Die Scheidung ist vorerst vom Tisch

Erstellt: 15. Januar 2008, 00:00 Uhr
Die Scheidung ist vorerst vom Tisch Handballer aus Vaihingen und Illingen werfen auch künftig gemeinsam Tore. Foto: Küppers

Handball: SG Vaihingen-Illingen bleibt bis mindestens zum Sommer 2009 erhalten

Illingen – Die Handball-Spielgemeinschaft des SV Illingen und des TV Vaihingen wird mindestens bis zum Ende der kommenden Saison 2008/2009 fortbestehen. Das stehe nun fest, sagt die derzeitige Vorsitzende der SG Vaihingen-Illingen, Ingrid Göbgen. Die entscheidende Frist ist mit dem Jahreswechsel abgelaufen, ohne dass einer der beiden Vereine die Zusammenarbeit für beendet erklärt hat.

VON STEFFEN-MICHAEL EIGNER

„Weder hat der TV Vaihingen die Spielgemeinschaft aufgekündigt, noch hat das der SV Illingen getan. Das bedeutet, dass wir auch in der kommenden Saison gemeinsam antreten“, sagte Ingrid Göbgen auf Nachfrage der MT-Redaktion. Die Kündigungsfrist war am 31. Dezember verstrichen.

 Noch Anfang Dezember hatten die Beteiligten auf einer eigens dafür anberaumten Sitzung über den Fortbestand der SG Vaihingen-Illingen diskutiert, nachdem Meinungsverschiedenheiten über die zu leistenden finanziellen Beiträge der beiden Vereine aufgetreten waren. Auch war bei der Versammlung am 7. Dezember im Illinger Vereinsheim deutlich geworden, dass eine Reihe von Mitgliedern emotional noch immer in der alten Rivalität zwischen den beiden Vereinen verhaftet sind.

Probleme beider Clubs durch die Gemeinschaft behoben

Nun hat sich wohl einstweilen doch die Erkenntnis durchgesetzt, dass der Spiel- und Trainingsbetrieb der Spielgemeinschaft Vaihingen-Illingen zwar teures Geld kostet, aber auch beiden Vereinen einen ungeheuren Nutzen bringt. Denn vor dem Zusammenschluss im April 2006 hatte die Handballabteilung des SV Illingen arge Nachwuchsprobleme, während es umgekehrt den gut besetzten Handballern des TV Vaihingen an Hallenkapazitäten mangelte – was Illingen mit der Stromberghalle wiederum zu bieten hatte.

 Seit beinahe zwei Jahren können die beiden Vereine nun aus einem gemeinsamen Reservoir an Nachwuchsspielern schöpfen und zusammen die Hallen in Illingen und Vaihingen optimal nutzen. Die Gründung der Spielgemeinschaft Vaihingen-Illingen hatte nicht zuletzt auch zur Folge, dass erstmals in der Geschichte beider Vereine alle Altersklassen mit mindestens einer Mannschaft besetzt sind und bei den Aktiven zwei Herren- und zwei Damenteams am Ligaspielbetrieb teilnehmen. Diesen Umstand und die Tatsache, dass die SG Vaihingen-Illingen im vergangenen Jahr ebenso zum ersten Mal in beider Vereinsgeschichte eine Auszeichnung für ihre Jugendarbeit seitens des Verbandes erhalten hat, führten die beiden Vorsitzenden der Spielgemeinschaft Ingrid Göbgen vom TV Vahingen und Martin Witte-Gutjahr vom SV Illingen als Argumente für den Fortbestand der Gemeinschaft an.

An der Identifikation mit der SG hapert es noch

Eine Trennung wäre also beiden Vereinen womöglich teuer zu stehen gekommen. Weder wäre eine Jugendarbeit auf dem derzeitigen Niveau möglich gewesen, noch hätten wohl die Aktiventeams langfristig ihre jetzigen Klassen halten können – die Damen der SG Vaihingen-Illingen spielen immerhin in der Bezirksliga.

 Nichtsdestotrotz muss die SG-Vaihingen-Illingen das für den Spiel- und Trainingsbetrieb notwendige Geld erwirtschaften, etwa durch Feste und Turniere, die die Spielgemeinschaft auf die Beine stellt, sie ausrichtet oder an denen sie sich mit Aktionen beteiligt. Daran hatte es nach den Worten der beiden SG-Vorsitzenden in der Vergangenheit noch gehapert. Mangels Identifikation mit der Spielgemeinschaft sei es schwierig, tatkräftige Helfer für derlei Veranstaltungen aus den beiden Vereinen heraus zu rekrutieren.

 Dennoch atmen die Befürworter der Spielgemeinschaft unüberhörbar auf: „Wir spielen auch in der Saison 2008/2009 zusammen – und danach hoffentlich noch ganz, ganz lange“, so Ingrid Göbgen.

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