DRK-Gruppe stemmt sich gegen Trend

Erstellt: 30. August 2010, 00:00 Uhr
DRK-Gruppe stemmt sich gegen Trend Ein Service für die Gäste: die Blutdruckmessung sowie Zucker- und Cholesterinwertbestimmung. Wolfgang Haalboom (v. l.) und Dr. Thomas Haalboom freuen sich über das Interesse. Foto: Stahlfeld

Rotes Kreuz in Maulbronn hält die Zahl der Mitglieder konstant – Bahnhofsfest dient der Öffentlichkeitsarbeit

Im Gegensatz zum bundesweiten Trend verliert der DRK-Ortsverein Maulbronn keine Mitglieder. Dazu tragen auch regelmäßige Informationen über die Arbeit bei des DRK bei, wie beispielsweise gestern beim Bahnhofsfest am Stadtbahnhof.

Von Ulrike Stahlfeld

Maulbronn. Mit aktuell 785 Fördermitgliedern konnte der Ortsverein Maulbronn, zu dem auch die Gruppen in Ölbronn und Sternenfels gehören, die Zahl der Förderer im Vergleich zum Vorjahr halten. „Die Mitglieder sind uns treu geblieben, trotz des wirtschaftlich schweren Jahres“, stellte Vorsitzender Dr. Thomas Haalboom gestern zufrieden fest. Dass sich der Ortsverein erfolgreich gegen den bundesweiten Trend stemmt, wertet er als Erfolg der Vereinsarbeit. Ganz wichtig sei dabei das jährliche Bahnhofsfest. „Hier wollen wir den Mitgliedern zeigen, was mit den Fördergeldern passiert und ihnen das Gefühl geben, dass sie dazu gehören“, erklärte Haalboom. Neben den Erlösen aus Festen und Märkten stelle der Beitrag der Fördermitglieder eine der wichtigsten Säulen zur Finanzierung der Vereinsarbeit dar.

 Zur Vereinsarbeit gehören in erster Linie die Einsätze bei Notfällen. So wurden die Helfer-vor-Ort-Gruppen in Maulbronn, Ölbronn und Sternenfels 2009 zu 240 Notfalleinsätzen alarmiert. 2010 werden es nach Schätzung von Einsatzleiter Wolfgang Haalboom in etwa genauso viele sein. Stets einsatzbereit rückten die Ölbronner selbst eine Stunde vor Festbeginn noch zu einem Notfall aus.

 „Die Leute sind oft überrascht über die vielen Einsätze“, weiß Dr. Thomas Haalboom. Tatsächlich seien die Helfer oft auch nachts unterwegs, nicht zuletzt weil die Zahl der internistischen Notfälle ansteige. Haalboom: „Die Altersstruktur schlägt durch. Herz, Lunge, Schlaganfall und Diabetes sind die Klassiker.“

 Neben den Einsätzen bei Notfällen leisten die Helfer noch jede Menge weitere ehrenamtliche Arbeit. Über „wahnsinniges bürgerschaftliches Engagement“ freute sich Haalboom bei der ersten Blutspendeaktion im April dieses Jahres in Diefenbach. Bis halb zehn Uhr abends seien die Spender gekommen. Am Ende waren es 164 Blutspenden, die der neu gegründete Arbeitskreis Blutspende Sternenfels/Diefenbach verzeichnen konnte.

„Oft fehlen Basiskenntnisse  für die Erste Hilfe“
DRK-Einsatzleiter Dr. Thomas Haalboom

 Blutspenden können Leben retten. Erste Hilfe aber auch. Nachdem im vergangenen Jahr im Evangelischen Seminar Schulsanitäter ausgebildet wurden, soll es diese ab dem kommenden Schuljahr auch im Salzachgymnasium der Klosterstadt geben. „Die Resonanz ist sehr gut. Es haben sich zwölf Schüler gemeldet“, so Haalboom. Je zwei werden den täglichen Dienst an der Schule übernehmen.

 Der DRK-Ortsverein Maulbronn übernimmt nicht nur die materielle Ausstattung, sondern bildet den Nachwuchs auch aus. Ansonsten würden Erste-Hilfe-Kurse höchstens von Firmen und Vereinen nachgefragt, bedauerte Haalboom. Das Interesse in der Bevölkerung sei gering. Dementsprechend fehlten auch die Kenntnisse. „Ich wusste nicht, was ich tun sollte“, lautet der Satz, den Dr. Thomas Haalboom bei Alarmierungen nicht selten zu hören bekommt. Einsatzleiter Wolfgang Haalboom: „Das Interesse könnte größer sein.“

 Über mangelndes Interesse konnten sich Dorothee Lewis und Heinz Kammerer von der Initiative Maulbronn am Zug sowie der VCD-Landesvorsitzende und Vorsitzende des Kreisverbandes, Matthias Lieb, nicht beklagen. Sie nutzten das Bahnhofsfest, um ein weiteres Mal für die stündliche Anbindung vom Stadtbahnhof an den Westbahnhof zu werben. Bislang verkehrt hier nur am Wochenende der Klosterstadtexpress.

 Statt einem regelmäßigen Zugverkehr hat der Gemeinderat den Bau einer Buswendeschleife zur Verbesserung der Busanbindung beschlossen. „Die Buswendeschleife ist besser als nichts, aber das ist noch nicht die Lösung“, machte Lieb unmissverständlich klar.

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