DRK Maulbronn hat die besten Retter

Erstellt: 26. September 2006, 00:00 Uhr
DRK Maulbronn hat die besten Retter Sie sind die besten Rettungssanitäter der Bundesrepublik: Die Gruppe der DRK-Bereitschaft Maulbronn. Foto: p

Helfer gewinnen beim Bundeswettbewerb der Bereitschaften – Qualifiziert für Europäische Meisterschaften

Maulbronn (pm) – Deutschlands neue Super-Retter kommen vom DRK Maulbronn, dessen starkes Team am Wochenende den 47. Bundeswettbewerb der Bereitschaften gewonnen hat.

Die erfolgreichen Teilnehmer sind der promovierte Diplom-Physiker Thomas Haalboom (41 Jahre), Diplom-Heilpädagogin Kathrin Baier (29 Jahre), Maschinenbaukonstrukteur Paolo Matassoni (39 Jahre), Medizinstudent Björn Sämann (28 Jahre), Maschinenbautechniker Tarik Kisir (29 Jahre) und Diplom-Wirtschaftsingenieur Wolfgang Haalboom (44 Jahre).

 Das Deutsche Rote Kreuz suchte beim Bundeswettbewerb im rheinhessischen Nieder-Olm bei Mainz Deutschlands Super-Retter. Die besten 14 Mannschaften des DRK sowie Gastgruppen vom Österreichischen Roten Kreuz, vom Arbeiter-Samariter-Bund und den Johannitern mussten in einem Parcours an zehn lebensechten Notfallsituationen ihr Können unter den kritischen Augen der Schiedsrichter unter Beweis stellen.

 Der DRK-Lebensretter-Parcours wurde von DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters, Bundesminister a.D., am Samstagmorgen eröffnet. Für die teilnehmenden Gruppen galt es, sich acht Stunden lang an den einzelnen Stationen zu bewähren.

Maulbronner siegen mit deutlichem Vorsprung

Mit 1083 Punkten siegten die Sanitäter aus der Klosterstadt Maulbronn. Sie hatten 32 Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten, den Landesverband Rheinland-Pfalz, der mit einem Rettungsteam aus Konz, dem Titelverteidiger, angereist war. Die Rotkreuzmannschaft aus Jever, die für den Landesverband Oldenburg startete, belegte den dritten Platz.

 Der Wettbewerb in Nieder-Olm verlangte den Maulbronnern Rotkreuzhelfern alles ab. Noch eine leichte Übung war die Theorie-Station, an der Wissensfragen zur Registrierung von Verletzten sowie zu Technik und Sicherheit gestellt wurden. Technisches Verständnis und handwerkliches Geschick waren gefragt, als es galt, aus Kanthölzern und Metallschienen fachgerecht einen provisorischen Infusionsständer herzustellen. Diese Aufgabe stand unter dem Thema „Sicherer Umgang mit Werkzeugen“. Den Maulbronnern Paolo Matassoni und Tarik Kisir kam hier ihre berufliche Ausbildung entgegen. Das Können der beiden Rettungsassistenten Dr. Thomas Haalboom und Björn Sämann war bei der schaurigsten Aufgabe des Wettbewerbs gefragt. Als Szenario war ein Zugunfall angenommen worden, bei dem einem jungen Mann beide Beine oberhalb des Knies abgetrennt wurden und aufgrund der lebensbedrohlichen Verletzung unverzüglich Hilfe zu leisten war. Den Notfalldarsteller und jetzigen Teilnehmer der ParOlympics ereilte dieses Schicksal als 13-Jährigen in Wirklichkeit.

 Neben der Versorgung des Schwerstverletzten und der Assistenz des Notarztes wurde die Ehefrau des Verunglückten psychologisch von Kathrin Baier betreut. Die Diplom-Heilpädagogin leistete hier wie auch bei vielen anderen Notfallsituationen des Wettbewerbes Herausragendes. Gerade die menschliche Zuwendung wurde bei diesem Wettbewerb besonders beachtet und bewertet. DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters hatte eigens hierzu einen Preis für den „Human Approach“ ausgelobt.
 An weiteren Stationen waren die Klosterstädter mit einem Arbeitsunfall, einer Schlägerei unter Alkoholisierten und der Evakuierung eines Seniorenheimes mit Rauchgasverletzten konfrontiert. Darüber hinaus musste ein Feuerwehrmann, der sich seine Hand in einer Drehleiter eingeklemmt hatte, versorgt und betreut werden bis technische Hilfe antraf. Schweißtreibend war die Rettung eines verunglückten Autofahrers aus seinem Fahrzeug. Bei einem Körpergewicht von 153 Kilogramm bedurfte es dreier Rotkreuzhelfer, um den Bewusstlosen aus dem Pkw zu retten.
 An allen zehn Wettbewerbsstationen unterliefen den Maulbronnern unter Leitung von Wolfgang Haalboom keinerlei gröbere Fehler. Mit stets überdurchschnittlichen Leistungen konnten sie Ihren Erfolg in Hamburg in 2003 wiederholen.
 Mit dem Sieg der Deutschen Meisterschaften in Erste Hilfe qualifizierten sich die Rotkreuzhelfer aus der Klosterstadt in 2007 für die First Aid Convention in Europe (FACE 2007), die Europäischen Meisterschaften in Erster Hilfe, die vom 5. bis 8. Juli 2007 in Irland stattfinden. In Limerick werden 25 Nationen sowie 1250 Teilnehmer erwartet, um den Europameister zu ermitteln.

Weiterlesen

Geldstrafe wegen Trunkenheit am Fahrradlenker

Maulbronn/Mühlacker (ra). Den 1. Mai 2011 wird der 69-Jährige Rentner, der gestern wegen fahrlässiger Trunkenheit vor Gericht stand, wohl nicht so schnell aus dem Gedächtnis verlieren. Als er am „Tag… »