Die schwachen Leistungen kosten Uli Liebsch den Job

Erstellt: 12. Dezember 2006, 00:00 Uhr
Die schwachen Leistungen kosten Uli Liebsch den Job Zuletzt hatte Uli Liebsch bei den Steelers wenig Grund zum Lachen. Foto: mtav

Die Bietigheim Steelers feuern gestern ihren Trainer nach einer Krisensitzung.

Fast auf den Tag genau zwei Jahre stand Uli Liebsch an der Bande der Bietigheim Steelers. Seit gestern ist es amtlich: Der 41-Jährige ist nicht mehr Trainer des Eishockey-Zweitligisten. Bei einer Krisensitzung zogen die Verantwortlichen die Reißleine. Grund: Die sportliche Situation. Die Steelers stehen auf Platz sieben. Ziel ist aber der DEL-Aufstieg. Nachdem am Wochenende nur ein Punkt (2:4-Niederlage gegen Bremerhaven und 2:3-Pleite nach Verlängerung gegen Landsberg) heraussprang, wurde jetzt gehandelt.

VON MIRKO BÄHR
UND DOMINIQUE JAHN

Die Steelers tappen derzeit auf der Stelle und belegen in der Tabelle Platz sieben. Nur weil auch die Konkurrenz patzt, ist der Eishockey-Zweitligist noch nicht unter den Strich gerutscht – aber der ist bedrohlich nahe. Drei Punkte trennen Bietigheim-Bissingen vom Neunten Schwenningen. Und bis zum Aufeinandertreffen beider Klubs am 22. Dezember in der Porsche-Arena ist es nicht mehr lang. Müssen die Steelers, die mit großen Aufstiegsambitionen in die Runde gegangen sind, gar um den Einzug in die Play-offs bangen?

 Der Geschäftsführung, der Vorstandschaft und dem Verwaltungsrat war die Sache nicht mehr geheuer. Gestern gegen 16 Uhr dann die Nachricht: Uli Liebsch ist nicht mehr Trainer der Steelers. In einer Krisensitzung wurde die unbefriedigende sportliche Situation genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Der Coach muss gehen, wird mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben als Cheftrainer entbunden. Wie Pressesprecher Oliver Mayer weiter mitteilt, wird der Cheftrainer der Jugendabteilung, Danny Held, kommissarisch das Amt des Steelers-Cheftrainers übernehmen.

  Uli Liebsch wurde ein Angebot zur Weiterführung seiner Arbeit als gesamtsportlicher Leiter unterbreitet. Oliver Mayer: „Seit vergangener Woche stecken die Verantwortlichen die Köpfe zusammen und suchen nach einem Weg aus der Krise.“ Vor der Krisensitzung ließ Liebsch noch wissen: „Klar haben wir mehr von uns erwartet, aber viele Ausfälle haben uns immer wieder zurückgeworfen, zudem bleiben einige Leistungsträger derzeit hinter ihren hohen Erwartungen zurück.“

 Es wird vermutet, dass die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer nicht mehr hundertprozentig stimmte. Erst musste Petr Mares vor gut zwei Wochen gehen, dann löste man den Vertrag mit Verteidiger Michael Hrstka auf. Jetzt musste Uli Liebsch seine Koffer packen. Die Vereinsverantwortlichen räumen auf und setzen eindeutige Zeichen.

 Die beiden Spiele vom Wochenende trugen nicht gerade zu einer Verbesserung der Lage bei. Gut gespielt und doch verloren, hieß es am Freitagabend nach der Partie in Bremerhaven. Trotz einer ansprechenden Leistung und eines blendet aufgelegten Florian Jung mussten sich die Steelers mit 2:4 geschlagen geben. Jung erzielte beide Treffer (15., 25.) für den SC Bietigheim, ehe ein Doppelschlag im Schlussabschnitt von Forster (42.) und Tepper (43.) die Niederlage besiegelte.

 Eine „ordentliche Partie“ machte laut Liebsch Matthias Hart, der nach seiner langen Verletzungspause wegen eines Mittelfußbruchs wieder auf dem Eis stand. Der Angreifer konnte aber auch am Sonntagabend die 2:3-Niederlage gegen Aufsteiger Landsberg im Ellental nicht verhindern. In einem höchstens durchschnittlichen Spiel war es der kanadische Stürmer Jeff Legue, der nach einer Minute in der Verlängerung den entscheidenden Puck im Netz von Steelers Schlussmann Jason Elliott versenken konnte. 

 Zwar erspielte sich die neu formierte Steelers-Offensive mit Philipp Schlager, Florian Jung und dem Debütanten im SCBB-Trikot Martin Schweiger, der aus Duisburg ins Ellental wechselte, viele gute Möglichkeiten (Torschussverhältnis 21:11), doch erneut haperte es im Abschluss. Die Bayern dagegen kamen nur in Überzahl oder mit schnellen Kontern ins Drittel der Hausherren.

 Im zweiten Drittel gelang Jakub Körner der Ausgleich. In der 51. Minute die erneute Führung für Landsberg: Bei 5:3-Überzahl brachte Adam Mitchell sein Team erneut in Front. Rund fünf Minuten später konnte Martin Schweiger einen Schuss von Verteidiger Körner abfälschen und somit kurz vor Ende der Partie ausgleichen. Schweiger, der unermüdlich arbeitete und flink im gegnerischen Drittel wirbelte, rettete seinen neuen Arbeitgeber in die Verlängerung.

 In dieser sicherte dann mit Jeff Legue ebenfalls ein Neuzugang die Punkte – allerdings für die Gäste. Für Uli Liebsch bedeutete dieser Treffer das Aus als Cheftrainer der Bietigheim Steelers. Ein Nachfolger war gestern noch nicht in Sicht, kommissarisch wird erst einmal Danny Held diese Position übernehmen. Auch der überzeugende Auftritt von Martin Schweiger konnte Liebsch nicht retten. Uli Liebsch trat vor zwei Jahren die Nachfolge von Danny Naud an. Ohne Erfolg.

Weiterlesen
Teurer Lichterglanz schockt Gemeinde

Teurer Lichterglanz schockt Gemeinde

Vorweihnachtliche Diskussion in Sternenfels Für Verwunderung haben im Sternenfelser Gemeinderat die deutlich gestiegenen Kosten für die Adventsbeleuchtung gesorgt. Zuständig dafür ist der Energieversorger EnBW.Von Andrea Garhöfer Sternenfels. Der weithin sichtbare… »