Ein Stück Hoffnung

Erstellt: 20. Januar 2011, 00:00 Uhr
Ein Stück Hoffnung Die „Kanne“, ein traditionsreiches Gebäude, soll weichen. Archivfoto: Franz

Ausschuss drückt bei Sanierung des Dürrmenzer Ortskerns aufs Tempo – Bürgerversammlung am 9. März

Die Umgestaltung des Dürrmenzer Ortskerns rückt immer näher. Aktueller Schritt: Der Ausschuss für Umwelt und Technik empfiehlt dem Mühlacker Gemeinderat die Aufstellung eines Bebauungsplans „Kanne-Schuler-Areal“ im beschleunigten Verfahren.

Von Thomas Sadler

Mühlacker. Eine Jury, der Vertreter der Stadtverwaltung, des Gemeinderats, der Architektenkammer sowie, in beratender Funktion, auch gleich mehrere potenzielle Investoren angehörten, hat die Entwürfe von drei Planungsbüros bewertet und die Arbeit von „Lehendrei“ favorisiert. Der städtische Planungsamtsleiter Armin Dauner stellte die verschiedenen Entwürfe in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik vor.

 Mittlerweile zeichne sich eine abschließende Lösung mit den im Entwurfsverfahren beteiligten Bauträgern ab, teilte er dem Gremium mit. Zwei der Bauträger waren bereits in Mühlacker aktiv, einer von ihnen ist die FWD Hausbau- und Grundstücks GmbH, welche die Seniorenwohnanlage am Mühlacker Katzenbuckel gebaut hat.

 „Damit stellt sich die Frage, wie die an diesem exponierten Standort zu fordernde städtebauliche und architektonische Qualität im weiteren Verfahren gesichert werden soll.“ Zunächst war daran gedacht, die Rahmenbedingungen im „Kanne-Schuler-Areal“ nicht über einen Bebauungsplan, sondern über Regelungen in den Kaufverträgen zu sichern. Nun wird aber, vorausgesetzt der Gemeinderat folgt der Empfehlung des Ausschusses, doch ein Bebauungsplan aufgestellt – und zwar im beschleunigten Verfahren. Das Bebauungsplanverfahren könne dazu genutzt werden, „den weiteren Prozess zu strukturieren und der Bevölkerung die Möglichkeit zur Mitwirkung einzuräumen“, erläuterte Dauner. Im Übrigen fordere auch das Regierungspräsidium bei der Abwägung zwischen dem nötigen Abbruch alter Gebäude, deren Erhaltung unwirtschaftlich wäre, und Belangen des Denkmalschutzes die Einleitung eines formellen Verfahrens. Abgerissen werden muss einiges – zum Beispiel die „Kanne“ und ein Teil der ehemaligen Bijouteriefabrik, von der lediglich ein Gebäudeteil, der schmucke Bögen aufweist, erhalten werden soll. Vorgestellt werden Entwürfe und die Absichten der Investoren bei einer Bürgerversammlung, die, wie Bürgermeister Winfried Abicht ankündigte, am Mittwoch, 9. März, um 18.30 Uhr im Andreasgemeindehaus stattfindet.

 Der CDU-Fraktionsvorsitzende Günter Bächle hielt es aufgrund der „rechtlichen Sicherheit“ für richtig, ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten. „Wir hoffen, dass dies ein entscheidender Durchbruch ist.“ Wenn im Dürrmenzer Ortskern altengerechte Wohnungen und Quartiere für junge Familien entstünden, sei dies eine Aufwertung von Dürrmenz. SPD-Sprecherin Karin Münzmay sprach fast euphorisch von „einem Stück Hoffnung“, das nun zu erkennen sei. Das Planverfahren zur Umgestaltung solle so schnell wie möglich umgesetzt werden. Zustimmung zu dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Weg signalisierten auch FDP-Chef Dr. Jens Hanf und Dr. Ulrike Fuchs (LMU).

 Rolf Leo (Freie Wähler) zeigte sich erleichtert. Die Sanierung gehe nun schon ins achte Jahr. Jahrelang habe „Stillstand“ geherrscht, was nicht zuletzt daran gelegen habe, dass die frühere Rathausspitze das Vorhaben nicht energisch genug vorangetrieben habe. Doch jetzt „sind wir froh“, so Leo zufrieden. Allerdings werde wohl manch ein Dürrmenzer „eine Träne verdrücken“, wenn alte, vertraute Gebäude dem Abbruchbagger zum Opfer fallen.

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