Elektromobilität weckt Neugier

Erstellt: 22. Juli 2012, 23:30 Uhr
Elektromobilität weckt Neugier Für Elektromobilität auf unseren Straßen werben MSC-Vorsitzender Thomas Knapp (re.) und sein Schatzmeister Walter Franz sowie Autohändler mit elektrobetriebenen Fahrzeugen.Foto: Kollros

Mühlacker. Das wär doch was: In einem Straßenlokal in der Bahnhofstraße sitzen und die vorbeifahrenden Autos gar nicht wahrnehmen, weil ihre Geräuschkulisse gen null tendiert. Beim Aktionstag des Motorsportclubs Mühlacker am Samstag konnten solche Gedanken durchgespielt werden: Im Fokus standen elektrobetriebene Fahrzeuge.

Thomas Knapp, Vorsitzender des MSC und Energie-Experte, ist erklärter Anhänger der Elektromobilität. Und im Fuhrpark seiner Firma Unomondo Besitzer zweier Fahrzeuge, die an der Steckdose „betankt“ werden. Aus der Überzeugung heraus, dass dieser Form der Mobilität im Straßenverkehr die Zukunft gehört, organisierte er mit Mitstreitern seines Vereins diese kleine „e-mobil-Messe“.

Unterstützung für seine Idee fand er schnell bei Autohändlern aus der Region, die Fahrzeuge mit Elektroantrieb in ihrem Lieferprogramm haben. So waren die Marken Citroën, Nissan, Opel, Renault und Smart vertreten sowie, „außer Konkurrenz“, der Prototyp eines Porsche Boxsters. Zudem stellte ein Zweirad-Händler Fahrräder mit elektrounterstütztem Antrieb vor und die Stadtwerke Mühlacker ihren City-Flitzer „Tezzaro“.

„Wir wollen all jene Bevölkerungsschichten ansprechen, die sich ernsthaft Gedanken machen über das Fortbewegungsmittel der Zukunft“, so Thomas Knapp.„Für sie soll erlebbar werden, was Elektromobilität überhaupt bedeutet, und wie sie funktioniert.“ So waren alle Autohändler angetreten, den Interessenten auch Probefahrten zu ermöglichen, wovon reichlich Gebrauch gemacht wurde. Es war in der Tat selten, dass mal zufällig alle ausgestellten Fahrzeuge gleichzeitig auf dem Platz standen.

Wer freilich das Porsche-Feeling mit Elektromotor und ohne dröhnende Auspuffgeräusche erleben wollte, musste auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Der Ingenieur vom Entwicklungszentrum in Weissach, Wolfram Thull (Ötisheim) – früher mal der Vorgesetzte von Thomas Knapp zu dessen Porsche-Zeiten –, gab das Lenkrad nicht aus der Hand. Kein Wunder, es gibt nur drei Prototypen vom Boxster. Aber es war schon beeindruckend, wie er den Sportwagen den Plattenwald hinauf in Richtung Pinache lenkte, und welche Leistung der batteriebetriebene Motor entfaltete. Und in aller Regel war er sich mit seinen Fahrgästen danach einig: „Ein Elektro-Auto muss kein Spielzeug für den Stadtverkehr sein.“

So sieht es auch Thomas Knapp: „Klar, für eine Fahrt nach Frankfurt oder gar Hamburg ist die Batterie-Technik noch nicht ausgelegt, aber nach Karlsruhe oder Stuttgart reicht’s allemal – hin und zurück.“ Aber irgendwie kommt die Energie doch aus umweltbelastenden Kraftwerken, oder? „Nur bedingt“, entgegnet Knapp und zeigt aufs Dach des MSC-Clubheims. Dort ist, wie es sich für einen Vereinsvorsitzenden gehört, der Solar-Technik vertreibt, eine Fotovoltaik-Anlage installiert. Schon ein Garagendach mit Solarmodulen belegt reiche aus, ein Elektroauto ganzjährig mit elektrischer Energie zu versorgen.

Aber selbst wenn man den Stromtarif beispielsweise der Stadtwerke zugrunde lege, komme man auf Betriebskosten von drei bis 3,50 Euro pro hundert Kilometer. Da fällt die Bilanz bei Autos mit Verbrennungsmotoren ganz anders aus…

Positiv fiel die Bilanz der ausstellenden Autohändler aus. Wolfgang Metzger (Opel) sprach von „sehr interessierten Besuchern, die gezielt Fragen stellten“, und auch Siegfried Ebert (Citroën) schwärmte über die „fürs erste Mal tolle Resonanz“. Es sei eine gute Gelegenheit gewesen, Vorurteile gegen Elektrofahrzeuge zu zerstreuen. Joachim Vogel vom gleichnamigen Motorradhaus vermeldete gleichfalls „interessante Fachgespräche“ und etliche Probefahrten auf seinen „Pedelecs“. Bergauf in Richtung Hangenstein konnten die Pedaltreter durchaus die Erleichterung verspüren, die von dem Nabenmotor ausgeht.

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