DM ist nicht jeden Tag

Erstellt: 28. Mai 2011, 00:00 Uhr
DM ist nicht jeden Tag DM ist nicht jeden Tag

Großes Fahrradtrial-Spektakel am 4. und 5. Juni im Ölbronner Steinbruch – Spitzensportler aus ganz Deutschland zu Gast

Sie haben unzählige Tage geschuftet und Tonnen von Material bewegt, um am 4. und 5. Juni der Trial-Elite aus ganz Deutschland ein perfektes Sportgelände zu bieten. Jetzt ist so gut wie alles angerichtet für das Meisterschafts-Spektakel beim RMSC Ölbronn.

Von Maik Disselhoff

Ölbronn-Dürrn. Jetzt müssen die Mitglieder des Rad- und Motorradsport-Clubs Ölbronn (RMSC) nicht mehr lange warten, bis die Deutsche Meisterschaft im Fahrrad-Trial auf dem heimischen Vereinsareal im Steinbruch beginnt. Die Spannung steigt, nicht nur im Hinblick darauf, wie die Spitzensportler aus der Bundesrepublik die verschiedenen Parcours bewerten, sondern auch bezüglich des Abschneidens der vereinseigenen Talente, die der RMSC an dem DM-Wochenende in den Wettkampf für 20 Zoll große Räder schicken wird.

 „Es kommen die Besten“, betont Markus Friedrich, beim RMSC hauptverantwortlich für die DM. Dass es im Wettbewerb ordentlich knistern wird, davon ist Friedrich fest überzeugt. „Diejenigen, die hier mitfahren, rechnen sich alle eine Chance auf die WM-Teilnahme aus.“ An die 90 „Trialer“ werden im Rahmen der Meisterschaft im Ölbronner Steinbruch für eine spektakuläre Show sorgen.

 Nach unzähligen Arbeitsstunden ist alles angerichtet. „Wir haben für die DM das Schwierigkeitsniveau in unseren Sektionen noch einmal hochgeschraubt“, teilt Friedrich mit. Mit Sektionen meint er die einzelnen Parcours mit ihren jeweiligen Hindernissen, denen sich die Trialfahrer stellen müssen. Sprunghöhen und Distanzen zwischen den Schikanen wurden vergrößert. „Wir setzen beim Sektionsbau bei der DM auch künstliche Hindernisse wie riesige Lkw-Reifen, Kabelrollen oder Betonteile ein.“ Ab heute wird das Vereinsgelände für den Aufbau der insgesamt 24 Parcours gesperrt. „Wegen der Gerechtigkeit, schließlich sollen unsere Fahrer wie die anderen nicht wissen, was auf sie zukommt“, so der 44-Jährige zum Fairplay und einem genau festgelegten Reglement im Trial. Fünf Sektionen werden komplett neu sein. Um die teils tonnenschweren Steine überhaupt bewegen zu können, ist ein größerer Radlader beim Aufbau nötig. „Teilweise haben wir auch Hilfe von Profis geholt“, berichtet Friedrich über den enormen Aufwand im Vorfeld der DM. Die Felsbrocken aus dem eigenen Gelände hatten nicht die nötige DM-Festigkeit. 120 Tonnen des harten und witterungsbeständigen Porphyr wurden deshalb eigens für die Meisterschaft aus dem Freiburger Raum in den Enzkreis gekarrt. Die DM-Premiere ist eben in jeder Hinsicht ein gewichtiges Unternehmen.

Rund 40000 Euro fließen
in die DM-Infrastruktur

 Die Clubmitglieder haben zudem viel Zeit in den Umbau ihres Vereinsheims gesteckt. Unter anderem gibt es jetzt auf dem RMSC-Gelände richtige Duschen. „Ein Arbeitseinsatz jagte den anderen. Wir sind froh, dass jetzt alles fertig ist“, macht Friedrich klar, dass einige Mitglieder die Grenzen ihrer Belastbarkeit erreicht haben. Welche Konsequenzen die Überzeugung „Eine DM können wir auch“, die bei der vergangenen Meisterschaft in Offenburg geboren wurde, hat, dessen sind sich die Trialfreunde erst jetzt in voller Tragweite bewusst. Insgesamt habe der Verein an die 40000 Euro für die Deutsche Meisterschaft investiert, so Friedrich.

 „Es geht uns darum, zu zeigen, was die Jungs und Mädchen auf ihren Rädern drauf haben. Wir wollen Werbung fürs Trial machen“, sagt Friedrich zur Veranstaltung auf dem eigenen Vereinsgelände. Der Reiz des Sports liegt für den DM-Koordinator in der Geschicklichkeit und Athletik, die die Fahrer auf ihren Rädern unter Beweis stellen. „Trial ist ein ruhiger Einzelkämpfersport, bei dem man eine große Sprungkraft und ein wahnsinniges Fahrgefühl haben muss.“

 Damit der gewünschte Werbeeffekt auch eintritt und sich die Investition ein wenig bezahlt macht, hoffen Friedrich und seine Vereinskameraden auf viele Besucher aus Ölbronn und den umliegenden Gemeinden. „DM ist ja nicht jeden Tag.“ Bei größeren Wettkampf-Wochenenden waren im Ölbronner Steinbruch in der Vergangenheit schon häufiger über 1000 Besucher, inklusive der Sportler, zu Gast. Diese Zahl gilt es bei der DM freilich noch einmal nach oben zu schrauben.

 Dreimal die Woche trainieren die RMSC-Fahrer. „Vor der DM sogar bis zu viermal, sonst läuft da im Spitzenbereich nichts“, erklärt der 44-Jährige. Ab circa 2000 Euro ist ein anständiges Trial-Fahrrad zu haben. „Wobei nach oben wie bei fast jedem Sport, bei dem das Material eine große Rolle spielt, fast keine Grenzen gesetzt sind.“
 Um das Meisterschaftswochenende für die Zuschauer attraktiv zu gestalten, finden an beiden Tagen um 14 Uhr Finalläufe in den höchsten Fahrer-Klassen „Elite“ und „Junioren“ statt. Die Finals sollen für die Besucher auch kommentiert werden, kündigt Friedrich an. Am Sonntag beginnt die Veranstaltung um 10 Uhr, am Sonntag um 9 Uhr.
 Vielleicht stehen bei der Deutschen Meisterschaft in Ölbronn am Ende auch einige Fahrer aus den eigenen Reihen ganz oben auf dem Treppchen. Dann wäre die Krönung eines ganz besonderen Trial-Wochenendes in Ölbronn perfekt. Titelhoffnungen verbinden sich mit Nina Reichenbach, Kai Lorenz und Jonas Friedrich.

Mehr Infos zur DM auf der Internetseite des
RMSC Ölbronn unter www.rmsc.oelbronn.de

Info

Trial

Trial ist im Sport der Oberbegriff für einen Geschicklichkeitswettkampf auf einem mit speziellen Hindernissen ausgestatteten Parcours. Neben dem Auto- oder Lkw-Trial sind vor allem Motorrad- und Fahrrad-Trial populär. Die letzteren beiden Varianten werden beim RMSC Ölbronn betrieben. Trial stammt aus England, wo vermutlich in den 70er Jahren erstmals mutige und sportliche Grenzgänger versuchten, mit den zu jener Zeit unzureichenden Motorrädern unwegsames Gelände zu durchqueren.
 Trial passt als Begriff perfekt zum heute noch waghalsigen Sport, bedeutet das englische Wort doch übersetzt Versuch, Erprobung oder Belastung. Beim Motorrad- und beim Fahrrad-Trial steht die Beherrschung der Maschine in den Sektionen genannten Sonderprüfungen im Mittelpunkt. Im Rahmen einer festgelegten Zeit müssen die Sportler versuchen, möglichst fehlerfrei über verschiedene Hindernisse wie beispielsweise Steine, Kabeltrommeln, Betonstufen, Schlamm oder Wurzeln zu kommen. Ein Fuß auf dem Boden, ein Sturz oder das Berühren einer Abgrenzung zieht Strafpunkte nach sich.

 Beim Fahrrad-Trial gibt es zwei Weltverbände. Der Wettbewerb in Ölbronn findet im Rahmen der International Cycling Union (UCI) statt. Oft sind die Elite-Sektionen im Rad-Trial so schwierig, dass sie selbst zu Fuß nur schwer zu absolvieren sind. Ein „Trialer“ braucht Körperbeherrschung, Balancegefühl, Konzentration, Kraft, Ausdauer und Mut. (md)

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