Der Joker wird zum Trumpf-Ass

Erstellt: 30. März 2012, 23:30 Uhr
Der Joker wird zum Trumpf-Ass Viel Grund zum Jubeln: Simon Roller (re., mit Dominik Murnberger) trifft seit der Winterpause wie am Fließband. Foto: Eigner

Je oller, desto doller. Simon Roller, in der Hinrunde noch Bankdrücker, ist seit der Winterpause wie im Rausch. Der Phönix-Oldie dankt Trainer Eberhard Carl seine Rückkehr in die Stammelf mit Toren wie am Fließband. Ein Gespräch unter Männern hat den Lomersheimer Stürmer wieder in Schwung gebracht.

Von Steffen-Michael Eigner

Mühlacker-Lomersheim. Das gibt’s doch gar nicht? Doch, bei Roller! Sieben Tore in vier Spielen, bei dem 37-jährigen Stürmer läuft es einfach. Gleich im ersten Spiel nach der Winterpause gegen den TV Pflugfelden (4:3) traf Simon Roller doppelt, erzielte den Führungstreffer zum 1:0 und später das zwischenzeitliche 3:1. Beim 4:2-Erfolg in Schwieberdingen gingen gleich drei Treffer auf das Roller-Konto, eines erzielte er mit der Hacke. Beim 1:1 gegen Rutesheim II traf er zum wichtigen Unentschieden, und vergangenen Sonntag eröffnete er in Heimsheim den Torreigen. Endstand dort: 2:2. Was macht den Angreifer, der in der Hinserie nur Joker war, plötzlich zum Trumpf-Ass?

„Er verpasst kaum ein Training, er hängt sich rein und geht als Führungsspieler voran“, lobt Trainer Eberhard Carl. In der Hinrunde war das noch anders. „Da hat mir sein Auftreten nicht gefallen“, lässt Carl wissen. Oft habe es Simon Roller versäumt, „hinter den Ball“ zu kommen. Mit anderen Worten: Er rückte bei Ballverlusten nicht so mit zurück, verrichtete nicht in dem Maße Defensivarbeit, wie es der Trainer von ihm erwartet hatte. Das hat sich fundamental geändert.

Wer die letzten Partien beobachtet hat, sah einen lauf- und zweikampfstarken Simon Roller. Vor allem aber einen treffsicheren Roller. „Wir haben in der Winterpause miteinander geredet und die Dinge untereinander offen angesprochen“, erklärt Trainer Carl. „Jetzt setzt er um, was ich von ihm erwarte und geht vorneweg. Und ich bin nicht nachtragend. Wahrscheinlich hat ihm am Saisonstart auch gestunken, dass er nicht in der Startelf stand.“ Nun hat Simon Roller seinen Stammplatz zurück.

„Andere hatten Trainingsrückstand, da bin ich halt reingerutscht“, spielt Roller die Geschichte herunter. „Und die Tore wurden von der ganzen Mannschaft herausspielt. Ich stehe nur am Schluss des Spielzugs zufällig an der richtigen Stelle.“ Auf das Gespräch mit dem Trainer geht er gar nicht näher ein: „Wir haben beide unsere Standpunkte dargelegt, und danach war für mich klar: Gas geben. Ich fühle mich gut und bin fit.“ Und die nötige Erfahrung hat der 37-Jährige sowieso. „Ich bin im besten Fußballeralter. Mit der Zeit bekommt man die Ruhe vor dem Tor“, bestätigt Simon Roller. Auch das Hackentricktor in Schwieberdingen sei wohl überlegt gewesen.

Leidtragender ist gewissermaßen Arne Körner. Der 21-Jährige war in der Hinrunde gesetzt, kam zuletzt aber meist von der Bank ins Spiel. „Einen Freifahrtschein hat keiner“, verdeutlicht Eberhard Carl, merkt aber an, dass Körner auch krank gewesen sei und außerdem Nachtschicht arbeite. Am Sonntag spielte Körner in der zweiten Mannschaft.

Phönix kassiert für denGeschmack des Trainerszu viele Gegentore

Für das Bezirksliga-Heimspiel am morgigen Sonntag gegen die Spvgg Renningen (15 Uhr) darf sich Arne Körner jedoch berechtigte Hoffnung machen, neben Roller in der Startelf zu stürmen, weil Sören Christofori verhindert ist. Carl unterstreicht: „Ich bin froh, dass ich mehrere Klassestürmer habe, die ich ins Getümmel schicken kann.“ Auch Eros Schembri und Sven Ebert könnten im Sturm auflaufen.

Vor dem Heimspiel gegen den Tabellenvierten morgen warnt Eberhard Carl: „Wir müssen aufpassen, nicht so viele individuelle Fehler zu machen.“ Denn was dem Trainer in jüngster Vergangenheit gar nicht schmeckt, sind die Gegentore. „Davon kriegen wir zu viele. Ein Zu-Null will uns zurzeit nicht gelingen.“ An seiner Abwehrformation will Carl deswegen aber nicht herumschrauben. „Wir haben eine junge Mannschaft, die kann noch dazulernen. Momentan sind andere manchmal vielleicht etwas cleverer. Wir müssen einfach im Gesamten kompakt auftreten, das ist uns in Heimsheim eigentlich ganz gut gelungen“, findet Carl.

Doch der abstiegsgefährdete Mitaufsteiger Heimsheim ist eben nicht Renningen. Die Elf vom Rankbach zählt zu den Kandidaten auf den Aufstieg, liegt als Tabellenvierter derzeit nur einen Punkt hinter dem Relegationsplatz. Und das Hinspiel im Rankbachstadion dürfte den Lomersheimern noch in unguter Erinnerung sein. Dort ging der TSV Phönix am 1. Oktober mit 2:6 baden. „Die haben uns vor allem in der zweiten Halbzeit den Schneid abgekauft“, erinnert sich Eberhard Carl.

Allerdings war Lomersheim in Renningen nicht chancenlos, hatte vor der Pause genügend Gelegenheiten, um selbst mit 2:0 oder gar 3:0 zu führen. Doch nur Dominik Murnberger traf kurz vor der Halbzeit zum zwischenzeitlichen 1:2. Nach der Pause lag Lomersheim rasch mit 1:5 im Hintertreffen. Den zweiten Treffer für Phönix machte der eingewechselte Simon Roller in der Schlussphase. Der Oldie weiß also, wie es gegen Renningen geht. Und morgen wird er vermutlich mehr Zeit bekommen als im Hinspiel, um Tore zu schießen.

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