Druck erzeugt Solidarisierung

Erstellt: 24. Juni 2006, 00:00 Uhr
Druck erzeugt Solidarisierung Festabend des Sternenfelser Gewerbevereins mit Ehrengästen Ehrengäste beim Festabend: Bürgermeisterin Sigrid Hornauer, Landtagsabgeordneter Dr. Hans-Ulrich Rülke, Staatssekretär Richard Drautz, BdS-Vizepräsident Wolfgang Stern mit Gerhard Hohmann, Vorstandssprecher des Gewerbe- und Verkehrsvereins (v.l.). Fotos: Garhöfer

50. Geburtstag des Gewerbe- und Verkehrsvereins Sternenfels gefeiert – Staatssekretär rügt Bundesregierung

Sternenfels – „Der Kampf ums Überleben ist noch härter geworden.“ Dies betonte Gerhard Hohmann, Vorstandssprecher des Sternenfelser Gewerbe- und Verkehrsvereins, der gestern mit einem Festabend in der Diefenbacher sein 50-jähriges Bestehen gefeiert hat. Heute und morgen findet in der Halle eine Leistungsschau mit zahlreichen Ausstellerfirmen statt.

VON THOMAS SADLER

Dies sei die vierte Leistungsschau des Gewerbe- und Verkehrsvereins, der 1956 ins Leben gerufen worden sei, stellte Gerhard Hohmann fest, der unter den Anwesenden den FDP-Landtagsabgeordneten Dr. Hans-Ulrich Rülke begrüßte – und die Liberalen dafür lobte, dass in ihnen die kleinen und mittleren Betriebe ihre größten Fürsprecher hätten.
 Seit der Gründung vor 50 Jahren seien „die Kassen noch leerer geworden“, und Bürokratie sowie Globalisierungsdruck hätten zugenommen. Hinzu komme, dass bei den Volksvertretern nur wenig von Sparbemühungen zu spüren sei. Gerade in solchen Zeiten sei ein Zusammenhalt wichtig: „Druck von außen erzeugt eine größere Solidarisierung nach innen“, befand Hohmann. Es gebe durchaus Grund zum Optimismus. Bei der Gründung des Gewerbe- und Verkehrsvereins sei eine der Absichten gewesen, Unternehmer in den Gemeinderat zu bringen – ein Ziel, das erreicht worden sei. Wichtig seien die Schaffung von Arbeit und die Ansiedlung von Betrieben, und gerade dafür habe sich der frühere Bürgermeister Helmut Wagner stark gemacht, wie Hohmann anerkennend bemerkte.

 Wagners Nachfolgerin Sigrid Hornauer gratulierte dem Jubilar „zu einem halben Jahrhundert Vereinsgeschichte“ und einer „eindrucksvollen Leistungsschau“. Der Verein, dessen Mitgliederzahl von 34 auf 58 gestiegen sei, habe die Entwicklung der Gemeinde mit verschiedenen Aktionen mitgestaltet. Die Ausstattung mit Ladengeschäften sei in Sternenfels und Diefenbach „überdurchschnittlich gut“. Nun gelte es, „Hand in Hand“ daran zu arbeiten, den „gesetzten Erfolgsmaßstäben zu genügen“. Auf der Leistungsschau bekämen die Besucher ein breit gefächertes Dienstleistungsangebot zu sehen, so Sigrid Hornauer, die Hohmann ein Geschenk überreichte.

 Die Festansprache hielt Richard Drautz, Staatssekretär im baden-württembergischen Wirtschaftsministerium. Handwerker und Selbstständige zeigten Innovationsbereitschaft und sorgten für Beschäftigung, weshalb ihnen „eine bedeutende Rolle“ in der Gesellschaft zukomme. Seit dem 18. Jahrhundert hätten sich immer mehr Gewerbevereine gegründet. Leider kämen auf die Betriebe immer höhere Belastungen zu, zum Beispiel durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer, kritisierte Drautz die Bundesregierung. Die Landesregierung hingegen wolle kleinen und mittleren Firmen helfen und Bürokratie abbauen.

 Auch Wolfgang Stern, Vizepräsident des Bundes der Selbständigen, nahm sich die Koalition in Berlin zur Brust. Gleichzeitig würdigte er die erfolgreiche Gewerbeansiedlungspolitik in Sternenfels.

 Zum Abschluss des von Bläsern des MV Freudenstein umrahmten Festabends zeichnete Stern drei Vereinsmitglieder aus. Alfred Frank, Ehrenmitglied und langjähriger Vorstand, wurde für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt. Rudolf Brockmann, ebenfalls Gründungsmitglied, 25 Jahre Schriftführer, erhielt die Ehrenmitgliedschaft. Auch Horst Merz wurde für fünf Jahrzehnte im Verein (Firmenmitgliedschaft) gewürdigt. 20 Jahre lang hatte er Leitungsfunktionen inne, 14 Jahre als Vorstand. Dafür erhielt er die silberne Ehrennadel des Bundes der Selbständigen.

Das Mühlacker Tagblatt wird mit einem Stand auf der Leistungsschau in der Diefenbacher Gießbachhalle vertreten sein. MT-Redakteur Gerhard Franz wird am morgigen Sonntag ab 14 Uhr für Fragen von Besuchern zur Verfügung stehen.

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