Enzberger trauen dem Frieden nicht

Erstellt: 31. August 2012, 23:30 Uhr
Enzberger trauen dem Frieden nicht Der Steinbruch Enzberg reicht jetzt schon recht nah an die Wohnbebauung heran. Eine Erweiterung lehnen Bürger kategorisch ab. Foto: Kollros

Von Eva Filitz

Mühlacker-Enzberg. Obwohl der Regionalverband nach Alternativstandorten suchen will, sind die Enzberger misstrauisch, ob der Steinbruch am Ende nicht doch noch gegen ihren Willen erweitert wird. Um dies zu verhindern, haben sich am Donnerstagabend 60 Bürger im Naturfreundehaus getroffen, um über die aktuelle Lage und mögliche Entwicklungen in Sachen Steinbruch zu diskutieren. Vor allem die Bewohner der Neubaugebiete Schreineräcker und Spitzäcker, Sengacher Einwohner und Anlieger der Kieselbronner Straße lehnen eine erneute Erweiterung des Steinbruchs ab.

Dass die Erweiterungspläne vorerst einmal zurückgestellt sind, beruhigt die Steinbruchgegner in Enzberg nicht wirklich. Eine „Enzberger Liste“ mit 134 Unterschriften und drei Einsprüchen von Privatpersonen gegen die Ausweitung des Steinbruches bis auf 550 Meter an den Ortsrand von Sengach lagen im Juli während der Versammlung des Regionalverbands Nordschwarzwald vor. Eine Enzberger Delegation saß während der Sitzung in den Zuhörerreihen. Das Zugeständnis, aufgrund der Einsprüche nach Alternativstandorten zu suchen, wurde zunächst als positiv begrüßt. Jedoch die abschließende Äußerung des Verbandsvorsitzenden Heinz Hornberger „Noch ist nicht aller Tage Abend“ ließ bei Enzbergern die Alarmglocken schrillen. Schließlich sind sie in Sachen Steinbruch ein vielfach gebranntes Kind. „Seit 1970, als die Räte der damals noch selbstständigen Gemeinde mit rechtskräftigem Beschluss eine Ausdehnung des Steinbruches abgelehnt hatten, mussten wir wiederholt erfahren, wie wenig verlässlich behördliche Zusicherungen sein können“, argumentieren die Gegner einer Steinbrucherweiterung. Der Steinbruch sei mehrfach erweitert worden. Aber jetzt sollte damit endgültig Schluss sein.

Aus der Mitte der Teilnehmer des Treffens im Naturfreundehaus hat sich ein Gremium aus zwölf Bürgern gebildet, paritätisch besetzt mit Vertretern vom Sengach, den Neubaugebieten und der Kieselbronner Straße. Zunächst sollen einmal die Grundlagen geschaffen werden, in welcher Form die Meinungen und Ansprüche zu bündeln und zu formulieren sind. Arbeitsgruppen, Ansprechpartner und deren Kompetenzen werden festgelegt.

Diese Zusammenkunft war gedacht als Anfang einer Solidargemeinschaft, deren Mitglieder ein gemeinsames Ziel verfolgen: der Zerstörung der Landschaft Einhalt gebieten und die Natur vor der Haustür als Naherholungsgebiet auch für die nachfolgende Generation erhalten. Die Proteste gegen Erschütterungen durch Sprengungen mit zahlreichen Rissbildungen an Häusern, Staubentwicklung, Lkw-Lärm werden damit jedoch nicht ad acta gelegt.

Warum in Mönsheim der dortige Steinbruch nicht erweitert wird, damit ein Gewerbegebiet sich ausdehnen kann, alle Einwendungen der Enzberger Bürger, die „nur“ ihre Lebensqualität gesichert sehen wollen, hingegen als „nicht relevant“ eingestuft werden, ist für die Enzberger nicht nachvollziehbar. Diese Haltung sei menschenverachtend, lautete sogar ein Kommentar aus der Runde, die sich womöglich bald im Rahmen einer Bürgerinitiative organisiert.

Weiterlesen
Das kann man sich öfter ansehen

Das kann man sich öfter ansehen

Publikum ist von der Darbietung von Phönix Lomersheim im Stadtpokal-Finale begeistert – Auch Gegner Enzberg zollt Respekt Mit einer ganz starken Vorstellung im Finale hat Phönix Lomersheim seinen Stadtpokal-Titel erfolgreich… »