Doppelter Einsatz

Erstellt: 14. November 2009, 00:00 Uhr
Doppelter Einsatz „Es macht Spaß, dem Ball hinterher zu hechten“, sagt Julia Igel. Egal, ob mit bloßen Händen beim Faustball (hier noch im Trikot des TV Bretten bei der DM-Endrunde im März) …Foto: Einbock

Faustball und Badminton: Julia Igel will zweifachen Erfolg

 Freude am Sport ist Julia Igel quasi in die Wiege gelegt worden: Schon als Baby war die Illingerin im Kindersitz beim Turnen dabei. Bis heute hat Igel jede Menge Spaß an der Bewegung – und Ehrgeiz: Gleich in zwei Sportarten parallel kriegt die 22-Jährige Training samt Spielbetrieb unter einen Hut.

Von Ulrike Stahlfeld

Illingen. Montags geht es ins Badminton-Training, dienstags ist Krafttraining und donnerstags folgen auf eine Stunde Badminton zwei Stunden Faustball. Doch nicht nur während der Woche ist Julia Igel fast ausgebucht. Auf gut sieben Stunden Training folgen am Samstag der Badminton- und am Sonntag der Faustball-Spieltag. Denn Julia Igel betreibt ihren Sport nicht nur, um fit zu bleiben. Sie möchte auch etwas erreichen.

 Im Hallen-Faustball kämpft sie deshalb mit ihrer Mannschaft vom TV Vaihingen um den Aufstieg in die 1. Bundesliga Süd. Seit Beginn dieser Saison spielt die Illingerin in Vaihingen. Zuvor war sie bereits dreieinhalb Jahre mit dem TV Bretten in der 1. Bundesliga aktiv. In der Hallensaison 2008 gehörte sie dort zu den Stammspielern als, Bretten um die Deutsche Meisterschaft spielte. Julia Igel belegte mit ihrer Mannschaft den dritten Platz. Sie sei aufgeregt gewesen, schließlich sei sie quasi in’s kalte Wasser geworfen worden, erinnert sich die 22-Jährige. Denn eigentlich war sie damals fast noch blutige Anfängerin. Schließlich begann die Illingerin erst mit 18 Jahren, Faustball zu spielen.

 Das war auch der Grund für ihren Wechsel zum Zweitligisten Vaihingen: „Mir hat in Bretten das Techniktraining gefehlt, das ich noch brauche. Ich spiele ja erst seit vier Jahren Faustball.“ Beim Erstligisten habe der Schwerpunkt der Übungseinheiten mehr auf Taktik und Kondition gelegen. In Vaihingen, wo sie schon seit April mittrainiert, sei das anders. Ihr Ziel dort ist der Aufstieg in die erste Liga auch in der Halle. In der abgelaufenen Feld-Saison ist das den Vaihinger Damen bereits gelungen.

 Vor ihrem Einstieg in den Faustballsport stand Igel bei den Handballerinnen des TSV Bönnigheim im Tor. Die Zäsur kam, als Julia Igel nicht mehr in der Jugend spielen konnte. Sie hatte wenig Lust, mit einer Damenmannschaft in der Kreisklasse anfangen zu müssen und wechselte nach acht Jahren die Sportart. Eigentlich hätten sie auch Tischtennis oder Hockey gereizt, aber: „Es macht Spaß, nach dem Ball zu hechten“, ist Julia Igel mit ihrer Entscheidung für den Faustball zufrieden. Um gut zu sein, brauche man einen ruhigen Arm, müsse aber auch schnell sein.

„Einen Gegner auszuspielen, ist ein tolles Gefühl“

 Einen schnellen Antritt braucht das 160 Zentimeter große Energiebündel auch bei seiner zweiten Leidenschaft, dem Badminton. So ergänzen sich die beiden Sportarten für die 22-Jährige perfekt. Mit sieben Jahren begann sie, dem Federball hinterherzujagen. Heute spielt sie mit der ersten Mannschaft des SV Illingen in der Verbandsliga. „Das ist fast wie ein Einzelsport“, zeigt sie den Unterscheid zum Faustball auf. Einen Punkt zu machen, den Gegner auszuspielen sei ein tolles Gefühl. „Wir wollen in die Württembergliga aufsteigen“, benennt sie auch hier klar ihre Ziele.

 Da die Badminton-Liga samstags, die Faustball-Liga sonntags spiele, seien beide Sportarten gut unter einen Hut zu bringen. Zumal im Badminton nur ein- bis zweimal im Monat Punktspiele ausgetragen werden. Konflikte mit Trainern und Mitspielern gebe es deswegen nicht. „Meine Badminton-Kameraden ziehen mich höchstens mal auf, wenn ich nach einem Spieltag abends nicht mehr mit ihnen fortgehen kann, weil am nächsten Tag ein Faustball-Spieltag ansteht“, sagt Julia Igel. „Aber das tun sie nur im Spaß.“
 Sport prägte von jeher das Leben von Julia Igel. Ihre Mutter Ingrid leitete das Mutter-Kind-Turner beim SV Illingen und so war sie bereits als Baby im Kindersitz bei den Übungsstunden dabei. Als Mädchen besuchte sie das Turnen, es folgten vier Jahre als Schwimmerin bei den Wasserfreunden Mühlacker. Zwischendurch spielte die Heranwachsende Fußball.

 Letzterer hat es ihr bis heute angetan. „Aber dazu bleibt keine Zeit“, bedauert die Inhaberin einer VfB-Dauerkarte, bei der morgens um 5.15 Uhr der Wecker klingelt. Schließlich hat Julia Igel auch noch einen Beruf: Justizfachangestellte beim Amtsgericht Esslingen. Da braucht die quirlige Sportlerin dann jede Menge Sitzfleisch. Doch wie sie zugibt, habe das manchmal auch sein Gutes: „Wenn ich platt bin vom Wochenende, bin ich froh, dass ich sitzen kann.“

 Jede Menge Badminton gibt es übrigens auch heute in Illingen zu sehen. Rund 90 Nachwuchsspieler, 18 davon vom SV Illingen, bestreiten in der Stromberg-Sporthalle das letzte von drei Turnieren der Jugend-Regionalrangliste Nordwürttemberg in dieser Saison. Es geht um die Startplätze bei den Turnieren der Bezirksrangliste. Die Altersklassen U11, U13 und U15 beginnen um 9.30 Uhr, die U17 und U19 gegen 13.30 Uhr. Julia Igel wird davon wohl nicht viel zu sehen bekommen: „Ich bin zur Arbeit an unserem Verpflegungsstand eingeteilt.“

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