Die Prominenz ruft: „Überraschung!“

Erstellt: 26. April 2012, 23:30 Uhr
Die Prominenz ruft: „Überraschung!“ Ein Prosit auf den Jubilar: Bei einem kleinen Überraschungsempfang für Karlheinz Oehler gratulieren unter anderem sein Stellvertreter Rainer Zundel (Bild li.) und Mühlackers OB Frank Schneider.

Wiernsheim. Schon seit Wochen, während der Jubilar im Urlaub weilte, liefen insgeheim die Vorbereitungen für den kleinen Empfang im Anschluss an die Sitzung des Gemeinderats. Nichts durfte nach außen dringen, um die Überraschung nicht zu gefährden. Offenbar hatte die Überfalltaktik Erfolg, denn Oehler zeigte sich vollkommen verblüfft, als sich nach bewältigter Tagesordnung noch Besuch ankündigte.

Es traten ein die beiden Landtagsabgeordneten Dr. Hans-Ulrich Rülke (FDP) und Viktoria Schmid (CDU), begleitet von Landrat Karl Röckinger, Oberbürgermeister Frank Schneider aus Mühlacker und den Bürgermeister-Kollegen Jürgen Kurz (Niefern-Öschelbronn), Heinz-Peter Hopp (Knittlingen) und Norbert Holme (Ölbronn-Dürrn). Während die Gemeinderäte im Vorfeld eingeweiht waren, zeigte sich Oehler überwältigt von dem unerwarteten Zeichen der Wertschätzung.

In einer leidenschaftlichen Laudatio würdigte der Gemeinderat und ehrenamtliche Bürgermeister-Stellvertreter Rainer Zundel das Wirken Oehlers in Wiernsheim. Im April 1982 habe es historische Ereignisse gegeben wie den Falkland-Krieg oder die Gründung der Punkrock-Gruppe „Die Toten Hosen“, erinnerte Zundel. Doch im selben Monat habe auch – aus lokaler Sicht ebenfalls ein einschneidendes Ereignis – der junge Bürgermeister Oehler seine Tätigkeit in Wiernsheim aufgenommen. Dabei sei der „Neue“ nicht von allen mit offenen Armen empfangen worden, verwies der Stellvertreter auf die Skepsis, die dem Nachfolger von Rolf Gockeler entgegengeschlagen sei. Es habe Jahre gedauert, bis Karlheinz Oehler nach einer Phase der Reserviertheit die volle Anerkennung in der Bürgerschaft gefunden habe.

Die 30 Jahre seien „eine bewegte kommunalpolitische Zeit“ in Wiernsheim gewesen, stellte Zundel fest. Mit großer Tatkraft habe der Bürgermeister zusammen mit dem Gemeinderat vieles erreicht: „Er war also keine ,tote Hose‘.“ Heiterkeit kam auf, als der Bürgermeister-Stellvertreter ein Bild von 1982 zeigte, das den Bürgermeister-Anfänger mit einem Vollbart à la Fidel Castro zeigt. Im Namen des Gemeinderates und der Bürger gratulierte Zundel dem Ortsoberhaupt zum Dienstjubiläum. An Oehlers Ehefrau Sevasti überreichte Zundel einen Blumenstrauß.

Als einen aktiven und sehr umtriebigen Kollegen bezeichnete Bürgermeister Jürgen Kurz, der auch als Vertreter des Gemeindetags gratulierte, den Wiernsheimer Schultes. Stehvermögen und Teamfähigkeit im Gremium seien wichtige Voraussetzungen für Oehlers erfolgreiche Tätigkeit in seiner Gemeinde und im Enzkreis, unterstrich Kurz. Die Gemeinde Wiernsheim voranzubringen, bleibe eine große Herausforderung, „die ihn sicherlich auch in die fünfte Wahlperiode führen wird“.

Abschließend überreichte Kurz – zum ersten Mal an einen Bürgermeister im Enzkreis – die Stele des Gemeindetags mit der eingravierten Zahl 30 an Karlheinz Oehler.

Mit viel Humor beschrieb auch Landrat Karl Röckinger die Amtszeit von Karlheinz Oehler. Dabei zitierte er unter anderem Wilhelm Busch und sein „liebes Federvieh“, ist doch der Jubilar gleichzeitig ehrenamtlicher Kreisvorsitzender der Rassegeflügelzüchter.

Oehler sei bekannt als ein „Hitzkopf“, stellte Röckinger fest, „aber der sympathischen Art.“ Ein Mensch und Politiker, der das klare Wort liebe, was für einen Bürgermeister grundsätzlich nicht verkehrt sei. Im Gegenzug könne Oehler auch ein offenes kritisches Wort vertragen. Röckinger berichtete von diversen „Lausbubengeschichten“, andererseits habe Wiernsheim in den 30 Jahren zum Beispiel beim Klimaschutz Vorbildliches erreicht, lobte der Landrat, der dem Bürgermeister und Vorsitzenden der FDP-Kreistagsfraktion ein Sortiment an edlen Tröpfchen überreichte.

Das Land sei 60 Jahre alt, verwies der FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Dr. Hans-Ulrich Rülke, auf eine weitere runde Zahl, und die Hälfte dieser Zeit sei Karlheinz Oehler Bürgermeister in Wiernsheim. Rülke bescheinigte dem Schultes viel Kreativität und eine gewisse Schlitzohrigkeit: „Er weiß, wie die Leute ticken.“ Auch verstehe es Oehler, mit der richtigen Strategie immer wieder neue Fördergelder des Landes in seine Gemeinde zu holen.

Der Wiernsheimer Bürgermeister bedankte sich gerührt für die vielen lobenden Worte. Danach wurde noch im Ratsaal auf den Jubilar angestoßen und das eine oder andere nette Pläuschchen gehalten – nicht nur, aber auch über die Kommunalpolitik.

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