Ein Ironman als Versuchsballon

Erstellt: 31. Dezember 2009, 00:00 Uhr
Ein Ironman als Versuchsballon Sebastian Kienle will 2010 vor allem an seine Erfolge auf der Mitteldistanz anknüpfen, wie hier beim Kraichgau-Triathlon. Daneben plant der Knittlinger erstmals bei einem Ironman zu starten. Archivfoto

Sebastian Kienle tastet sich an die Königsdisziplin der Triathleten heran – Derzeit Grundlagen-Training am Mittelmeer

Sudelwetter, glatte Straßen, und die Nase trieft – wer träumt da nicht von einer Reise nach Hawaii? Die ist das erklärte Ziel von Sebastian Kienle. Der Triathlet aus Knittlingen will sich 2010 erstmals auf der Ironman-Distanz testen und denkt an einen Start beim Ironman Hawaii im Herbst 2011.
 
Von Steffen-Michael Eigner

Knittlingen. Mit dem Ende der abgelaufenen Saison ist Sebastian Kienle nicht so recht zufrieden. Zwar ist der Knittlinger 2009 in Deutschland ungeschlagen. Er gewann im Frühjahr in Buschhütten auf der Kurzdistanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, zehn Kilometer Laufen), er triumphierte beim Kraichgau-Triathlon und in Wiesbaden jeweils über die halbe Ironman-Distanz (1,9/90/21,1), und Kienle holte sich den Gesamtsieg beim Rhein-Neckar-Cup, obwohl er von den fünf Rennen nur drei bestritt, diese jedoch klar gewann. Danach jedoch zeigte Sebastian Kienles Formkurve bergab.

 „Die Rennen in Los Angeles und Dallas im Oktober liefen nicht, und deshalb habe ich auch die Weltmeisterschaften im November in Florida ausgelassen“, sagt der 25-Jährige, der im Jahr zuvor bei der WM über die halbe Ironman-Distanz noch Platz elf belegt hatte.

 Die konditionellen Grundlagen für die kommende Saison legt Sebastian Kienle dieser Tage im warmen Süden. Seit dem vergangenen Samstag weilt er zu einem 14-tägigen Trainingslager an der spanischen Mittelmeerküste. Auch seine Lebenspartnerin Christine Schleifer ist dabei. Die Langstreckenläuferin aus Mühlacker tritt aus beruflichen Gründen im sportlichen Bereich mittlerweile kürzer, während Kienle mehr und mehr seinen Sport zum Beruf macht. „Ich bin Profi und bestreite meinen Lebensunterhalt mit Triathlon“, sagt der Knittlinger selbst. Das gehe schon recht gut, zumal er sich kein Auto leiste. Wozu auch? Für die 30 Kilometer lange Strecke von Knittlingen nach Karlsruhe bräuchte der 25-Jährige mit dem Fahrrad vermutlich nicht einmal 40 Minuten. „Mit dem Auto dauert es unter Umständen länger“, bestätigt Kienle und lacht.

 Im Jahr 2010 will der Knittlinger erstmals ein Rennen auf der vollen Ironman-Distanz bestreiten: 3,86 Kilometer Schwimmen gefolgt von 180 Kilometern auf dem Fahrrad und direkt hintendran noch ein Marathonlauf über 42,195 Kilometer. Nur die Weltbesten schaffen diese Tortur unter acht Stunden. „Vermutlich werde ich entweder in Roth oder in Frankfurt starten. Infrage käme auch der Ironman in Regensburg, der liegt jedoch terminlich nicht so gut“, sagt Kienle, der darin aber nur einen Versuchsballon sieht.
 „Langdistanztraining macht müde und träge. Ich will aber meine Spritzigkeit nicht verlieren, an meinen Schwächen arbeiten und auf der Mitteldistanz vor allem an meine Erfolge von 2008 und 2009 anknüpfen“, begründet Kienle. „Zwei Langdistanz-Rennen wären dieses Jahr für mich noch zu viel.“ Vor allem der langen Erholungsphasen wegen. Nur eine Handvoll Topleute schafft es, drei Wochen nach einem Ironman wieder ein Rennen auf der Kurzdistanz zu bestreiten. „Dort laufen sie dann aber weit hinten“, sagt Kienle.

35 Grad wären beim Klassiker  auf Hawaii noch kühle Witterung

 Den Ironman auf Hawaii nimmt der Knittlinger frühestens für 2011 ins Visier. „Das ist ein immens schweres Rennen. Wenn es dort beim Rennen 35 Grad hat, ist das noch eher kühl“, weiß Kienle. Zumal die Strecke durch baumlose Lavalandschaften führt. Entsprechend lang wäre danach die Regenerationsphase, die Kienle einkalkulieren müsste.

 Für das derzeitige Trainingslager an der Costa Brava hat sich Sebastian Kienle unter anderem vier bis fünf Stunden Radfahren täglich vorgenommen. „Auch Christine hat ihr Rad dabei“, sagt er. Die 26-Jährige aus Mühlacker hat sportlichen Ambitionen ein wenig zurückgeschraubt. „Wahrscheinlich wird sie ein oder zwei Duathlons bestreiten und ein paar kleinere Laufwettbewerbe“, sagt Kienle über seine Lebensgefährtin.

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