Ein kapitaler Bock fädelt den Hattrick ein

Erstellt: 6. Oktober 2008, 00:00 Uhr
Ein kapitaler Bock fädelt den Hattrick ein Ein mit harten Bandagen umkämpftes B-Liga-Spiel: Der Sternenfelser Kapitän Patrick Zimmermann (r.) fährt Iptingens Marc Nowotny in die Parade. Foto: Eigner

3:0 – SV Sternenfels ist beim SV Iptingen mindestens ebenbürtig und bricht nach Doppelschlag ein.

Wiernsheim-Iptingen – Mit einem lupenreinen Hattrick von Julian Schreder besiegt der SV Iptingen den SV Sternenfels. Allerdings sind die Gäste zeitweise mehr als ebenbürtig. Iptingen bleibt Zweiter der Kreisliga B 5, nun punktgleich mit Großglattbach.

VON STEFFEN-MICHAEL EIGNER

Die erste Halbzeit ist temporeich und mit harten Bandagen umkämpft. Beide Mannschaften erspielen sich eine Handvoll Torchancen. Die ersten beiden haben die Gastgeber. Schon nach zwei Minuten taucht Benjamin Rapp allein vor Manuel Wagner auf, kommt gegen den aufmerksamen SVS-Keeper jedoch einen Schritt zu spät. Und nur 120 Sekunden später muss Wagner erneut gegen einen heranstürmenden Iptinger klären. Danach Leerlauf, viele Zweikämpfe und Fouls im Mittelfeld. Erst nach 18 Minuten die nächste Torchance, diesmal für Sternenfels: Eine Bogenlampe senkt sich nur knapp hinter das Iptinger Tor.

 Die Spielanteile sind in dieser Phase des Spiels gleichmäßig verteilt, obwohl Sternenfels zwischen der 20. und 25. Minute nur zu zehnt agiert. Michael Schlotterbeck hat einen Schlag abbekommen und lässt sich mit heftigem Nasenbluten an der Seitenlinie behandeln. Und erneut ist es Torhüter Wagner, der in höchster Not gegen Iptingens Eftal Cebeci das 0:0 rettet (26.).

 Der Preis für den schönsten Spielzug gebührt indes dem SV Sternenfels. Mit einem feinen Pass steckt Durmus Toksöz für Horst Nass durch, der sich im richtigen Moment löst, den Ball aber zu weit vom Fuß springen lässt und die große Chance zur Gästeführung vergibt (35.). Auch Ronny Kastner per Kopf nach einem Freistoß von Spielertrainer Christian Fetzer verfehlt wenig später das Iptinger Gehäuse.

 Sternenfels nun am Drücker. Erneut ein Freistoß, SVI-Torwart Alexander Ulm springt unter dem Ball durch, den ein Iptinger Abwehrspieler mit dem Kopf allerdings noch ein wenig abgelenkt hat (42.). Glück für die Hausherren, dass die Kugel ins Toraus segelt. Und als ein Freistoß von SVS-Kapitän Patrick Zimmermann (45.) genau in Richtung Dreiangel unterwegs ist, lenkt der Iptinger Schlussmann den Ball spektakulär noch über die Latte. Aus der fälligen Ecke entsteht ein Konter der Gastgeber, die längere Zeit nicht mehr im Sternenfelser Strafraum aufgekreuzt sind. Steffen Glauner ist die letzte Station des Angriffs, doch abermals meistert SVS-Schlussmann Wagner die Eins-zu-Eins-Situation mit Bravour. Die letzte Aktion vor dem Pausenpfiff.

 Auch nach dem Seitenwechsel bleibt zunächst Sternenfels die bessere, weil aktivere Mannschaft. Die Offensive der Gastgeber hat die Bemühungen um ein Führungstor stattdessen völlig eingestellt. Stattdessen binnen zwei Minuten drei hochkarätige Chancen für die Gäste: Erst tanzt Oliver Christian mit einem Solodribbling drei Verteidigern auf der Grundlinie aus, kurvt in den Strafraum scheitert aber mit seinem Schuss aus spitzem Winkel (54.). Die anschließende Ecke stiftet Konfusion in der Iptinger Hintermannschaft, zweimal haben die Sternenfelser im Strafraum die Möglichkeit zum Einschuss, beide Male treffen sie einen Iptinger Verteidiger (55.). Und schließlich noch ein spektakulärer Flugkopfball von Horst Nass nach einem Freistoß. Doch SVI-Schlussmann Ulm wehrt mit der ausgestreckten Fußspitze den unmittelbar vor der Torlinie aufsetzenden Ball noch ab (56.). Den pariert auch im Profifußball beileibe nicht jeder Keeper. Und auch in Minute 59 muss Ulm noch einmal die Kastanien aus dem Feuer holen.

 Und dann sorgt ein völliger Blackout des bis dahin so glänzenden Sternenfelser Schlussmann Wagner für die Iptinger Führung, die den bisherigen Verlauf der zweiten Halbzeit völlig auf den Kopf stellt. Einen Rückpass nimmt Wagner in aller Ruhe an, schaut nur kurz hoch – und spielt den Ball unbedrängt genau in die Füße des eingewechselten und völlig frei stehenden Julian Schreder. Wagner versucht verzweifelt zu retten, doch der Iptinger umkurvt den SVS-Schlussmann und netzt ein (61.). Und die Gastgeber legen gleich im folgenden Angriff nach. Erneut landet der Ball bei Schreder, der an der Strafraumgrenze aus der Drehung abzieht und unhaltbar genau ins linke Eck trifft: 2:0 (64.).

 Von nun an spielt nur noch Iptingen, von Sternenfels ist nichts, aber auch gar nichts mehr zu sehen. Schon in der 75. Minute könnte Schreder seinen Hattrick perfekt machen, als er mit einer spektakulären Flugkopfball-Einlage den Ball an die Latte zimmert. Allerdings hat der Unparteiische eine Abseitsstellung erkannt. Auch in Minute 80 wird der Hattrick noch einmal vertagt, diesmal verhindert Wagner mit einer Glanzparade Schreders drittes Tor.

 Doch noch während sich die SVS-Deckung sortiert, rollt schon ein neuer Iptinger Angriff an. Wieder landet die Kugel bei Schreder, und diesmal lässt er sich den Hattrick nicht mehr nehmen: 3:0 (80.). Danach spielt der Tabellenzweite SV Iptingen die Partie locker zu Ende.

Tore: 1:0 Julian Schreder (61.), 2:0 Julian Schreder (64.), 3:0 Julian Schreder (80.)

SV Iptingen: Ulm – Keller, Dertinger, Rivoir, Glashauser, Rapp, Cebeci, H. Knödl, M. Knödl (50. Schreder), Nowotny (70. Gerhard)

SV Sternenfels: Wagner – Schlotterbeck, Craiss, Stammler, Toksöz, Zimmermann, Fetzer, Nass, Christian (82. Tümos), Kopp (79. Gümüs), Kastner (70. Karadas)

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