Ein Ende der Talfahrt ist absehbar

Erstellt: 10. Oktober 2009, 00:00 Uhr
Ein Ende der Talfahrt ist absehbar Sehen nach einer konjunkturellen Talfahrt für die Unternehmen langsam wieder Licht am Horizont: IHK-Präsident Burkhard Thost (li.) und Hauptgeschäftsführer Achim Rummel. Foto: Kollros

IHK-Präsident Thost: Geschäftslage wird stabiler – Ergebnis einer Konjunkturumfrage zeigt jedoch eine „durchwachsene“ Lage

Nach Einschätzung von IHK-Präsident Burkard Thost scheint sich die aktuelle Geschäftslage der Wirtschaft im Nordschwarzwald zu stabilisieren. Er stützt sich dabei auf das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage, die aber eine „durchwachsene Situation“ offenbare.

Von Norbert Kollros

Enzkreis/Pforzheim. Die Auslastung der Betriebe steigt, aber die Ertragslage hinkt noch weit hinter den betriebswirtschaftlichen Erfordernissen her. Aber erfreulich sei immerhin, so Thost, dass „ein Ende der Talfahrt und ein allmähliches Wiederanspringen der Konjunktur“ absehbar sei. Immerhin rechne ein Viertel der Firmen mit besser laufenden Geschäften, während die aktuelle Geschäftslage nur von zwölf Prozent mit „gut“ bezeichnet werde.

 Im Maschinenbau scheint man am Tiefpunkt der konjunkturellen Talfahrt angekommen, interpretieren die Experten der Industrie- und Handelskammer die Umfrage-Ergebnisse. Die Produktionskapazitäten seien in dieser Branche aber trotzdem nur zu 62 Prozent ausgelastet. Bei der Metallerzeugung und -bearbeitung beträgt diese Quote sogar nur 57 Prozent. Schlusslicht bei der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage ist die Elektrotechnik; nahezu drei Viertel der Firmen berichten von einer mangelhaften Auftragslage.

 Der private Konsum scheine hingegen als stabilisierender Faktor zu wirken: Die Schmuckindustrie liegt mit 23 Prozent „Gut-Urteilen“ über dem Durchschnitt der Gesamtwirtschaft. Thost wollte der durch Firmenpleiten geschrumpften Branche sogar Zukunftsperspektiven prognostizieren. Ebenfalls vom privaten Konsum habe die Möbelindustrie im Süden der Region profitiert, und auch der Einzelhandel im Allgemeinen sei von der anhaltenden Wirtschaftskrise noch wenig gebeutelt.

 Aus der Sicht der Kammer Besorgnis erregend sei jedoch in etlichen Fällen die betriebswirtschaftliche Situation der Firmen, weil deren Eigenfinanzierungskraft unter dem Wirtschaftseinbruch gelitten habe. Ziel müsse es deshalb sein, „die ersten zaghaften Wachstumstriebe nicht durch fehlende Liquidität der Unternehmen zu beschneiden“, so der Präsident der Industrie- und Handelskammer.

 Solchen Firmen will die IHK in Kooperation mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Mittelstandsbank) aus der Krise helfen. Das Instrument, das seit Juni bei den ersten Firmen in der Region greift, heißt „Runder Tisch“ und daran anschließend „Turn-Around-Beratung“. Dabei werden zunächst nach einer Schwachstellenanalyse Gegenstrategien erarbeitet. Meist seien es betriebswirtschaftliche Problemstellungen, die ohne gegenzusteuern in die Insolvenz führen würden. Dabei steht dem Unternehmer ein qualifizierter und unabhängiger Berater zur Seite, dessen Bemühungen darauf abzielen, die Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit wiederherzustellen.

 Das Beraterhonorar wird dabei zum großen Teil von der KfW getragen. Der so genannte runde Tisch ist vollständig kostenlos; bei der anschließenden Intensivbetreuung kommen auf das Unternehmen Kosten von maximal 4000 Euro zu.

 Kammer-Präsident Thost bezeichnete dieses Krisenmanagement als ein sinnvolles Instrument, von dem in Schieflage schlitternde Unternehmen nur profitieren könnten. In der Region laufen derzeit fünf solcher Prozesse.

 Informationen über die Turn-Around-Beratung unter der IHK-Krisenhotline 07231/201-333 oder per E-Mail unter walter@pforzheim.ihk.de oder im Internet unter www.nordschwarzwald.ihk24.de.

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