Die Schlange ist ja gar nicht glitschig

Erstellt: 30. November 2010, 00:00 Uhr
Die Schlange ist ja gar nicht glitschig Bei der Reptilienschau in Dürrmenz: mutige Jungs mit einer Schlange. Foto: Filitz

Reptilienschau mit 300 Tieren in Dürrmenz – Mutige Besucher fassen Vogelspinne an.

Über 300 Reptilien sind am Wochenende in Dürrmenz gezeigt worden. Die Veranstalter waren mit dem Besucherandrang nicht zufrieden.

Von Eva Filitz

Mühlacker. Die „Crocodile Brothers“, das sind die Brüder Benito (17) und Albany (15) Spindler aus Aalen, präsentierten am Wochenende rund 300 Tiere, die meisten den Reptilien zuzuordnen, in einer Ausstellung im Tagungszentrum der Christlichen Gemeinde in Dürrmenz. Wer wollte, konnte sich auf hautnahen Kontakt mit Alligatoren, Schlangen aller Größen und Couleur, Waranen, Schildkröten und Vogelspinnen einlassen. Unzählige Insekten, Falter und Schmetterlinge warteten, allerdings aufgespießt in Schaukästen, auf neugierige Betrachter.

 Zum Schmusen sind sie eigentlich nicht geeignet. Doch Sinan (acht Jahre) und sein Bruder Cihan (sechs) aus Mühlacker zeigten keinerlei Scheu vor den gefleckten Kriechtieren und ließen sich mutig eine Rote Regenbogenboa oder eine Madagaskarboa um den Hals legen. „Die sind ja gar nicht glitschig“, stellten sie fest, als sie vorsichtig die Schlangenhaut berührten. Bei dem Schwarzweißen Teju, einer Echsenart, mussten die Umstehenden schon eher aufpassen, denn der hat die Kraft, mit seinem Schwanz blitzschnell wie mit einer Peitsche zuzuschlagen. Dass sie sich überwinden könnte, einmal eine Vogelspinne in die Hand zu nehmen, hätte sich Petra Röse nie zugetraut. „Ganz wollig fühlt sie sich an“, blickte sie mit leichtem Schaudern auf das respektable Tierchen hinunter, war aber sichtlich froh, als es wieder in seinem Terrarium verschwinden durfte. Sie war mit ihren Söhnen Nico (drei Jahre) und Leon (sieben) aus Enzberg gekommen. „Leon ist ein Harry-Potter-Fan und will mal echte Schlangen sehen“, erzählte sie. Den Unterschied zwischen fantastischen Geschichten und der Realität erfuhr Leon dann hautnah unter dem Gewicht einer 100 Kilogramm schweren Albinopython, die er zusammen mit drei anderen Jungen „schulterte“. „Giftschlangen werden in der Ausstellung nicht gezeigt, nur Würgeschlangen“, beruhigte Juniorchef Benito Spindler die umstehenden Mütter und Väter. Lust auf einen solchen „Halswickel“ hatte aber niemand. Auch dem fauchenden Alligator, den Spindler am Schwanz aus dessen „Höhle“ auf den helleren Gang zwischen den Terrarien zog, etwas näher zu kommen, war schon fast eine Mutprobe. Doch den anschließend gezeigten jungen Alligator vorsichtig auf dem Rücken zu streicheln, traute sich dann doch noch einer.

  „Unsere Familie beschäftigt sich seit vier Generationen mit Reptilien“ berichtete der Juniorchef, „wir zeigen die größte Reptilienausstellung, die es in Europa gibt.“ Insgesamt würden am Heimatstandort Aalen 800 Tiere in artgerechten Unterkünften betreut. Sind sie auf Tour, was fast ständig der Fall ist, so sind die Tiere in klimatisierten Terrarien mit geregelter Wärme und Luftfeuchtigkeit untergebracht, wie es ihren natürlichen Lebensbedingungen einigermaßen entspricht. Veterinäre haben ein wachsames Auge auf die mobile Tierschau. „Unsere Live-Show zeigen wir nur vor einer entsprechend großen Besuchergruppe. Wir hatten uns in Mühlacker mehr Zuspruch erwartet“, äußerte sich Benito Spindler ein wenig enttäuscht über die Zurückhaltung der Senderstädter.

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