Die Leidenschaft zum Motto erklärt

Erstellt: 30. April 2008, 00:00 Uhr
Die Leidenschaft zum Motto erklärt Ein neues Team und viele Uraufführungen präsentiert das Pforzheimer Stadttheater in der nächsten Spielzeit. Foto: Ochs

Pforzheimer Stadttheater plant für die nächste Spielzeit ein hochkarätiges Programm – Neues Team und viele Premieren

Wir scharren mit den Hufen und sind lampenfiebrig“, sagt Wolf Widder, Operndirektor am Pforzheimer Theater. Gemeinsam mit den anderen neuen Mitgliedern präsentierte er am Montag das hochkarätige Programm der Spielzeit 2008/2009, in der es zahlreiche Premieren und Uraufführungen geben wird.

 Beispielsweise „Salome“ von Richard Strauss. Die Oper, die am 13. September Premiere feiert, sei am Theater noch nie aufgeführt worden, sagte Widder. Um Frauenschicksale geht es auch bei „Madame Butterfly“ (8. November) von Giacomo Puccini und der „Lustigen Witwe“ (27. September) von Franz Lehár, die als Hommage zum 60. Todestag des Operettenkomponisten gezeigt wird. Als „Einstiegsdroge in die Opernmusik“ bezeichnete Widder „La Calisto“ von Francesco Cavalli. Die Oper aus dem Frühbarock, die am 30. April 2009 Premiere feiert, entführe den Zuschauer in eine Theaterwelt voller Imagination mit betörend schöner Musik.

 Das Theaterteam will mit dem neuen Programm auch Kinder und Jugendliche anlocken. Als Kinderoper (22. März 2009) hat Bettina Lell, Spielleiterin und stellvertretende Operndirektorin, „Papageno spielt auf der Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart inszeniert. Die einstündige Adaption richte sich „an Kinder im Alter von fünf bis 99 Jahren“, so Lell. Eine neue Reihe für Schulklassen nennt sich „Das Hörzelt“ und soll den Kindern und Jugendlichen die Kunst des Zuhörens nahe bringen. Worum es in Oper und Theater geht, soll dem jungen Publikum auch Ratte „Eleonore“ erklären, die eine eigene Website bekommen wird.

Schauspieldirektor mimt Hexe

Im Schauspiel-Bereich hat das Theater die Leidenschaft zum Motto erklärt, sagte Schauspieldirektor Murat Yeginer, der in der „kleinen Hexe“ eine der Hexen mimt. Mit neuem Ensemble wird beispielsweise Shakespeares „Sommernachtstraum“ (ab 19. September) gezeigt und als Uraufführung das Kinderstück „Bertha Benz auf abenteuerlicher Fahrt“ (1. Oktober), das ebenfalls das jüngere Publikum ansprechen soll.

 Auf Schulstoff haben die Programmgestalter mit Kafkas „Prozess“ und Schillers „Räuber“ Rücksicht genommen. Ein neues Publikum soll auch mit Otfried Preußlers Jugendstück „Krabat“ erschlossen werden, das Yeginer mit Pforzheimer Jugendlichen inszeniert.

 Ein interessantes Experiment wagt das Theater gemeinsam mit dem Staatstheater Oldenburg. Die beiden Einrichtungen tauschen Stücke. Während die Produktion des Oldenburger Theaters „Tod eines Handlungsreisenden“ in der Goldstadt gezeigt wird, führt das Pforzheimer Ensemble im Gegenzug das Schauspiel „Wie es läuft“ in Oldenburg auf.

 Im Programm sind in der nächsten Spielzeit auch die drei Ballettstücke „Pink Floyd“, „Schwanensee“ und „68“ zu sehen. Bei den Sinfoniekonzerten kehre das Theater zu deutscher Musik zurück, sagte Generalmusikdirektor Markus Hubert. Mit Haydns „Schöpfung“ und Mendelssohn Bartholdys „Sommernachtstraum“ werde nicht nur auf die Todestage der Komponisten hingewiesen, sondern auch versucht, die Goldstadt musikalisch mit Gold aufzufüllen, sagte Huber schmunzelnd.

 Auf die aktuelle Situation am Theater ging Verwaltungsdirektor Gustl Weber ein. Mit über 10400 Besuchern übertrifft die laufende Spielzeit das Vorjahresergebnis. Auch die Besucherresonanz im Kinder- und Jugendbereich bewege sich auf hohem Niveau. Unter den über 6000 Abonnenten befinden sich 400 Kinderabos. Oper und Schauspiel hätten jedoch nicht die gewünschte Resonanz erreicht, sagte Weber.

 Im vergangenen Jahr hat das Theater einen Überschuss in Höhe von 88000 Euro erzielt. Sorge bereite allerdings der aktuelle Tarifabschluss im öffentlichen Dienst, der auch für das Theater deutlich über den Planansätzen liege. Nach Beschluss des Pforzheimer Gemeinderates werden die Preise für Karten und Abos ab der nächsten Spielzeit um fünf Prozent angehoben, sagte der Verwaltungsdirektor.

Torsten Ochs

Weiterlesen
Warten auf den Impfstoff

Warten auf den Impfstoff

Aktion gegen die Neue Grippe startet in der Region mit leichter Verzögerung Von Gerhard FranzMühlacker. Eigentlich sollte gestern landesweit die Impfaktion gegen die Neue Grippe oder so genannte Schweinegrippe starten…. »