Einbruchserie im Tennisheim

Erstellt: 31. Juli 2007, 00:00 Uhr
Einbruchserie im Tennisheim Großer Schaden, großer Ärger: Uli Common zeigt die Einbruchspuren. Foto: Eier

TC Ötisheim hofft auf Hinweise – Täter erbeuten wenig und richten viel Schaden an

Ötisheim – In der Nacht zum Sonntag ist einmal mehr in das Vereinsheim des Tennisclubs Ötisheim eingebrochen worden. Schon zum dritten Mal in diesem Jahr. Besonders ärgerlich aus Sicht des Vereins: Der Schaden steht in keinem Verhältnis zur Beute der Täter.

VON THOMAS EIER

Eine erste Bestandsaufnahme – Was fehlt, was ist kaputt? –, die Anzeige bei der Polizei, eine Nachricht an die Versicherung und ein weiterer Reparaturauftrag an den örtlichen Schreinermeister: Der Umgang mit Einbrüchen ist für Uli Common schon traurige Routine geworden. Seit Jahresbeginn hat sich der Vorsitzende des Tennisclubs Ötisheim nun schon zum dritten Mal mit ungebetenen Gästen im Clubhaus zu beschäftigen. „Das fünfte Mal in fünf Jahren“, stöhnt der 39-Jährige, der über die Täter nur den Kopf schütteln kann: „Bei uns gibt es nichts zu holen. Schon gar kein Bargeld, weil wir die Kasse über Nacht immer mit nach Hause nehmen.“

 Auch der Beutezug in der Nacht auf Montag hat den Langfingern außer einer Menge Arbeit nichts eingebracht. Insgesamt zwölf Kisten mit Getränken –  Bier, Cola und Orangensaft – hatten sie mühsam aus dem Keller des Vereinsheims nach draußen geschleppt und nebenan in einer Hecke deponiert. Ob sie nun beim Abtransport gestört wurden oder schlicht keine Energie mehr hatten, jedenfalls blieb das flüssige Diebesgut am Tatort zurück. Dazu eine aufgebrochene und deshalb – wieder einmal –  völlig demolierte Eingangstür. „Das letzte Mal, vor ein paar Wochen, haben sie uns noch die Scheibe eingeschmissen“, berichtet Uli Common. Etwa 4000 Euro an Schaden, rechnet er vor, seien diesem Jahr der Versicherung des Vereins schon entstanden. „Dazu kommt jedes Mal der immense Aufwand für uns: Ortstermin mit der Polizei, Papierkram und so weiter“, ärgert sich der Vereinsvorsitzende.
 Das betreffende Fenster ist inzwischen mit Sicherheitsglas versehen, doch die Versicherung will nach dem erneuten Einbruch weitere sicherheitstechnische Verbesserungen. Dafür muss der 180 Mitglieder starke Verein Geld ausgeben, das er lieber in den Sportbetrieb investieren würde. „Früher hat es gleich auch immer das Freibad getroffen“, erinnert Common an die gleichzeitigen Einbrüche in der unmittelbaren Nachbarschaft. Inzwischen sei deshalb das dortige Kiosk mit Stahltüren hermetisch verriegelt. Dem Tennisclub bleibe wohl nichts anderes übrig, als diesem Vorbild zu folgen, seufzt Common.

 Es den Einbrechern so schwer wie möglich zu machen, rät auch Polizeisprecher Rüdiger Schroth den Vereinen, und insbesondere denen, deren Clubhäuser – wie jenes des TC Ötisheim – vergleichsweise abgeschieden liegen. Gleichzeitig empfiehlt er, den Lagervorrat an Alkohol und Zigaretten überschaubar zu halten, um keinen Anreiz für Langfinger zu bieten. „Wir haben diese Vereinsheim-Einbrüche immer wieder, obwohl den Tätern in aller Regel bekannt sein müsste, dass hier selten viel Bargeld zu holen ist“, sagt Schroth, der für das Ötisheimer Vereinsgelände („Soweit es uns möglich ist“) zusätzliche Kontrollfahrten von Polizeistreifen ankündigt.

 Im Verein wird vermutet, dass die aktuellen Täter keine völlig Fremden waren. Hatten sie doch die gestohlenen Getränke so am Rande des Geländes zum Abtransport zwischengelagert, dass sie dem Bewegungsmelder, der das Licht auf dem Parkplatz in Betrieb setzt, aus dem Weg gingen. Verein und Polizei hoffen nun auf Hinweise aus der Bevölkerung und bitten gleichzeitig alle im Umfeld der Anlage darum, verstärkt die Augen offen zu halten.

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