Die Personaldecke ist arg dünn

Erstellt: 19. Dezember 2009, 00:00 Uhr
Die Personaldecke ist arg dünn Mit dem Derby gegen Mühlhausen startet Großglattbach (rote Trikots) am 28. Februar in die Rückserie. Im Hinspiel gab es beim Aufsteiger einen 5:2-Sieg. Archivfoto: Eigner

TSV Großglattbach tut sich in der B-Liga bislang schwer – Nach Rückkehr von zwei Stammspielern zuletzt stabilere Leistung

Eine durchwachsene Hinrunde liegt hinter dem TSV Großglattbach. Vor einem halben Jahr spielten die TSV-Fußballer noch in der Aufstiegsrelegation, verpassten den Sprung in die A-Liga erst im Elfmeterschießen. Nun steht das Team im Mittelfeld der B-Liga. Für Trainer Güngör Topal kein Wunder.

Von Steffen-Michael Eigner

Mühlacker-Grossglattbach. „Ich habe von vornherein gewusst und auch gesagt, dass dieses Jahr viel schwieriger wird“, sagt der TSV-Coach. „Andere Mannschaften haben sich vor der Saison verstärkt, und die sind jetzt auch vorne dabei – mit Ausnahme von Häfnerhaslach, die ich weiter oben erwartet hatte.“ Doch Güngör Topal will sich gar nicht darüber beklagen: „Der Verein hat sich vor der Saison dafür entschieden, nicht in neue Spieler zu investieren.“

 So startete Großglattbach, das sich Platz eins bis fünf zum Saisonziel gesetzt hatte, ohne Neuzugänge in die Hinrunde, insbesondere ohne echte Verstärkungen für die Stammelf. Stattdessen war Markus Bögelsack zum Liga-Konkurrenten TSV Mühlhausen/Enz gewechselt. Dennoch schien zum Auftakt der Saison alles beim Alten zu sein. Nach drei Spieltagen stand Großglattbach mit drei Siegen an der Tabellenspitze, ehe der Abstieg in der Tabelle begann. Am sechsten Spieltag fand sich der TSV nur noch auf Rang sieben wieder, weitere drei Wochen später gar nur noch auf dem neunten Platz. Mit eine Rolle spielten dabei die personellen Probleme.

 Verteidiger Dirk Schäfer musste wegen einer Muskelverletzung drei Wochen aussetzen, Okan Ilhan brummte eine vierwöchige Rotsperre ab. Außerdem hatte Güngör Topal seine Abwehr neu formiert, nachdem der langjährige Libero Uwe Prohaska vor der Saison angekündigt hatte, sportlich kürzer zu treten.

 Gleiches hatte sich auch Topal eigentlich vorgenommen. „Ich wollte in dieser Runde mehr die Spiele von der Seitenlinie aus verfolgen. Schließlich werde ich auch bald 36“, sagt der TSV-Coach, der nun doch regelmäßig die kurzen Hosen anzog und im Sturmzentrum dribbelte. „Wir haben nur 24 Spieler für zwei Mannschaften. Das ist eigentlich zu wenig. Denn irgendwas passiert ja immer. Der eine ist verletzt, der andere krank, der dritte beruflich verhindert“, sagt Güngör Topal, ohne dies als Vorwurf an die Vereinsführung zu meinen.  Besonders deutlich wird die knappe Personaldecke bei den Resultaten der Großglattbacher Reserve, die in der Kreisliga C5 den letzten Platz belegt: nur ein Sieg und zwei Unentschieden aus 13 Spielen. „Wir müssen fast jeden Sonntag mit sieben bis acht Spielern aus der AH auflaufen“, begründet Topal.

Über den verpassten Aufstieg im Nachhinein nicht unglücklich

 Im Nachhinein ist der Großglattbacher Coach gar nicht mehr so unglücklich über den so knapp verpassten Aufstieg: „In der A-Liga hätten wir es jetzt noch viel schwerer. Und wenn wir dorthin in den nächsten Jahren aufsteigen wollen, werden wir schon in den Kader investieren und uns verstärken müssen.“
 
In der B-Liga hingegen hat die Mannschaft ihre Leistungen zuletzt stabilisiert. Drei Siege und ein Remis aus den letzten fünf Spielen, nur die 0:2-Niederlage beim Tabellenvorletzten dazwischen passt nicht ins Bild. „In Großsachsenheim dürfen wir eigentlich nicht verlieren“, findet auch Topal. Großglattbach liegt nun seit drei Spieltagen konstant auf Platz sieben, hat die Hinrunde mit 20 Punkten aus 14 Spielen und ausgeglichenem Trefferkonto beendet. Allerdings hat der TSV bereits 28 Gegentore kassiert, nur fünf weniger als in der gesamten letzten Saison – eine Folge der umformierten Abwehr, die sich erst habe finden müssen, wie Topal erklärt.

Wechsel von Okan Ilhan zum FC Mühlacker zeichnet sich ab

 In der Winterpause will der 35-Jährige mit seinem Team zwei Hallenturniere spielen, nämlich das Mühlacker Hallen-Stadtturnier am 10. Januar und das Hallenturnier in Wiernsheim am 16. Januar, wo die Großglattbacher als Titelverteidiger anrücken. Vor knapp einem Jahr hatte der TSV den Wettbewerb in der Lindenhalle für sich entschieden, im Finale den SV Illingen nach Verlängerung mit 3:2 besiegt, zuvor im Halbfinale Phönix Lomersheim durch ein spätes Tor mit 1:0 aus dem Titelrennen geworfen.

 Am 26. Januar will Güngör Topal mit seiner Mannschaft die Rückrunden-Vorbereitung in Angriff nehmen. Denn die Winterpause ist für den TSV Großglattbach ein wenig kürzer als für die übrigen Teams. Schon am Sonntag, 28. Februar, bestreitet die Mannschaft auf eigenem Platz gegen den TSV Mühlhausen/Enz ihr erstes Rückrundenspiel. Die Partie war auf Wunsch Mühlhausens vom 10. März vorverlegt worden. „Der Mittwochstermin kam uns beiden nicht gelegen. Insofern waren wir uns über die Verlegung schnell einig“, sagt Trainer Topal.

 Möglicherweise muss er dann jedoch wieder auf einen seiner bisherigen Stammspieler verzichten: „Es ist noch nicht sicher, aber es zeichnet sich ab, dass Okan Ilhan in der Winterpause zum FC Mühlacker wechselt.“

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