Die Krise schlägt unmittelbar zu Buche

Erstellt: 27. Februar 2009, 00:00 Uhr

Arbeitslosigkeit in der Region im Februar weiter angestiegen – Immer mehr Betriebe melden Kurzarbeit an

Enzkreis (pm) – Die Situation auf dem regionalen Arbeitsmarkt hat sich vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise weiter verschlechtert. Die Agentur für Arbeit in Pforzheim hat im Februar erneut mehr Arbeitslose gezählt.

Im Februar zählte die Arbeitsagentur genau 9340 Arbeitslose im Bezirk Pforzheim. Damit stieg die Zahl der Menschen, die keine Arbeit haben, im Vergleich zum Vormonat um 4,2 Prozent an. Im Vergleich zum Februar 2008 wurden sogar fast 25 Prozent mehr Arbeitslose erfasst. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 5,8 Prozent. In zwei Agenturbezirken von Baden-Württemberg hat sich die Arbeitslosenquote besonders schlecht entwickelt – darunter der Pforzheimer Bezirk. Sabine Schuster, operative Geschäftsführerin der Pforzheimer Arbeitsagentur, erkennt die Gründe dafür in der Struktur des Pforzheimer Agenturbezirks mit einem hohen Anteil des verarbeitenden Gewerbes. „Die Krise schlägt hier unmittelbar zu Buche.“

 Im Vergleich zum Vorjahr wurden 92 Stellenangebote weniger aufgegeben. Zum Stichtag im Februar standen noch 1352 freie Stellen zur Verfügung. Auch die Kurzarbeit ist weiter auf dem Vormarsch. Schuster dazu: „Immer mehr Arbeitgeber greifen zu diesem Instrument, um ihr eingearbeitetes Personal zu halten. Im Januar hatten sich 120 Betriebe mit rund 4000 Beschäftigen dafür vormerken lassen. Die Tendenz ist steigend.“

 147 Auszubildende, die im Februar mit ihrer Lehre fertig wurden, sind jetzt ohne Arbeit. Von ihnen hatten 87 die Prüfung bestanden. Dass es derzeit schwer ist, eine Stelle zu bekommen, spiegele die Statistik eindeutig wider. „Immerhin konnten im Februar 511 Menschen die Zeit der Arbeitslosigkeit zur Qualifizierung nutzen“, berichtet Schuster.
 Im Februar wurden 92 Stellen weniger angeboten als im Vorjahresmonat. „Insbesondere metallverarbeitende Betriebe, Großhandel und Ingenieurbüros meldeten weniger Personalbedarf.“ Mit 1352 freien Stellen standen 60 weniger als im Vormonat zur Verfügung. Auf eine freie Stelle kommen im Schnitt sieben arbeitssuchende Menschen. Vor allem Schlosser, Mechaniker und Elektriker sind gefragt. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen ist gesunken. Im Februar 2008 gab es 201 Langzeitarbeitslose mehr als jetzt. Im Stadtkreis Pforzheim waren mit 5457 Menschen 4,8 Prozent mehr arbeitslos gemeldet als im Januar. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Prozentpunkte und liegt jetzt bei 9,2 Prozent. Zum zweiten Mal in Folge hatte die Stadt Pforzheim in diesem Jahr die höchste Arbeitslosenquote der Stadtkreise im Land. Im Enzkreis haben 3883 Menschen keine Stelle (126 mehr als im Vormonat). Die Arbeitslosenquote stieg auf 3,8 Prozent.

 Die Geschäftsstelle Mühlacker wies zusammen mit dem östlichen Enzkreis zum Stichtag 1418 Arbeitslose und damit 37 Menschen mehr aus, die Arbeit suchen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 4,4 Prozent. Die Vorjahresquote lag bei 3,8 Prozent. Erfreulich: Die Kräftenachfrage zog leicht an. „In den letzten vier Wochen wurden 22 Stellen mehr als im Januar gemeldet, das sind aber immer noch 60 weniger als vor einem Jahr.“

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