Eltern kritisieren neue Spielplatz-Regeln

Erstellt: 26. Juni 2009, 00:00 Uhr
Eltern kritisieren neue Spielplatz-Regeln Einige Eltern im Neubaugebiet Billenbacher Äcker meinen, dass diese Hinweise den Spielraum ihrer Kinder unnötig begrenzen. Foto: Fotomoment

Maulbronner Stadtverwaltung schränkt Nutzung von Spielareal im Schleifhäusleweg ein und löst damit großen Unmut aus

Der Spielplatz am Schleifhäusleweg in Maulbronn ist bisher ohne feste Regeln ausgekommen. Das ist jetzt anders: Die Stadt hat Schilder aufstellen lassen, an denen sich ein Großteil der Bewohner des Neubaugebiets stört.

Von Maik Disselhoff

 Maulbronn. Ein Spielplatz ist zum Toben und Spielen da. In diesem Punkt stimmen die Eltern aus dem Wohngebiet Billensbacher Äcker mit der Maulbronner Stadtverwaltung überein. Doch an den neuen Schildern, die der Bauhof der Stadt kürzlich auf dem Spielplatz aufgestellt hat, scheiden sich die Geister. Einige Maulbronner nutzten die öffentliche Gemeinderatssitzung am Mittwochabend dazu, ihren Unmut über die Hinweisschilder deutlich zum Ausdruck zu bringen. Holger Stracke, Sprecher der Eltern, stellte die Frage: „Warum müssen die Schilder sein?“ Der Spielplatz sei das Herz des Neubaugebiets. Die Kinder lernten dort Sozialkompetenz und Konfliktlösung. Die Nutzung des beliebten Spielareals werde durch die Schilder eingeschränkt. Das sei nicht im Sinne des Großteils derjenigen, die im Neubaugebiet lebten, betonte Stracke.

 Die neuen Hinweise legen fest, dass der Spielplatz nur noch von Kindern bis zum Alter von zwölf Jahren genutzt werden darf. Außerdem gilt nun eine feste Nutzungszeit von 8 bis 20 Uhr.

 Bürgermeister Andreas Felchle sagte, dass Spielplätze wichtig seien. „Da sind wir uns völlig einig.“ Und bisher sei man auch ohne Schilder ausgekommen, nach dem Motto, wo kein Kläger, da kein Richter. Doch die Stadtverwaltung sah sich aufgrund von Beschwerden dazu gezwungen, jetzt zu handeln. „Es sind auf einigen Spielplätzen unserer Stadt Dinge vorgefallen, die zu weit gehen. Und nicht alle denken in der Sache wie Sie“, machte er den Eltern klar. Offenbar haben sich Bewohner über Lärm beschwert. Außerdem könne es nicht sein, so Felchle, dass der Spielplatz als Bolzplatz missbraucht werde. „Wer kicken will, der muss 250 Meter weiter zum Wald gehen, wo sich ein Bolzplatz befindet.“ Dies ist ein Punkt, der auch den Fraktionschef der Bürgerlichen Wählervereinigung (BWV) auf die Palme bringt. „Es war höchste Zeit für die Schilder“, sagte Albert Kärcher, der als Polizist in Maulbronn arbeitet. Er habe beobachtet, so der BWV-Chef, dass Größere auf dem Spielplatz mit dem Lederball gekickt hätten. Das könne man nicht so einfach laufen lassen, denn das sei für kleinere Kinder sehr gefährlich. Felchle erklärte, dass die zeitliche Festlegung in der Sache einen Haken haben könnte. Denn nach den übergeordneten rechtlichen Regelungen für Spielplätze könne auch eine Nutzung bis 22 Uhr festgeschrieben werden. Doch vorerst will die Verwaltung die Schilder so belassen, wie sie sind.

 „Wir beobachten das Ganze in der Hoffnung, dass sich alle an die Vorgaben halten“, sagte der Bürgermeister und merkte an, dass jedoch keine allzu strenge Kontrolle durchgeführt werde. Trotz dieser pragmatischen Herangehensweise warnte der Schultes: „Die Vorgaben jedoch völlig zu negieren, das geht schief.“

 Holger Stracke unterstrich am Ende der Debatte noch einmal, dass fast das ganze Neubaugebiet gegen die Einschränkungen sei. Doch mit dem Ansatz des Bürgermeisters, „die Sache jetzt erst einmal pragmatisch laufen zu lassen“, könnten die Eltern leben. „Ansonsten versuchen wir, eine Ausnahmegenehmigung für den Spielplatz zu beantragen“, kündigte der Maulbronner vorsorglich an.

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