Der Ruß steckt überall

Erstellt: 16. Juni 2011, 00:00 Uhr
Der Ruß steckt überall Der Verkaufsraum gleicht einer Brandruine: Auf Markus Böhm und seine Freundin Nina Schindler wartet in den nächsten Monaten noch eine Menge Arbeit bei der Renovierung. Foto: Franz

Nach dem Feuer: Motorradhändler Böhm muss seinen Verkaufsraum komplett sanieren

Mühlacker-Lomersheim. Acht Tage nach dem verheerenden Brand im Verkaufsraum der Firma Motorradtechnik Böhm in Lomersheim sitzt Firmenchef Markus Böhm in seinem rußgeschwärzten Büro und zeigt die Leitz-Ordner mit Unterlagen, die ebenfalls mit einer schwarzen Schicht bedeckt sind. Im Zuge der Aufräumarbeiten ist vieles schon im Container gelandet, angefangen von diversen nicht mehr benötigten Papieren bis hin zu Kleidern und Schuhen. „Überall hat sich der schwarze Ruß niedergeschlagen, und der Brandgeruch ist ziemlich penetrant.“

Von Gerhard Franz

 Wie berichtet, war am Dienstag vergangener Woche im Verkaufsraum des Motorradhändlers ein Feuer ausgebrochen. Auslöser war ein elektrischer Roller, der an einem Ladegerät hing. Der Versuch des Inhabers, die Flammen selbst zu löschen, war vergeblich.

 Vor allem der schwarze Rauch richtete massive Schäden an. Neben dem rund 80 Quadratmeter großen Verkaufsraum im Erdgeschoss waren auch das Treppenhaus und zwei Wohnungen im Stockwerk darüber völlig verqualmt. Immerhin blieben sie bewohnbar. In den Tagen danach nahmen mehrere Gutachter von Versicherungen den Brandort in Augenschein, führten Schadstoffmessungen durch und machten Vorschläge für die Reparaturen. Markus Böhm: „Im Verkaufsraum müssen die Decke und die Wände komplett neu gemacht werden. Die alten Platten muss eine Fachfirma entsorgen. Zu hoch ist die Schadstoffbelastung.“ Ausgetauscht werden muss auch der Fliesenboden; Gleiches gilt für Fenster und Türen. „Es ist schon ein Schock, wenn wenige Tage nach dem Brand das eigentliche Ausmaß der Schäden bekannt wird.“ Der Lomersheimer Dienstleister schätzt die Sanierungskosten auf mindestens 100000 Euro.

 Gefreut hat sich der 45-Jährige über die große Hilfsbereitschaft nach dem Unglück. So habe Siegfried Ebert vom gleichnamigen Lomersheimer Autohaus spontan Unterstützung in der Form angeboten, in seiner Waschhalle die verschmutzten Motorräder aus dem Verkaufsraum zu reinigen. Allerdings seien durch den heißen Rauch die Metalloberflächen in Mitleidenschaft gezogen worden, berichtet Böhm. Hilfsbereite Kunden boten ihm unter anderem einen Schlafplatz an. „Das hat mich sehr gefreut. Damit hatte ich nicht gerechnet.“ Bis zum September sollen die Brandspuren in der Motorradhandlung an der Mühlacker Straße beseitigt sein. In dieser Zeit kann die Firma Motorradtechnik Böhm für ihre Kunden nur einen Notdienst anbieten, montags, dienstags, donnerstags und freitags jeweils von 16 bis 18 Uhr.

 Auch wenn der 45-Jährige und seine Lebenspartnerin Nina Schindler in den nächsten Monaten noch viel Arbeit zu bewältigen haben, so freut er sich doch „auf eine schöne Zukunft“. Voller Optimismus sehen Markus Böhm und seine Freundin sich an: „Das kriegen wir schon hin.“

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