Der Dompteur im Skizirkus

Erstellt: 5. Oktober 2012, 23:30 Uhr
Der Dompteur im Skizirkus Voll gefordert: Der Neuenbürger Günter Hujara organisiert seit 20 Jahren als Chef-Renndirektor den alpinen Skiweltcup der Herren.

Sternenfels-Diefenbach (the). Die Streif in Kitzbühel, das Lauberhorn in Wengen, die Kandahar in Garmisch: Günter Hujara ist auf allen Pisten zu Hause. Und mehr als das: Wenn mit Beginn der kalten Jahreszeit der alpine Ski-Zirkus wieder auf Reisen geht, trägt der 60-Jährige aus Neuenbürg die Hauptverantwortung dafür, dass die Rennen reibungslos und sicher über die Bühne gehen.

Eine Woche vor dem Saisonstart haben geladene Gäste die Gelegenheit, den Chef-Renndirektor für den alpinen Weltcup der Herren persönlich und hautnah zu erleben. Am Freitag, 19. Oktober, ab 19.30 Uhr, ist Hujara zu Gast bei der renommierten Vortragsreihe „Sternenfelser Gespräche“. In der Gießbachhalle in Diefenbach gibt er spannende Einblicke in die Organisation des alpinen Skirennsports, der mit seinen spektakulären Entscheidungen Millionen von Fans in seinen Bann zieht. Die Last, die auf seinen Schultern ruht, ist enorm: Die Piste zu weich oder zu vereist, das Wetter zu schlecht, das Rennen nicht fair oder zu riskant? Erster Adressat für den Protest ist der Renndirektor.

„Es ist wie ein Ping-Pong-Spiel“, hat er einmal in einem Interview die Entwicklung im Abfahrtsrennsport beschrieben, „das immer abläuft, wenn man Richtlinien vorgibt, um die jeweilige Partei – Athleten, Trainer, Industrie, Olympisches Komitee – zur Einhaltung von Maßen zu bringen. Jede dieser Parteien lässt sich immer wieder neue Vorteile einfallen. Es ist also wie ein Teufelskreis.“

Ein Teufelskreis, den der Familienvater offenbar nicht missen will, geht er doch in seine 20. Saison als Renndirektor der Herren, nachdem er zuvor ein Jahr lang für den Weltcup der Damen zuständig war. Den Skizirkus kennt Hujara, der im Juni seinen 60. Geburtstag feierte, aus dem Effeff. Seit 1975 war der Neuenbürger, der Sport und Geografie studierte, als Trainer mit Diplom für den deutschen Skiverband im Einsatz, agierte von 1983 bis zu seinem Wechsel zum Weltverband FIS 1991 als Disziplin- und Chefcoach der Damen.

Renndirektor: ein Ganzjahresjob. Vor wenigen Tagen erst inspizierte Günter Hujara die künftige WM-Strecke im österreichischen Schladming, wo vom 14. bis 17. Februar der Höhepunkt der Saison ansteht. Schnee liegt hier noch keiner, dennoch ist der Renndirektor schon lange im Vorfeld gefordert. „Organisationstalent“ und „kreative Ideen“ gibt Günter Hujara als Fähigkeiten an, die ihn auszeichnen.

Bei den „Sternenfelser Gesprächen“, die seit 1999 stattfinden, reiht er sich ein in die Schar der hochkarätigen Referenten aus der Welt des Sports, von Erwin Staudt über Steffi Jones bis Norbert Haug. Neben den geladenen Gästen haben auch die Leser unserer Zeitung die Gelegenheit, den Herrn der Skirennpisten hautnah zu erleben. Das Mühlacker Tagblatt verlost 5 x 2 Einlasskarten für die Veranstaltung am 19. Oktober in der Gießbachhalle. Anruf genügt, und zwar am Dienstag, 9. Oktober, zwischen 15.30 Uhr und 15.35 Uhr, unter der Rufnummer 07041/80515. Viel Glück!

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