die Anwohner an der Durchgangsstraße den zusätzlichen Verkehr schon spüren.

 Verkehrsordnende Maßnahmen, etwa ein Parkverbot an der Hauptstraße, an der auch die Grundschule liegt, habe man auf örtlicher Ebene im Vorfeld nicht angeordnet. Jedes Hindernis reduziere die Geschwindigkeit, was zur Sicherheit der Fußgänger beitrage. Sollten freilich in den nächsten Wochen „unerträgliche Zustände“ eintreten, werde er sich „schon zu Wort melden“, kündigte Holme am Tag eins der auf bis zu vier Monaten befristeten Sondersituation in Straßenverkehr an.

 In Mühlacker sind schon seit dem Wochenende die Beschilderungen unmissverständlich: Beim Fahrbahnteiler an der Einmündung der Hindenburg- in die Stuttgarter Straße wird der aus Richtung Illingen kommende Verkehr mit Ziel Autobahn plakativ aufgefordert: Richtung Stuttgart links ab in die Enzstraße und dann über Wiernsheim und Wurmberg nach Pforzheim-Süd; der Zielverkehr Richtung Karlsruhe wird später an der Abzweigung Ötisheimer Straße abgeleitet, um über Corres und Dürrn und die B294 nach Pforzheim-Nord zu gelangen.

 In Pforzheim stehen dem üblicherweise auf die Anschlussstelle Ost fixierten Verkehr zwei Richtungsalternativen zur Auswahl, eben die Anschlussstellen Nord und Süd. Laut Stadt-Pressesprecher Michael Strohmayer wird innerstädtisch der Verkehr in Richtung Stuttgart zur Wurmberger Straße gelenkt, jener in Richtung Karlsruhe zur Hohenäckerstraße. Und so wird die neue Buckenbergauffahrt in den nächsten Monaten verstärkt den Status des Autobahnzubringers einnehmen. Zumindest am ersten Tag lief es laut Strohmayer „ohne Komplikationen“. Das sei auch der Eindruck, den die Verkehrspolizei in der Stadt und dem Enzkreis gewann, wie Pressesprecher Jürgen Schroth bestätigte.

 In dieses Bild passt denn auch die Rückmeldung von Wurmbergs Schultes Helmut Sickmüller, der „keine Auffälligkeiten“ vermeldete. Demgegenüber habe seine Gemeinde in der Vergangenheit schon „schlimmere Verhältnisse“ zu meistern gehabt. Solche Szenarien befürchtet Sickmüller für den kritischen Fall, wenn es aufgrund einer Autobahn-Vollsperrung zu einer Ausleitung des kompletten Verkehrs kommt.

 Am meisten betroffen von einer Sperrung zwischen Pforzheim-Nord und -Süd/Wurmberg wäre dann ohne Frage die Stadt Pforzheim, wo sich der Verkehr von der Bauschlotter Platte oder auch schon der Wilferdinger Höhe zum Buckenberg beziehungsweise umgekehrt seinen Weg durchs Enztal suchen müsste.

 Indes: Die Situation am ersten Tag der Vorbereitungen für den Straßenbau und auch gestern entsprach noch nicht ganz dem „Ernstfall“, was deshalb auch nur für eine mäßige Auslastung der Umleitungsstrecken gesorgt haben mag. Die Straßenbauer waren in der Nacht zum Montag angerückt, um zunächst auf der Richtungsfahrbahn Karlsruhe die Fahrspuren für die Baustellen-Situation zu markieren und die Vorkehrungen für die Fahrbahnverschwenkungen zu treffen. Deshalb war zunächst lediglich die auf dieser Fahrbahn gelegene Anschlussstelle für Zu- und Abfahrt gesperrt. Auch gestern war die Abfahrt aus Richtung Karlsruhe bei Pforzheim-Ost für den Verkehr noch geöffnet. Bis tatsächlich die Bagger anrücken und sich in den Untergrund graben, wird es sicherlich nächste Woche werden, schätzt Uwe Herzel, Sprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe. Zuerst muss nämlich der Baustellenbereich komplett ummarkiert und abgegrenzt sein – zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer wie auch nachher der Bauarbeiter.

 Wie berichtet, muss acht bis zehn Jahre vor ihrem Vollausbau die Autobahn in der Enztal-Querung auf 5,8 Kilometer Länge nochmals von Grund auf saniert werden. Dabei wird eine Fahrspur in Richtung Stuttgart auf die Gegenfahrbahn verlegt. Gleichzeitig würden beidseitig die Auffahrtsrampen erneuert, was deren Sperrung unumgänglich macht, so Herzel. 2009 folgt die Erneuerung der Richtungsfahrbahn Karlsruhe. Insgesamt stellt das Land für die „Sanierung vor dem Ausbau“ nochmals 4,5 Millionen Euro bereit.

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