Die Zahl der Arbeitslosen steigt

Erstellt: 31. August 2011, 23:00 Uhr

Enzkreis/Pforzheim (pm). Im August des Vorjahres waren es noch knapp 1700 Betroffene mehr bei einer Quote von 5,8 Prozent.

„Mit einer geringen Zunahme der Arbeitslosigkeit war zu rechnen, weil im Berichtszeitraum wie alljährlich zum Beginn der Sommerferien Schul- und Ausbildungsverhältnisse enden und vielfach Anschlussbeschäftigungen nicht sofort realisiert werden können“, analysiert Walter Reiber, Chef der Arbeitsagentur Pforzheim, die Situation.

Auf die Stadt Pforzheim entfiel eine Arbeitslosenzahl von 4717 (199 Arbeitslose mehr als im Vormonat) und damit eine Arbeitslosenquote von acht Prozent (Vormonat 7,6 Prozent). Auch der Enzkreis legte um knapp 200 Arbeitslose zu und kam für den Berichtsmonat auf rund 3000 Betroffene; die Arbeitslosenquote reagierte mit 0,1 Prozentpunkten und stieg auf 2,9 Prozent. Am Ranking für die Stadt Pforzheim hat sich nichts getan; auch im August hat die Stadt die höchste Quote landesweit, während der Enzkreis noch immer unter den fünf Kreisen mit der niedrigsten Arbeitslosenquote zu finden ist.

Ausbildungsmarkt ist ausgeglichener als im vorigen Jahr

Im Geschäftsstellenbezirk Mühlacker mit dem östlichen Enzkreis ergaben sich 1065 Arbeitslose; 73 mehr als im Juli mit einer Quote von 3,3 Prozent (plus 0,2 Prozentpunkte). Die Arbeitgeber im Geschäftsstellenbezirk meldeten 153 neue Stellen, das entspricht dem Vorjahresniveau und bedeutet ein Plus von 24 gegenüber dem Juli. Am Monatsende waren 344 Stellen unbesetzt.

Deutlich ausgeglichener als im Vorjahr zeigt sich der Ausbildungsmarkt. Bis August hatten die Unternehmer aus Pforzheim und dem Enzkreis 1872 Ausbildungsstellen für 1889 gemeldete Ausbildungsplatzsuchende zur Verfügung gestellt. Aktuell sind noch 328 von ihnen unversorgt; bei knapp 300 freien Ausbildungsstellen. „Rein rechnerisch ist das ein gutes Verhältnis freier Ausbildungsstellen und unversorgter Bewerber, allerdings passen Stellen- und Bewerberprofile oftmals nicht zueinander“, sagt Reiber, der hier noch großen Handlungsbedarf sieht, die Ausbildungsstellen zu besetzen oder für die Jugendlichen geeignete Alternativen zu finden. Bis Ende September sollen alle Bewerber um einen Ausbildungsplatz versorgt und die freien Ausbildungsstellen möglichst vollständig besetzt sein.

Die Arbeitslosigkeit stieg im August bei den Frauen deutlich stärker als bei den Männern. Am Monatsende waren es knapp 300 Frauen mehr als im Juli, während der Anstieg bei den Männern rund 90 ausmachte. Am Monatsende waren 3937 Männer und 3783 Frauen arbeitslos.

Der August brachte mit 821 neuen Stellen frischen Schwung auf den Stellenmarkt. Es waren 215 mehr als im Juli und 122 mehr als vor einem Jahr. „Seit Jahresbeginn sind rund 5600 Arbeitsstellen bei meinem Arbeitgeberservice eingegangen“, berichtet Walter Reiber.

Ein gutes Drittel der Stellen kam von Personaldienstleistern. Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes forderten knapp 150 Mitarbeiter direkt bei der Arbeitsagentur an. Rund 70 Stellen meldete der Handel, und 50 kamen vom Gesundheits- und Sozialwesen. Am Monatsende waren noch 1953 Arbeitsstellen frei, obwohl im Saldo mehr als 700 Stellen besetzt werden konnten. Die Zunahme zum Vormonat beträgt 102 und 562 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Vor allem die Zahl der jüngeren Arbeitslosen wächst

Nachgefragt werden vor allem Fachkräfte in der Fertigung. Insbesondere Metallbearbeiter, Schlosser, Mechaniker und Elektriker. Aber auch Ernährungsberufe oder Maler und Lackierer sind weiterhin gefragt. Nach wie vor werden Techniker und Ingenieure verschiedenster Fachrichtungen gesucht. Bei den Dienstleistungsberufen zeichnet sich ein deutlicher Bedarf an Büro- und Warenkaufleuten, Fahrern und Lagerarbeitern ebenso wie bei Sozialpflegerischen und Erziehungsberufen ab.

Vor allem die Zahl der unter 25-jährigen Arbeitslosen ist im August deutlich angestiegen auf jetzt 944 Erwerbslose. Die Arbeitslosenquote dieser Gruppe liegt bei 4,9 Prozent, und die Quote der Arbeitslosen im Alter von 50 bis unter 65 Jahren beträgt 5,2 Prozent. 28,6 Prozent aller Arbeitslosen sind ausländischer Herkunft.

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