Die FDP überflügelt in jeder zweiten Kommune die SPD

Erstellt: 28. September 2009, 00:00 Uhr
Die FDP überflügelt in jeder zweiten Kommune die SPD Die FDP überflügelt in jeder zweiten Kommune die SPD

Die beiden großen Volksparteien müssen im Wahlkreis Pforzheim-Enzkreis kräftig Federn lassen – Grüne und Linke legen mehr als drei Prozent zu

Von Frank Goertz

Pforzheim/Enzkreis. Die Verschiebungen in der Parteienlandschaft machen auch vor dem Wahlkreis Pforzheim-Enzkreis nicht Halt. Wobei die FDP bei den Zweitstimmen nicht nur im Heimatort Niefern-Öschelbronn des liberalen Bundestagskandidaten Dr. Erik Schweickert die SPD überholt hat, auch in mehr als der Hälfte der Kommunen des Wahlkreises ziehen die Liberalen an den Sozialdemokraten vorbei.

 Zweiter Sieger der Wahlschlacht sind die Grünen, die etwa in ihrer Hochburg Maulbronn 16 Prozent (plus 4,3 Prozent) einfahren konnten. Auch in Sternenfels fällt der Stimmenzuwachs für die Grünen mit 5,2 Prozent überdurchschnittlich aus. Hier kommen sie mit 14,2 Prozent auf ihr zweitbestes Ergebnis im Wahlkreis.

 Ebenfalls als Sieger fühlen dürfen sich die Linken, wobei ihr Ergebnis im Stadtkreis Pforzheim mit 8,8 Prozent deutlich über dem Ergebnis in den Enzkreisgemeinden liegt. Was allerdings vor dem Hintergrund, dass in Pforzheim die Arbeitslosigkeit wesentlich höher als im Enzkreis ist, nicht weiter überrascht.

 Die große Verliererin des Wahlabends ist die SPD mit ihrer Kandidatin Katja Mast. Selbst in ihrer Hochburg Sternenfels mussten die Sozialdemokraten kräftig Federn lassen. Hier schenkten nur noch 25,6 Prozent der Wähler der SPD das Vertrauen, was aber immer noch das beste Ergebnis für die Sozialdemokraten in der Region darstellt. Trotzdem: In Sternenfels haben die Sozialdemokraten seit der Bundestagswahl 2002 rund 18 Prozent verloren.

 Während Dr. Erik Schweickert in Niefern-Öschelbronn vom Heimvorteil profitieren konnte und bei den Erststimmen 35,2 Prozent – und damit auch mehr als Gunther Krichbaum holte –, zog die „Patriotismuskarte“ für Katja Mast in ihrem Heimatort Keltern keineswegs: Mit 24,5 Prozent bei den Erst- und 19,6 Prozent bei den Zweitstimmen folgten die Wähler in Keltern dem allgemeinen Trend in der Region.

 Als Stimmenkönig geht Gunther Krichbaum aus der Wahl 2009 hervor, ein großer Sieger ist er trotzdem nicht. Bei den Erststimmen büßte er in seinem Wahlkreis 6,2 Prozent ein.

 Überdurchschnittlich fiel in Maulbronn, Ölbronn-Dürrn und Niefern-Öschelbronn mit rund acht Prozent der Erststimmen-Verlust von Krichbaum aus. In der gleichen Größenordnung bewegen sich Krichbaums Verluste auch in Engelsbrand, Neuhausen und Neulingen. Davon profitieren konnte Katja Mast allerdings nicht. Wo Krichbaum überdurchschnittlich verlor, musste auch die Sozialdemokratin ebenfalls teils herbe Verluste hinnehmen.

 Auch bei den Zweitstimmen musste Krichbaums CDU ebenso wie die SPD überall schmerzhafte Verluste verkraften. Nur in Wiernsheim fiel mit 1,9 Prozent das Minus für die Christdemokraten noch einigermaßen moderat aus.
 Ganz dem Trend folgten beispielsweise die Wähler in Illingen. Hier überflügelte die FDP (20,7 Prozent) die SPD (20,1 Prozent). Mit 32,1 Prozent machte gerade mal knapp jeder dritte Wähler sein Kreuzchen bei der CDU. Die Grünen (12,6 Prozent) und die Linken (6,5 Prozent) freuen sich über Zuwächse in Illingen.

 Ein ähnliches Bild in Knittlingen: Hier kommt die CDU nur noch auf 30,3 Prozent, ihr folgen SPD (22,7 Prozent) und die FDP (19,6 Prozent). Die Grünen schaffen 12 Prozent und die Linken 7,5 Prozent.

 Auch in Maulbronn kann die SPD (20,2 Prozent) die FDP (17,4 Prozent) noch auf Distanz halten. Stärkste Partei bleibt die CDU mit 31,7 Prozent. Die Grünen schaffen mit 16 Prozent in der Klosterstadt ein starkes Ergebnis, die Linken kommen auf 6,4 Prozent.
 In Ötisheim wählten 32 Prozent CDU, 20,7 Prozent die SPD, 20,3 Prozent die FDP. Die Grünen kommen auf 10,9 Prozent, die Linken auf 7 Prozent.

 Wie schon bei der Kommunalwahl im Juni muss die SPD in Sternenfels auch bei der Bundestagswahl überdurchschnittliche Verluste verkraften und kommt auf 25,6 Prozent. Die CDU schafft auch nur 26,6 Prozent in Sternenfels. 18,8 Prozent stimmten für die FDP, 14,2 Prozent wählten grün und 7,7 Prozent links.

 In Wiernsheim fuhr die FDP mit 23,2 Prozent ihr zweitbestes Ergebnis im Wahlkreis ein, wobei die Liberalen auch in den anderen Plattenkommunen generell sehr stark sind. Die CDU schaffte in Wiernsheim 32,3 Prozent, die SPD 18,7 Prozent, 12,5 Prozent stimmten für die Grünen und 6,7 Prozent für die Linken.

 Auch in Ölbronn-Dürrn überflügelt die FDP (21,1 Prozent) die SPD (17,5 Prozent). Die CDU kommt auf 33 Prozent, die Grünen auf 12,2 Prozent und die Linken auf 8,5 Prozent – ihr zweitbestes Ergebnis im Wahlkreis. Nur in Pforzheim konnten sie sich mit 8,8 Prozent über noch mehr Zuspruch der Wähler freuen.

Weiterlesen

Erddeponie soll wieder zu Ackerfläche werden

Mühlacker-Lienzingen (pm). Die inzwischen leer geräumte Erddeponie der früheren Baustoffwerke im Ziegelhäule an der Landesstraße zwischen Mühlacker und Lienzingen werde in den nächsten Monaten wieder in ihren früheren Zustand zurückgeführt…. »