Ein Baum ist der Stein des Anstoßes

Erstellt: 27. November 2008, 00:00 Uhr
Ein Baum ist der Stein des Anstoßes Der Einmündungsbereich Hindenburg-/Goldshaldenstraße ist ein neuralgischer Punkt. Foto: Sadler

Mühlacker Gemeinderat stimmt Sanierung der Goldshaldenstraße zu – Mit Anwohnern und Ärzten reden.

Mühlacker – Einhellig hat der Mühlacker Gemeinderat der Sanierung der Goldshaldenstraße zugestimmt, die im Frühjahr 2009 in Angriff genommen werden soll. Für Diskussionsstoff sorgt ein geplanter Baum, den die Stadtverwaltung unweit der Einmündung in die Hindenburgstraße vorsieht.

VON THOMAS SADLER

Die Stadtwerke haben einen dringenden Sanierungsbedarf an den Gas- und Wasserleitungen. Wegen Leitungsschäden muss die Goldshaldenstraße oft aufgegraben werden. Entsprechend schlecht sei der Zustand der Straßenoberfläche, stellt das Umwelt- und Tiefbauamt fest. Das soll bald anders werden. Im Frühjahr/Sommer nächsten Jahres möchte die Verwaltung die Straße herrichten. Der städtische Kostenanteil beträgt rund 94000 Euro. An der Bergseite können der Gehweg, die Straßenbeleuchtung und die schmale Baumreihe belassen werden, während der Gehweg auf der anderen Seite erneuert werden muss. Auch er soll gepflastert und mit Bäumen zwischen den einzelnen Parkplätzen aufgelockert werden. Die Fahrbahn wird nach den Leitungsarbeiten der Stadtwerke samt Unterbau neu hergestellt. Durch die zweite Baumreihe entstehe der Eindruck einer gut gestalteten innerstädtischen Straße, meint das Tiefbauamt.

 Um die Führung der Hindenburgstraße zu verdeutlichen und die bisher zu breit erscheinende Einmündung der Goldshaldenstraße optisch zu reduzieren, möchte die Stadtverwaltung eine ebene Pflasterfläche anlegen und im vorderen Bereich der Goldshaldenstraße einen Baum pflanzen.

 „Am besten einen Gummibaum“, so eine Stadträtin in einem lustig gemeinten Zwischenruf. Gerade dieser Baum löste Meinungsverschiedenheiten aus. Frank Schneider meinte, er könnte mit dem vorgesehenen Baum leben. Ein Problem schwante ihm indes für den Fall, wenn Taxi-Fahrer, die aus Richtung Innenstadt auf der Hindenburgstraße zum Ärztehaus unterwegs sind, nicht genug Platz zum Wenden hätten. Am besten wäre es, schlug der FDP-Fraktionschef vor, mit den Anwohnern zu reden.

 FW-Vorsitzender Rolf Leo stimmte dem „überfälligen Ausbau“ der Goldshaldenstraße an sich zwar ebenso zu wie alle seine Gemeinderatskollegen – SPD-Rätin Karin Münzmay sprach von „einer Aufwertung“ –, doch von dem Baum hielt er nicht viel. Vor einer Entscheidung solle vor Ort eine Gespräch mit den Ärzten geführt werden. Eindeutig gegen einen Baum, aber für eine Fahrbahnverengung sprach sich Matthias Trück für die CDU aus, während Rolf Bandle (FW) beanstandete, durch die Bevorrechtigung der Goldshaldenstraße werde der Verkehrsfluss auf der Hindenburgstraße gehemmt. Bürgermeister Winfried Abicht verteidigte die Regelung. Auch an vielen anderen Stellen gelte in Tempo-30-Zonen eine Rechts-vor-links-Regelung.

 LMU-Sprecher Klemens Köberle wiederum fand den umstrittenen Baum nicht störend. Und was die Wendemanöver von Taxis angehe, so seien diese ja nicht gerade erwünscht, sondern vergrößerten das Unfallrisiko. Außerdem, fügte Jörg Soulier vom Tiefbauamt beruhigend hinzu, wäre ein Wenden auch mit Baum möglich.

 Grundsätzlich stimmte der Rat der Straßensanierung zu, doch soll vor einer Festlegung von Details, auch in Sachen Baum, mit Anwohnern und Ärzten gesprochen und notfalls noch einmal beraten werden.

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