Der Mühlehof soll nachts leuchten

Erstellt: 29. März 2007, 00:00 Uhr
Der Mühlehof soll nachts leuchten Wie der Mühlehof in ungefähr zwei Jahren aussehen kann, zeigt das am Computer hergestellte Modell des Investors Echo. Bild: Echo

Lichtsäulen an Fassade – Gespräche mit Interessenten laufen – Kritik an Auto-Verbot in unterer Bahnhofstraße

Mühlacker – Die Echo Immobilien Entwicklung GmbH, Eigentümerin des Mühlehof, führt derzeit Gespräche mit potenziellen Mietern der rund 5000 Quadratmeter Nutzfläche. Gestern hat Projektentwickler Frank Witte sein Konzept vorgestellt. Gleichzeitig monierte er, die untere Bahnhofstraße sei „tot“, weil Autos nicht rein dürften. Außerdem störe der Kiosk auf dem Konrad-Adenauer-Platz.

VON THOMAS SADLER

Zunächst mal informierte Witte den Gemeinderat am Dienstagabend nichtöffentlich. Gegenüber der Presse berichtete er gestern, die Diskussion sei „anregend und fruchtbringend“ verlaufen. Es habe eine „positive Grundstimmung“ geherrscht. Sogar Applaus habe es gegeben, ergänzte Oberbürgermeister Arno Schütterle.

 Insgesamt lässt sich Echo den Mühlehof, einschließlich Kosten für den Erwerb, rund zwölf Millionen Euro kosten. Von jetzt ab stünden noch Investitionen in Höhe von 8,5 Millionen Euro an, so Witte. Allein für den Umbau der ehemaligen Disco, in die im Januar das Bürgerbüro des Finanzamts eingezogen ist, seien knapp 850000 Euro aufgewandt worden – für eine komplette Entkernung, die Umverlegung von Leitungskabeln, die Beseitigung von Brandschutzmängeln und den Einbau neuer Fenster.

 „Auch im Erd- und im Untergeschoss werden wohl noch Dinge auftreten, die wir heute nicht wissen“, vermutet Frank Witte, auf den auch in der Tiefgarage noch einige Änderungen – zum Beispiel an der Spindel – zukommen. Das dritte Untergeschoss der Garage unter der Stadtmitte, so schwebt es ihm vor, wird wieder geöffnet.
 Ungefähr zwei Jahre dauerten die Umgestaltungsarbeiten noch. Möglichst bis Weihnachten 2008, hofft der Projektentwickler, solle die Mühlehof-Sanierung abgeschlossen sein. Wobei der Name Mühlehof, der in Einzelhandelskreisen teilweise negativ besetzt sei, aufgegeben werde. Vorerst laufe das Projekt unter dem Arbeitstitel „City-Galerie“, doch für die Zeit nach der Fertigstellung müsse ein neuer Name gesucht werden.

 Von dem einst gewünschten Großmieter hat sich Witte mittlerweile verabschiedet. Zwar seien Interessenten vorstellig geworden, doch hätten sie Bedenken im Hinblick auf die Lösbarkeit technischer Probleme gehabt. Nach wie vor gesucht wird indes ein „Ankermieter“, also ein Geschäft – nicht unbedingt ein Lebensmittelmarkt –, der viele Kunden anlockt.

 Zurzeit führt Witte Gespräche mit potenziellen Mietern. Circa zehn Geschäfte sollen in der Galerie den Einkaufsbummlern am Ende zur Verfügung stehen. Zumindest für das Erdgeschoss seien mehr Interessenten da als Fläche. Ein möglicher Investor – kein Lebensmittler – würde gerne, falls er den Zuschlag erhält, „über das Erdgeschoss und das Basement gehen“, deutet der Echo-Manager an.

 Die Rolltreppen möchte Witte „rausreißen“ und durch zwei neue ersetzen. Außerdem plant er einen gläsernen Aufzug. Weiter vorgesehen sind eine modernisierte Gestaltung der Fassade, die nachts mit Leuchtsäulen und Bodenstrahlern erhellt werden soll, eine Cafeteria im Erdgeschoss und ein separater Zugang zum kulturellen Teil samt Theaterkasse. Wenn der Zugang zu den Kultursälen umgebaut wird, müssen vielleicht eine Zeit lang Veranstaltungen ausfallen. Um unerwünschten Eindringlingen den Zutritt zu später Stunde zu verwehren, so Witte, werde die Fassade so geschlossen, „dass man nach Ladenschluss nicht mehr ins Objekt reinkommt“.
 Ein Dorn im Auge ist Witte der Kiosk auf dem Konrad-Adenauer-Platz, „der die Sicht auf die City-Galerie nimmt“. Und noch eine Kritik schiebt Frank Witte nach: Die untere Bahnhofstraße sei, zum Leidwesen des Mühlehofs, „tot“, weil die Autofahrer draußen bleiben müssten. Den Geschäftsleuten sowie seinen Mietinteressenten wäre es lieber, wenn hier Verkehr zugelassen wäre.

 Dies zu erlauben, ist freilich nicht Sache von Echo. Hier sind die Stadtverwaltung und der Gemeinderat gefragt. Wenn die künftigen Mieter und Einzelhändler in der unteren Bahnhofstraße dies wünschten, gab OB Schütterle vorsichtig zu verstehen, sei darüber nachzudenken.

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