Die Heimat als spannende Sache

Erstellt: 30. April 2008, 00:00 Uhr
Die Heimat als spannende Sache Ausflügler können sich testen: Wer kennt die heimischen Pflanzen? Foto: Appich

Naturparkführer informieren am Aktionstag über die Besonderheiten der Region Stromberg-Heuchelberg

Maulbronn – An einem Aktionstag haben die Naturparkführer aus der Region Stromberg-Heuchelberg über ihre Arbeit informiert. Neben Brackenheim und Häfnerhaslach konnten sich die Besucher am Aalkistensee auf Maulbronner Gemarkung näher mit den Reizen und den Besonderheiten der heimischen Landschaft beschäftigen.

VON RAINER APPICH

Ziel der Aktion war es, den Gästen den Naturraum und die Kulturlandschaft näher zu bringen. Dazu entnahmen die Naturparkführer zusammen mit den interessierten Besuchern Gewässerproben, ließen sie Bäume und Sträucher und Gesteine bestimmen, führten Gruppen zu den Kleindenkmalen der Umgebung und zum Elfinger Hof, um auf den kleinen Exkursionen die Entwicklung der regionalen Kulturlandschaft zu verdeutlichen.

 „Unsere Landschaft ist durch den Menschen wesentlich beeinflusst worden“, sagt Roland Straub, einer von 23 zertifizierten Naturparkführern. Mit dem Standort an einem bei Wanderern und Radfahrern gleichermaßen beliebten Weg hatte sich sein Verein einen idealen Platz für seinen Aktionstag ausgesucht. Immer wieder hielten ganze Gruppen an und informierten sich über den Verein und seine Angebote.

 Viele waren extra wegen des Aktionstags zum Aalkistensee gewandert, andere hielten im Rahmen einer größeren Tour beim Stand der Naturparkführer. So wie Dorothea Stark aus Ölbronn. Sie sei mit der Familie auf einer Radtour nach Bretten, erzählte die Zehnjährige, die mit einem Vergrößerungsglas versuchte, die Besonderheiten noch junger Blätter zu ergründen. Andere wagten einen Blick durchs Mikroskop oder beobachteten mit dem Fernglas die Vogelwelt rund um den See.

 Ein Jahr Ausbildung und eine abschließende Prüfung hätten ihn zum EU-zertifizierten Naturparkführer gemacht, erzählte Roland Straub. Er und seine Kollegen veranstalteten sowohl regelmäßige Führungen als auch individuell vereinbarte Touren. Der „Lebensraum Eiche“ oder eine Wanderung über die Eppinger Linien, eine Exkursion mit dem Forschermobil oder die literarische Naturwanderung, ein Streifzug durch die Geologie oder der Spaziergang zu den Schafen – jeder Naturparkführer hat ganz spezielle Themen in seinem Programm. Es geht dabei sowohl um Natur als auch um Kultur und Geschichte.

 Wobei Letzteres Roland Straub besonders interessiert. So erzähle er am Informationsstand Spannendes und Wissenswertes über die Waldenser. Ansonsten ruft Straub auch gerne fast vergessene dörfliche Sagen in Erinnerung, hält Vorträge über die Räuberbanden, die einst den Stromberg und Heuchelberg unsicher machten, und führt eine Tour zu den ehemaligen Hinrichtungsstätten in der Region. „Der uns am nächsten liegende Schauplatz war auf dem Galgenberg in Mühlhausen“, erzählt der Nachfahre einer Scharfrichtersippe, der sich schon durch etliche Archive gelesen hat.

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