Einschwimmen für die DM

Erstellt: 30. Mai 2011, 00:00 Uhr
Einschwimmen für die DM Nur fliegen ist schöner: Schmetterling bekommt man im Freibad-Becken selten zu sehen. Foto: Tilo Keller

Zweite Auflage des Mühlacker Sendercups lockt viele Sportler ins große Freibad-Becken

Kurz vor den Deutschen Meisterschaften haben am Wochenende rund 500 Schwimmsportler im Mühlacker Freibad ihre Bahnen gezogen und sich packende Wettkämpfe geliefert.

Von Claudia Keller

Mühlacker. Aktive Sportler wissen, dass sie sich in Wettkampfpausen warm halten müssen. Deshalb waren am Wochenende beim 2. Internationalen Sendercup im Mühlacker Freibad auch einige dicke Pudelmützen zu sehen. Die 500 Teilnehmer von Vereinen aus den Badischen, Württembergischen und Hessischen Schwimmverbänden und aus der Schweiz konnten die Sonne zwar immer wieder genießen, mussten sich jedoch insbesondere am ersten Wettkampftag auch warm einmummeln. So wie die zwölfjährige Simona Staudinger vom Regionalkader Regio Zentralschweiz Ost (RZO), die in Mütze, Fleecepullover und langem Mantel eingepackt auf ihre weiteren Starts wartete.

 „Ein bisschen Regen macht nichts“, erklärte Organisator Moritz Knötzele von den gastgebenden Wasserfreunden Mühlacker. „Nur bei Gewitter müssten wir das Wasser räumen.“ Etwa doppelt so viele Schwimmer wie bei der Premiere im Vorjahr hatten sich zum Sendercup angemeldet. „Letztes Jahr hatten wir Regen, da waren wir noch nicht so viele und konnten uns in den Umkleideräumen unterstellen“, hatte Knötzele minimale Bedenken wegen des Wetters. Doch abgesehen von einzelnen Tropfen blieb die Veranstaltung von oben trocken. Das hatten sich die Wasserfreunde aber auch verdient, denn mit großem Aufwand war das Freibad auf den Wettkampf vorbereitet und nicht zuletzt das 50 Meter Becken wettkampftauglich gemacht worden. Um die Zeiten der Schwimmer genau zu erfassen, war das Becken mit einem elektronischen Zeitnahmesystem aufgerüstet worden.

„Es ist ein klasse Wettkampf,
alles ist gut organisiert“

 Während der laufenden Veranstaltung zeigte sich Knötzle ganz ruhig. „Alles läuft einwandfrei“, erklärte er. „Das Einzige, was uns richtig ins Schwitzen gebracht hat war, als wir kurzfristig 30 Portionen Putengeschnetzeltes für die Schweizer organisiert haben.“ Denn die Sportler aus dem Nachbarland hätten sonst nämlich an einem Wettkampftag sowohl zum Mittagessen im Freibad als auch zum Abendessen in ihrem Quartier Spaghetti bekommen.

 „Es ist ein klasse Wettkampf, alles ist gut organisiert und die Bedingungen stimmen auch“, lobte Jacqueline van Westendorp, Trainerin und technische Leiterin des Regionalkaders RZO, während sie die aktuellen Zwischenzeiten an ihre Schützlinge weitergab. Mit einer Teamstärke von 25 Schwimmern hatte sie alle Hände voll zu tun. Lob gab es auch von Trainerin Birgit Rath-Hirschmann, die mit neun Teilnehmern von der TSG Niefern vor Ort war. „Der Wettbewerb ist toll organisiert und hier ist alles sehr sauber“, erklärte sie. Dem schloss sich auch ihr Schützling Anna-Lena Hofsäss an. Die 17-jährige wird nächste Woche auch bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin dabei sein. Dort wird auch Alexander Falk von der SSG Reutlingen/Tübingen vertreten sein, der in Mühlacker im offenen Finale in 100 Meter Freistil den ersten Platz erreichte. Der Termin des Sendercups sei kurz vor den Deutschen Meisterschaften gut gewählt, erklärte der Schwimmer, der sich über seinen Geldpreis freute. Falk gehörte zu den 40 Teilnehmern, die sich im Freibad eine kleine Zeltstadt errichtet hatten, um dort zu übernachten.  Während das „tüüt“ der elektronisch gesteuerten Starts ein ums andere mal im Freibad erschallte, wunderte sich Trainer Klaus Scheiber vom VFL Waiblingen über die mäßige Beteiligung der Zuschauer. „Der Wettkampf plätschert einfach so vor sich hin, und es kommt keine richtige Stimmung auf“, bemängelte er. „Das waren eben Finalläufe, da müsste die Bude doch abgehen.“ Vom Beckenrand schallten immer wieder anfeuernde Rufe, allerdings überwiegend von den Trainern. Während die Sportler im Wasser ihr Bestes gaben, rückten die Zuschauer Bänke und Klappstühle nahe an den Beckenrand und genossen die Sonnenstrahlen. Nicht selten bekamen sie dort eine kleine Dusche von den Schwimmern ab, die im Wasser ihre letzten Kraftreserven mobilisierten.

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