Der nächste Griff nach Edelmetall

Erstellt: 24. Juli 2009, 00:00 Uhr
Der nächste Griff nach Edelmetall Ran und zupacken: Jaqueline Schellin bringt auch männliche Trainingspartner in Bedrängnis. In Ankara will die Juniorin wieder aufs Podium. Foto: Waidelich

Für das Ziel einer WM-Medaille stellt Jaqueline Schellin alles andere hintan.

Diese Woche Aschaffenburg, kommende Woche Schifferstadt. Bei Jaqueline Schellin jagt derzeit ein Kader-Lehrgang den nächsten. Doch Anfang August warten die Junioren-Weltmeisterschaften in der Türkei. Da will die 19-Jährige aus Mühlacker wieder nach Edelmetall greifen.

Von Steffen-Michael Eigner

Aschaffenburg. Kraftraum, Matte, Regeneration, Massage – das Programm ist dicht gedrängt. Zwei Trainingseinheiten standen in dieser Woche in Aschaffenburg auf dem Plan. Morgen kehrt Jaqueline Schellin für zwei Tage nach Hause zurück, ehe sie am Montag zum nächsten Lehrgang in Schifferstadt antritt. Den Lohn für die Plackerei will sich die 19-jährige Sportsoldatin der Bundeswehr am 7. Augsut in der türkischen Hauptstadt Ankara um den Hald hängen lassen.

Ringen ist für die Sportsoldatin zum Beruf geworden

 „Am Besten wieder eine Medaille“, lautet das Ziel Schellins, die erst zu Beginn des Monats Bronze bei der Junioren-Europameisterschaft gewonnen in ihrer Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm hat. Noch lieber wäre ihr natürlich, wenn die Medaille diesmal aus Gold wäre.

 Zu den Weltmeisterschaften nach Ankara begleiten wird die Athletin des TV Mühlacker voraussichtlich der Lebensgefährte ihrer Mutter, Hardy Stüber. „Sofern ich von meinem Arbeitgeber Urlaub bekomme“, sagt der Sportreferent des Nordbadischen Ringerbundes und lacht.

 Dieses Problem kennt die gelernte Bankkauffrau Jaqueline Schellin nicht mehr, seit sie im Januar in die Sportförderkompanie der Bundeswehr aufgenommen wurde. Das Ringen ist nun sozusagen ihr Beruf – neben dem kaum Zeit für andere Hobbys oder Freundschaften bleibt. Ihr Lebenspartner müsste wohl auch Ringer sein. „Oder zumindest akzeptieren, dass ich oft und lange weg bin“, sagt Schellin, die es aber nicht weiter stört, derzeit nicht in festen Händen zu sein.

 Und obwohl erst 19 Jahre alt, macht sie sich schon jetzt Gedanken über die Zeit nach dem Leistungssport. Denn reicht wird man vom Ringen sicherlich nicht. Eine Zusatzausbildung zur Fitnesskauffrau schwebt ihr vor.

Auch nach dem Leistungssport will Schellin sportlich bleiben

 Ein Beruf mit dreijähriger Ausbildungszeit, den es in Deutschland seit 2001 gibt. Als solche könnte sie Verwaltungs- und Organisationsaufgaben in Fitnesscentern und Sportanlagen aller Art übernehmen. Aber das wäre Jaqueline Schellin nicht genug: „Ich würde auch selbst gerne Trainingsstunden geben.“

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