Die unscheinbaren Wohltäter

Erstellt: 17. Februar 2007, 00:00 Uhr
Die unscheinbaren Wohltäter Einsatz im Ehrenamt.

MT würdigt in seiner neuer Serie den Einsatz im Ehrenamt – Start heute im MT

Der wahre Schatz einer Stadt ist das Engagement der Bürgerinnen und Bürger.“ So wohlklingend, fast schon poetisch, bringt Mühlackers Oberbürgermeister Arno Schütterle die Bedeutung ehrenamtlicher Arbeit auf den Punkt. Das Mühlacker Tagblatt findet ebenfalls: Ohne Ehrenamt läuft in einer Zeit, in der die Politik vor allem über leere Kassen jammert und Ansprüche stellt, (fast) nichts mehr.

 Zum Glück für die Allgemeinheit leistet auch in unserer Region eine beträchtliche Zahl von Menschen einen bedeutenden Beitrag, welcher der Gemeinschaft zugute kommt – ob in Vereinen, im Jugendbereich, in der Betreuung alter Menschen oder auf anderen sozialen Feldern.

 Leider – und ungerechterweise – schaffen diese Menschen außerhalb des Rampenlichts. Von der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Das soll sich ändern: Unsere Zeitung will die oft bescheidenen Freiwilligen mit einer Serie in den verdienten Mittelpunkt stellen. Motto: Beachtung, wem Beachtung gebührt. Warum bemüht sich jemand überhaupt ehrenamtlich? Was ist der Lohn der Helfer? Welche Erfahrungen sammeln sie? Diesen und anderen Fragen wollen wir in Porträts, die in loser Folge erscheinen, nachgehen.

 Die moralische Unterstützung lokaler Prominenz ist dem MT indes bereits sicher. Er finde es sehr gut, dass das Mühlacker Tagblatt das Thema Ehrenamt aufgreife, anerkennt OB Arno Schütterle: „Ich freue mich schon darauf.“ Gerade das Ehrenamt sei „in einer Demokratie und in einer Kommune“ unverzichtbar. Er sei stolz, dass in Mühlacker viele Menschen in Vereinen und Gruppen Zeit und Energie für andere opfern. Der Wert ehrenamtlichen Tuns, das im Übrigen auch „persönlichkeitsbildend“ wirke, sei nicht mit Geld aufzurechnen. Umso wichtiger sei freilich eine angemessene Anerkennung, weshalb in Mühlacker die Verdienste engagierter Zeitgenossen bewusst öffentlich hervorgehoben und diese Bürger durch die Verleihung der Stadt-Nadel gewürdigt würden.

 Für Landrat Karl Röckinger ist das Ehrenamt „das i-Tüpfelchen in der Gesellschaft, die dadurch erst lebenswert wird“. Ein Gemeinwesen, in dem nur Eigennutz herrsche, „ist zum Untergang verurteilt“. Röckinger begrüßt es, dass finanziell verschiedene Rahmenbedingungen für ehrenamtlich Tätige verbessert werden sollen. Noch wichtiger sei jedoch die Anerkennung durch die Gesellschaft. „Mich ärgert es etwa, wenn von ,Vereinsmeiern‘ die Rede ist“, sagt der Landrat. Vereinsfunktionäre wie Trainer, Elternvertreter an Schulen oder Gemeinderäte – sie alle müssten nicht nur am Tag des Ehrenamts offiziell mit wohl klingenden Reden bedacht werden, sondern eigentlich „täglich ein kleines Dankeschön erhalten“. Karl Röckinger: „Jeder Tag müsste ein Tag des Ehrenamts sein.“ Sowohl Lob als auch Werbung für das Ehrenamt seien Daueraufgaben.

 Dass sich nun das MT mit einer Serie eben dieser Aufgaben annimmt, freut den Verwaltungschef des Enzkreises, der es für eine ausgezeichnete Idee hält, Ehrenamtliche in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Verdient haben sie es.ts/md

„Anpacker“ gesucht

Liebe Leser, kennen auch Sie jemanden, der es verdient hätte, dass man sein ehrenamtliches Engagement in unserer Zeitung der Öffentlichkeit bekannt macht und würdigt? Vorschläge können an das Redaktions-Sekretariat unter Telefonnummer 07041/805-27 übermittelt werden.

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