Der Knoten muss einfach mal platzen

Erstellt: 28. Januar 2012, 00:30 Uhr
Der Knoten muss einfach mal platzen Trotz sportlicher Misere sind die Heimspiele von Blau-Gelb Mühlacker – wie vor zwei Wochen gegen den TV Wössingen – gut besucht. Foto: Zschorsch

Die Landesliga-Tabelle ist für Anhänger des HC Blau-Gelb Mühlacker alles andere als ein schöner Anblick. Vorletzter! Zum Drittletzten klafft schon eine Lücke von fünf Punkten, und das jüngste Resultat sah nicht nach einer Wende zum Guten aus. Trotzdem plant der Verein noch nicht für die Kreisliga.

Von Steffen-Michael Eigner

Mühlacker. „So weit sind wir noch nicht. Die Saison ist noch lang“, winkt Thomas Ufrecht ab. Der HC-Vorsitzende glaubt an seine Mannschaft. „Es gibt kaum ein Team in der Liga, das wir nicht schlagen könnten“, ist Ufrecht überzeugt. Allenfalls die ersten drei in der Tabelle seien für die Blau-Gelben nicht zu bezwingen.

Den Beweis, alle anderen schlagen zu können, ist Blau-Gelb Mühlacker bis jetzt allerdings schuldig geblieben. Man war in einigen Spielen zwar nahe dran, doch immer wieder zogen die Senderstädter den Kürzeren. Zwei Siege, zwölf Niederlagen. Das einzige Unentschieden der Saison, vor 14 Tagen gegen den TV Wössingen, durfte man als Erfolg werten. Der nächste Rückschlag folgte prompt: das 27:42 vor einer Woche bei der HSG Rintheim.

Eigentlich fehlt es an nichts, findet Thomas Ufrecht. „Wenn wir etwas ändern müssten, würden wir es ändern. Aber es passt alles.“ Der Teamgeist stimmt, der Kampfgeist stimmt, auch spielerisch präsentiert sich die Mannschaft nicht schlecht. Nur die Resultate bleiben aus. Deshalb ist der HC-Vorsitzende sicher: „Wenn der Knoten einmal platzt, dann kehrt auch das Selbstbewusstsein zurück.“

Heimstärke ist nicht gleichbedeutend mit Auswärtsschwäche

Gegen den TV Büchenau, wenngleich Vierter der Tabelle, könnte der dritte Saisonsieg morgen Abend (17.30 Uhr) vielleicht gelingen, glaubt Ufrecht, denn: „Büchenau lebt vor allem von seiner regelwidrigen Halle.“ Um vier Meter zu kurz und um zwei Meter zu schmal ist die Heimstätte der Büchenauer, die dort nur mit einer Sondergenehmigung des Badischen Handballverbandes spielen dürfen. Alle sieben Heimspiele hat der TV Büchenau gewonnen, weshalb Thomas Ufrecht insgeheim hofft, dass Büchenau in der Enztalsporthalle das Punktepaar abgibt. Doch Heimstärke ist nicht gleichbedeutend mit Auswärtsschwäche.

Auch in fremden Hallen ist Büchenau in dieser Saison viermal als Sieger vom Parkett gegangen. Das ist die Hälfte der absolvierten Gastspiele, und die vier Auswärtspleiten setzte es gegen die Topteams der Liga: Neuthard, Ispringen, Eggenstein und Wössingen. Die Aufgabe beim Tabellenzweiten HSG Rintheim steht Büchenau noch bevor. Zwar holte der Tabellenvierte drei seiner Auswärtssiege gegen die Kellerkinder der Liga: Linkenheim (38:15), Langensteinbach (28:26) und Kronau/Östringen (24:20), es war aber auch ein knapper 29:28-Erfolg gegen den TV Forst dabei, der zeigt, dass Büchenau durchaus auch bei stärkeren Mannschaften bestehen kann. Umso mehr aber wäre ein Erfolg morgen Abend Balsam für das Selbstbewusstsein der Blau-Gelben.

Was ein eventueller Abstieg für den HC Blau-Gelb Mühlacker im Einzelnen bedeuten würde, ist ungewiss. Ob alle Sponsoren im jetzigen Umfang bei der Stange blieben, „darüber habe ich mir noch gar keinen Kopf gemacht“, gibt Ufrecht unumwunden zu. „Es wäre auf jeden Fall sportlich sehr schade.“ Unklar ist auch, wie sich ein Abstieg auf das Zuschaueraufkommen auswirken würde. In der Kreisliga stünden immerhin mehr Derbys an, die Gegner kämen aus Niefern und Knittlingen, statt aus Karlsruhe und Bruchsal. Eventuell wäre also mit mehr Schlachtenbummlern zu rechnen. Große Bedeutung misst Thomas Ufrecht dem jedoch nicht bei: „Es könnte zwei oder drei interessante Spiele geben.“ Insgesamt ist die Zahl der Spiele in der Kreisliga jedoch weitaus geringer. Dort spielen derzeit nur neun Mannschaften.

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